Über 4000 Ticket-Rückläufer

Europa League ist Ladenhüter bei RB Leipzig

Von Ullrich Kroemer 16.02.2022, 18:13
Es gibt sie noch, die Fans, die für RB sogar ihren Vater eintauschen würden.
Es gibt sie noch, die Fans, die für RB sogar ihren Vater eintauschen würden. imago/Karina Hessland

Es ist das erste Spiel von RB Leipzig seit Anfang November, in dem wieder so viele Zuschauer kommen dürfen: 24.758 Fans darf Rasenballsport gegen Real Sociedad (Do., 21 Uhr) einlassen. Dafür hatte der Klub sogar vor Gericht gekämpft. Alle Besitzer der Dauerkarte Plus haben die Tickets automatisch zugewiesen bekommen. Insgesamt gibt es 31.000 Dauerkartenbesitzer bei RBL. Doch aktuell wollen nur gut 20.000 Fans das Spiel auch tatsächlich sehen.

4184 Karten – Tendenz steigend – waren am frühen Mittwochabend in die Ticketbörse eingestellt worden, wo bereits gekaufte Karten gegen eine Bearbeitungsgebühr wieder an den Klub zurückveräußert werden können. „Für Kurzentschlossene: In der Ticketbörse findet man noch was”, warb Pressesprecher Till Müller bei der Pressekonferenz.

Und Trainer Domenico Tedesco versprach: „Wir geben Vollgas, um uns und den Fans etwas zu bieten. Wir haben morgen 25.000 Zuschauer im Stadion – auch da wird was los sein. Darauf freuen wir uns.”

Fans von RB Leipzig sind verwöhnt

Die mangelnde Nachfrage hat zahlreiche Gründe: Zum einen wird das Spiel so spät angepfiffen, dass die zahlreichen auswärtigen Fans nicht mehr mit öffentlich Verkehrsmitteln nach Hause kommen, und auch viele Kinder fehlen. Zudem sind in Sachsen Winterferien, viele Fans sind verreist. Dazu grassiert das Coronavirus, nicht wenige befinden sich Absonderung oder Quarantäne oder haben Bedenken, sich mit 25.000 ins Stadion zu setzen. Sicher schreckt auch die 2G+-Regelung einige ebenso ab wie die Tatsache, dass erst seit Sonntag bekannt ist, dass so viele Zuschauer in die Red-Bull-Arena dürfen.

></div><p class=Zudem sind die Leipziger Fans verwöhnt. Die Champions League stand seit 2016/17 bis auf eine Ausnahme immer auf dem Programm, da nimmt sich in einem Europa-League-Sechzehntel-Finale gegen einen zwar starken Gegner, jedoch ohne klangvollen Namen, mancher Anhänger eine Auszeit. Das war schon 2018 so, als Rasenballsport im EL-Achtelfinale Zenit St. Petersburg empfing, und sich die Russen wunderten, warum nur knapp 20.000 Fans gekommen waren. Und sicher tut auch das Sturmtief Xandra sein übriges und schreckt einige Fans ab, das Haus zu verlassen.