RB Leipzig

Ralph Hasenhüttl hat „immens viel Spaß“ bei RB Leipzig

28.03.2017, 10:34
Ralph Hasenhüttl.
Ralph Hasenhüttl. imago

Ralph Hasenhüttl hat trotz kleinerer Rückschläge „immens viel Spaß“ bei RB Leipzig. Das erklärt er im ausführlichen Interview mit der LVZ. „Ich habe noch nie so eine Mannschaft trainieren dürfen. Man hat andere Möglichkeiten und Herangehensweisen, die man wählen kann, weil man einfach die fußballerische Qualität dafür hat.“

Mit aller Macht zurück in die Erfolgsspur

Dabei will er nach der Länderspielpause auch punktetechnisch wieder mehr Spaß haben. „Wir machen nicht so viel aus unseren Chancen und bekommen aus den wenigen sehr schnell Gegentore. Das ist sicherlich eine Phase, die wir mit aller Macht versuchen wollen zu beenden.“ Man müsse sich für den Aufwand, den man hat, auch wieder belohnen. Das werde aber nicht einfacher, weil die Gegner Richtung Saisonende noch stärker auf Ergebnis spielen. Das ist auch mit weniger Risiko der Gegner und weniger Möglichkeiten für RB, den Ball in des Gegners Hälfte zu erobern, verbunden.

Als Zweiter in die letzten neun Spiele zu gehen, empfindet Ralph Hasenhüttl nicht als „negativen Druck“. Wenn man den Platz noch verspielen sollte, dann „hätten wir es nicht verdient, dann wären wir die ganze Saison nicht konstant genug gewesen“. Es gebe „schlimmere Schicksalen gehört, als dass man in seinem ersten Jahr in der Bundesliga am Ende möglicherweise nur in die Europa League kommt.“

RB Leipzig braucht Lösungen mit dem Ball und neue Spieler

Inzwischen gehe man meist als Favorit in die Spiele und müsse stärker mit dem Ball arbeiten. „Deshalb müssen wir noch mehr Lösungen finden, als wir bisher schon haben. Ich habe sehr gute Spiele von uns gegen tiefstehende Gegner in dieser Saison gesehen. Da ist es uns gelungen, auch torgefährlich zu werden. Das ist eine Weiterentwicklung, die wir in Zukunft brauchen.“

Falls RB Leipzig am Ende der Saison in einen europäischen Wettbewerb einzieht, bräuchte man „vier oder fünf Spieler, die Stammspieler-Potenzial haben.“ Dadurch könnte man alle Positionen doppelt besetzen und das Trainingsniveau auf ein neues Level heben. Ob Spieler aus dem aktuellen Kader den Verein bis dahin verlassen werden, sei noch unklar. „Es kann durchaus sein, das sich der ein oder andere für das, was wir ihm bieten können, nicht mehr begeistern kann. Wenn das der Fall ist, setzt man sich zusammen und findet eine Lösung“, sieht Ralph Hasenhüttl allerdings Potenzial für Abschiede.

Ralph Hasenhüttl vor neuem Lernschritt

Nicht nur die Spieler bräuchten für Europa eine Weiterentwicklung, auch für den Trainer und das Funktionsteam wäre das eine völlig neue Erfahrung. Das beträfe „auch die Trainings- und Belastungssteuerung, sowie die Art und Weise wie wir dann möglicherweise rotieren würden. Das wäre eine große Herausforderung.“

Eine Herausforderung war aber auch die Anfangszeit bei RB Leipzig für Ralph Hasenhüttl. Zum einen sei der Druck von außen „gewöhnungsbedürftig“, aber nicht störend gewesen. Zum anderen sei es eine spezielle Situation, wenn man einem erfolgreichen Trainer folgt. „Es ist einfacher, irgendwohin zu kommen, wo weniger funktioniert, denn da kann man relativ schnell etwas verändern. Dort wo schon sehr viel funktioniert, muss man mit seinen Einflüssen ein bisschen vorsichtiger sein. Das ist für mich eine neue Situation und Herausforderung gewesen. Ich bin der Meinung, dass wir sie zusammen bisher sehr gut gelöst haben.“