Rangers-Legende Jörg albertz

Zum Tod von Rangers-Zeugwart Bell: "Sie werden für Jimmy unbedingt ins Finale wollen"

Rangers-Legende Jörg Albertz äußert sich zum Tod von Vereinslegende Jimmy Bell und glaubt, dass den Schotten daraus im Halbfinal-Rückspiel gegen RB Leipzig eine Extramotivation erwächst. Auch Kapitän James Tavernier sieht das so.

Von Martin Henkel Aktualisiert: 04.05.2022, 12:49
Rangers-Legenden unter sich: Paul Gascoigne, Nei McCann und Jörg Albertz (v.l.)
Rangers-Legenden unter sich: Paul Gascoigne, Nei McCann und Jörg Albertz (v.l.) (imago/shutterstock)

Jörg Albertz ist eine Legende bei den Rangers. Fünf Jahre war der Linksfuss mit dem Schuss von der Wucht eines Kanonenschlags Spieler bei den "Gers" (1996 bis 2001). Er hat die großen Jahre erlebt an der Seite von Legenden wie Paul Gascoigne, Brian Laudrup und Trainer-Ikone Walter Smith. Demnach auch mit Jimmy Bell - den früheren Busfahrer und ewigen Zeugwart der Rangers, der am Montag überraschend verstorben ist.

"Herber Schlag" für die Rangers

Albertz, genannt "George, the hammer",  war "geschockt", als er die Nachricht bekam, wie er im Gespräch* mit RBlive-Reporter Martin Henkel verriet. "Sein Tod kam völlig unerwartet, es ist eine Tragödie. Ich kann es kaum in Worte fassen." Bell war zwar nur der Mann für Stutzen, Trikots und Sonstiges. Doch von "nur" kann bei den Rangers keine Rede sein.

"Jimmy war Rangers durch und durch", sagt Albertz. "Das ist, als wenn einer aus der Familie stirbt, und die Rangers bilden eine. Die Spieler waren alle seine Jungs. Er war ein sensationeller Typ, der für jeden jederzeit da war. Auch für mich. Das ist ein herber Schlag für den ganzen Verein."

Auch Spieler wie Kapitän James Tavernier wirkten nach Bells Tod sehr angefasst. "Wenn wir am Donnerstag da rausgehen aufs Feld, tun wir das für die Fans, den Klub und jetzt auch besonders für Jimmy", sagte er am Dienstag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel.

Albertz: "RB kann sich auf was gefasst machen"

Über 30 Jahre war Bell Zeugwart gewesen. Er hat elf Trainer erlebt, zahlreiche Ups and Downs mit den mythischen neun Meisterschaften in Folge in den Neunziger, der Insolvenz zu Beginn der Nullerjahre und der Wiederaufstieg mit den zwei Meisterschaften zuletzt. "Er war Herz und Seele des Klubs", sagte Tavernier.

"Ich habe Jimmy geliebt", ergänzte der 30-Jährige. "Er war einer der Ersten, zu dem ich Kontakt hatte, als ich neu im Verein war. Wir haben über die ganzen Jahre hinweg eine besondere Verbindung zueinander entwickelt." Sein Tod gehe ihm deshalb sehr nahe. "Das ist schwer hinzunehmen", sagte er, "auch für die anderen Jungs in der Kabine."

So sehr Bells Tod die Rangers-Gemeinde erschüttert, genauso sehr versuchen die Spieler daraus eine Extra-Motivation für die Partie gegen RB Leipzig zu ziehen. "Sie werden jetzt alles versuchen, um für Jimmy ins Finale einzuziehen", ist sich Albertz sicher, der einen engen und aktiven Kontakt zu den Rangers unterhält und mit Bell erst vor wenigen Wochen bei den Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehend des Traditionsklubs zusammenkam. "Zusammen mit der Stimmung im Ibrox", so Albertz, "kann sich RB Leipzig auf einen Hexenkessel gefasst machen."

*Lesen Sie das ganze Interview mit Jörg Albertz zum Mythos Ibrox und seine Jahre bei den Rangers morgen in der Mitteldeutschen Zeitung, und hier auf RBlive.