RB Leipzig

Ramadan in der Bundesliga: Für die Leipziger Profis Ibrahima Konaté und Amadou Haidara hat die Zeit des Fastens begonnen

Von Martin Henkel 14.04.2021, 08:50
Beide Muslime, beide Teamkollegen: Amadou Haidara und Ibrahima Konaté
Beide Muslime, beide Teamkollegen: Amadou Haidara und Ibrahima Konaté imago images/Picture Point LE

Der Ramadan hat begonnen, auch in der Bundesliga, auch bei zwei Spielern von RB Leipzig. Seit gestern, dem offiziellen Beginn des islamischen Fastenmonats, dürfen Ibrahima Konaté und Amadou Haidara, beide Muslime, ab sofort einen Monat lang von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts zu sich nehmen.

Dem Schöpfer nahe

Denn Start feierte der Franzose Konaté, der 2019 nach Mekka gepilgert war, auf Instagram mit einem Post, der ihn im RB-Trikot inmitten einer stilisierten orientalischen Nacht zeigt. Dazu steht: "Ramadan Kareem", übersetzt: "Habt einen großzügigen Ramadan."

Haidara verzichtet dieses Jahr auf eine Nachricht in den sozialen Netzwerken. Vergangenes Jahr hatte er während des Ramadans auf Instagram gepostet: "Der größte Reichtum besteht darin, gesund zu sein, eine geeinte Familie zu haben und seinem Schöpfer nahe zu sein."

Der Fastenmonat ist den Muslimen heilig. Im Jahr 610 nach Christus offenbarte der Erzengel Gabriel dem Propheten Mohammed während des Ramadans in einer Höhle im Berg Hira den Koran. Seither sieht Sure 2, Nummer 185 des Korans vor, dass alle Muslime während dieses Monats fasten sollen. Aus Dankbarkeit gegenüber Gott und zur Steigerung der Wertschätzung seiner Gaben.

Zwischen Anbruch der Morgendämmerung und Sonnenuntergang darf der Gläubige deshalb nichts essen und trinken. Für die Leipziger Profis bedeutet das, sie fasten zwischen sechs Uhr und 20 Uhr.

Gespräche mit dem Zentralrat

Für die muslimischen Profisportler ist das nicht unproblematisch. Hochleistungssport ohne die nötige geregelte Energiezufuhr führt zwangsläufig zu körperlicher Schwächung und Leistungsabfall. So mancher Fußballer verzichtet daher auf das Fasten während der Saison. Dass sie damit nicht gegen Regeln verstoßen, verdanken sie einem Beschluss, den der Zentralrat der Muslime in Deutschland 2010 in Gesprächen mit dem DFB und der DFL entwickelt hat. Das Fastenbrechen ist seitdem erlaubt, die Spieler können die verpassten Tage später nachholen.

Amadou Haidara berichtete vergangenes Jahr, er fühle sich trotzdem fit.  "Ich mache das seit Jahren, mein Körper hat sich daran gewöhnt", sagt er zur Bild-Zeitung. In den Trinkpausen gibt es zum Beispiel nur eine Munddusche und etwas Wasser über den Kopf. So kenne er es auch von den heißen Tagen in seiner Heimat Mali "Ich erfrische mich dann öfter so." Konaté wiederum unterbricht sein Fasten an den Spieltagen und nimmt es am Tag danach wieder auf.

Nagelsmann nimmt Rücksicht

Zudem nimmt Trainer Julian Nagelsmann Rücksicht auf seine muslimischen Profis. Vorige Saison waren u.a. beide der frühen Trainingsgruppe zugeteilt, damit die Spanne zwischen letzter Mahlzeit und dem Training nicht zu lang ist.

Der Ramadan endet dieses Jahr am 12. Mai. Traditionell wird das mit reichlich Essen und Trinken gefeiert. Bei Haidara und Konaté wäre das vier Tage nach der letzten großen Ligapartie in dieser Saison gegen Borussia Dortmund am drittletzten Spieltag.  (RBlive/hen)