RB Leipzig

Ralf Rangnick setzt sich gegen Dietmar Hopp zur Wehr

26.05.2017, 15:52
"Es war einmal: Dietmar Hopp und Ralf Rangnick nach dem Aufstieg in die 1. Liga. Quelle; Imago."
"Es war einmal: Dietmar Hopp und Ralf Rangnick nach dem Aufstieg in die 1. Liga. Quelle; Imago." imago sportfotodienst

Über sechs Jahre sind bereits vergangen, seit der Sportdirektor bei RB Leipzig, Ralf Rangnick, seinen Job als Trainer der TSG 1899 Hoffenheim nach einem Streit mit Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp über den Verkauf von Luiz Gustavo Januar 2011 hinschmiß. Trotzdem geraten Rangnick und Hopp über die Hintergründe der Arbeitsniederlegung immer noch in Streit.

Ralf Rangnick wirft Dietmar Hopp Einmischung vor

So wie in den vergangenen Tagen. Ausgangspunkt war ein Interview Rangnicks mit der „Zeit“ Ende April, in der er seine beiden Jobs miteinander verglich. Bei RB, so Rangnick, halte sich der Chef von Geldgeber Red Bull, Dietrich Mateschitz, aus dem Tagesgeschäft raus. Hopp hingegen habe sich immer wieder eingemischt. „Das“, so Rangnick, „habe ich so noch nie erlebt – und werde es wohl auch nicht mehr erleben.“

Hopp konterte nun in der Sportbild: „Ralf Rangnick hat bei uns tolle Arbeit geleistet. Bevor er bei uns angefangen hatte, bekam er von mir ein Budget von 40 Millionen Euro. Das fand er gut. Aber dann hat er gemacht, was er wollte, und das Geld mit vollen Händen ausgegeben. Das hätte nicht länger so weitergehen können“, sagte der frühere SAP-Manager. Als der damalige Stürmer Chinedu Obasi etwa wegen eines Einsatzes bei Olympia drei Wochen abwesend war, habe Rangnick Ersatz gefordert. „Er kam mit Mario Gomez, der sollte 30 Millionen Euro kosten.“

Hopp über Rangnick: „Er hörte nicht auf!“

Hopp hatte seinerzeit deshalb Jan Schindelmeiser als Manager installiert. „Jan sollte die Ausgabenwut von Ralf Rangnick bremsen. Schindelmeiser war Rangnicks Vorgesetzter. Behandelt hat er ihn aber als seinen Mitarbeiter. Es hörte nicht auf.“ Der Softwaremilliardär wehrt sich in den Interview auch gegen die Darstellung, Gustavo sei hinter Rangnicks Rücken verkauft worden. Hopp sagte, man habe dem Brasilianer in einem Brief zugesichert, dass er gehen könne, den Brief habe auch Rangnick unterschrieben.

Drei Tage nach dem Streit über Gustavo, so Hopp weiter, habe Rangnick dann erklärt, dass er in Hoffenheim weitermachen wolle. Er habe das aber nicht mehr gewollt, mochte seinen Trainer allerdings auch nicht entlassen. Rangnick hatte Hoffenheim von der Regionslliga in die 1. Liga und zur Herbstmeisterschaft 2010 geführt. Anfang 2011 trat Rangnick zurück.

Rangnick über Hopp: „Das war Vertragsbruch!“

In der Bild-Zeitung hat sich Rangnick nun gegen Hopps Darstellung zur Wehr gesetzt. Er sagte: „Über die Aussagen war ich sehr überrascht. Zumal sie nicht stimmen. Jeder in der Branche weiß, welche Marktwerte in dieser Zeit in Hoffenheim geschaffen wurden. Es war nicht nur sportlich eine erfolgreiche Zeit, sondern auch wirtschaftlich.“

Dass ihm Schindelmeiser vorgesetzt wurde, so Rangnick weiter, sei ein „Vertragsbruch“ gewesen. „Diesen Schritt hat er im völligen Alleingang gemacht. Dietmar und ich hatten zu Beginn der Zusammenarbeit klare Spielregeln aufgestellt, an die habe zumindest ich mich bis zum letzten Tag gehalten.“ Ausschlaggebend für das Ende der Zusammenarbeit sei aber letztlich der Verkauf von Luiz Gustavo gewesen. Das sei „entgegen unserer Absprache“ passiert, so Rangnick. Deswegen habe er damals um die Auflösung seines Vertrages gebeten.