RB Leipzig

Paul Mitchell über den Absturz von Tottenham und Erfolg bei RB Leipzig

Von (RBlive/msc) 17.02.2020, 08:23
Paul Mitchell zu seiner Zeit als Scout bei RB Leipzig.
Paul Mitchell zu seiner Zeit als Scout bei RB Leipzig. imago/Picture Point LE

Der ehemalige RB-Chefscout Paul Mitchell arbeitet seit vergangenem Sommer im Team von Ralf Rangnick für Red Bulls internationale Fußballstrategie. Beim Sportmagazin The Athletic erzählt er von schweren Verhandlungen mit seinem heutigen Chef und warum Tottenham London, der kommende Gegner von RB Leipzig, vor eineinhalb Jahren die Basis für den Absturz im vergangenen Herbst legte.

Harte Verhandlungen zwischen Rangnick und Mitchell

Ralf Rangnick lernte er kennen, als er im Auftrag des FC Southampton Sadio Mané bei Red Bull Salzburg entdeckte und von dort loseisen konnte. Für 23 Millionen Euro bekam er einen Spieler, der zwei Jahre später das doppelte einbrachte und heute 150 Millionen Euro wert ist. Klar, dass Salzburg nicht begeistert war, ihn ziehen zu lassen. "Ich würde nicht sagen, dass die Verhandlungen höflich waren. Niemand will einen guten Spieler verlieren, aber wir wollten einen guten Spieler verpflichten", berichtet Mitchell von seinem ersten Kontakt zum RB-Macher. 

Abschied von Tottenham Hotspur vor dem größten Erfolg

Mit Pochettino zog es ihn 2014 nach Tottenham, woran er "nur die besten Erinnerungen" hat. In seine Zeit fallen die Deals mit Heung-Min Son, Dele Alli, Toby Alderweireld oder Kieran Trippier. Den vorläufigen Höhepunkt des Erfolgs der Londoner Teams sah er nicht mehr aus der Nähe, denn Ralf Rangnick hatte sich an den zähen Verhandlungspartner erinnert. "Seitdem hatten wir uns nicht gesehen und dann wollten er mich kennenlernen. Wir waren essen und tauschten uns über Ideen vom Fußball aus. Er versicherte mir, dass das Projekt perfekt passt."

Du brauchst in jeder Transferphase neue Spieler

Paul Mitchell

Dennoch ist er heute stolz, dass er auch mit seiner Arbeit die Basis dafür gelegt hat, dass Tottenham im vergangenen Jahr im Champions-League-Finale spielen durfte. Dass sein ehemaliger Verein danach so abstürzte, Trainer Mauricio Pochettino verlor und zwischenzeitlich im Mittelfeld der Liga dümpelte, knüpft Mitchell an den Bau des neuen Stadions. "Meine Philosophie ist, dass du in jedem Transferfenster neue Spieler brauchst, die es in die Startelf schaffen können. Man braucht neue Stimmen, neue Charaktere, um die Gruppe zu stimulieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben."

Schick, Nkunku, Olmo und Angelino setzten sich bei RB Leipzig durch

Genau dies blieb in London aber aus, der Verein verzichtete im Jahr des Stadionumzugs auf Verpflichtungen. Bei RB Leipzig haben die letzten Transfers genau das geschafft: Christopher Nkunku, Patrik Schick, Dani Olmo und Angelino fanden unter Nagelsmann einen guten Start.

Dass RB in dieser Saison reif ist für einen Titel sieht er nicht. "Dortmund und Bayern sind Kolosse von Organisationen und Vereinen. Wir müssen Dinge anders machen, wenn wir sie dabei stören wollen." Was Leipzig zur Zeit aber äußerst erfolgreich gelingt. "Wir haben eine klare Strategie und versuchen, abzuliefern", so Mitchell.