RB Leipzig

Oliver Mintzlaff: Keita wollte im Sommer weg – Stadion-App geplant

22.11.2017, 18:28
RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff
RB Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff imago

Oliver Mintzlaff hat bestätigt, dass Naby Keita im Sommer RB Leipzig verlassen wollte. „Er wollte sofort wechseln. Aber Ralf Rangnick hat vor der Mannschaft gesagt, dass wir keinen Spieler abgeben werden. Das war kein Lippenbekenntnis, das war in Stein gemeißelt“, erklärt der Geschäftsführer von RB im Interview mit Sportbild.

Naby Keita mit Deal zu freiem Kopf

„Naby wurde sehr stark umgarnt von Liverpool und insbesondere von Jürgen Klopp“, erklärt Mintzlaff weiter. „Dass ihm das durch den Kopf gegangen ist, weil er dort ein Vielfaches von dem verdienen kann, was er bei uns bekommen hat, ist nachvollziehbar.“

Um Keitas Konzentration wieder voll auf RB Leipzig zu legen, sei man dann den Deal eingegangen, den Wechsel zum kommenden Sommer schon jetzt fix zu machen. Wir haben eine Lösung gesucht, die dem Spieler wieder Sicherheit gibt. Und wir sind auch noch mit einem deutlich höheren Transfererlös aus der Sache gegangen.“

Auch künftig Abgänge von wichtigen Spielern bei RB Leipzig denkbar

Mit dem Wechsel nach Liverpool 2018 hat man die gewünschte Lösung gefunden. Auch der FC Barcelona soll Interesse gehabt haben, sich allerdings nicht schnell genug entschieden haben. Den Bayern soll das Risiko einer Verpflichtung schon jetzt für die kommende Saison für eine derart hohe Summe zu groß gewesen sein.

Dass auch künftig Topspieler für hohe Summen RB Leipzig verlassen werden, schließt Oliver Mintzlaff nicht aus. „Wenn es unmoralische Angebote gibt, müsste man sich dann damit beschäftigen“, meint er dazu, schränkt aber auch ein, dass man „grundsätzlich keinen abgeben“ will.

Gehaltskosten den Regeln und dem sportlichen Erfolg angepasst

Dabei habe man auch nicht das Problem, Notverkäufe tätigen zu müssen, falls man nicht in einen europäischen Wettbewerb einzieht. „Unsere Spieler bekommen, wie bei allen anderen Klubs auch, unterschiedliche Gehälter, wenn sie nur Bundesliga oder dazu noch international spielen. Das heißt: Wenn wir nicht Champions League spielen, reduzieren sich die Gehaltskosten. Wir müssten also keine Spieler verkaufen, wenn wir nicht unter die Top sechs kommen.“

Dabei achtet man bei RB weiterhin auf die Einhaltung der Financial-Fairplay-Regel der UEFA. Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz schieße nicht nach Belieben Geld in den Verein. „Wir erstellen intern für RB Leipzig einen Business-Plan, und darauf aufbauend geben wir dann nur das aus, was dem Uefa-Financial-Fairplay entspricht. Dass Rangnick und Mintzlaff eine Idee haben, und Mateschitz überweist die gewünschte Summe, sind Träumereien, die nicht den Tatsachen entsprechen.“

Stadionumbau soll zu mehr Stadion-Erlebnis führen

Pläne hat man derweil bei RB Leipzig für die Red Bull Arena. Das soll ab Sommer nach und nach auf maximal 57.000 Plätze ausgebaut werden. Man beschäftige sich in dem Zusammenhang „stark damit, wie der Fan den Besuch bei uns noch mehr genießen kann. Da gibt es beispielsweise Apps, die den Zuschauer bei der Anfahrt zu einem freien Parkplatz leiten. Wir wollen das Stadion-Erlebnis bei uns in Leipzig auf ein neues Niveau heben.“

Ralf Rangnick und Oliver Mintzlaff vor Vertragsverlängerungen

Auch die Vertragsverlängerung von Ralf Rangnick ist für Oliver Mintzlaff ein Thema. Noch diese Woche soll diesbezüglich bei Ralf Rangnick Vollzug gemeldet werden. Soweit ist es mit Mintzlaff selbst noch nicht. Sein Vertrag als RB-Geschäftsführer endet wie jener Rangnicks 2019. Noch in diesem Jahr werde man bei einer Sitzung des Aufsichtsrats „sicherlich auch über meine Zukunft sprechen“.