Flick-Assistent Danny Röhl

Was er von Rangnick bei RB gelernt und warum er Nagelsmann abgesagt hat

Von Thomas Fritz Aktualisiert: 22.03.2022, 15:49 • 22.03.2022, 15:44
Danny Röhl (r.) neben
Danny Röhl (r.) neben Bundestrainer Hansi Flick. IMAGO / Sven Simon

Danny Röhl (32), der 2010 bis 2018 als Videoanalyst und Co-Trainer bei RB Leipzig tätig war, hat es bis zum Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft geschafft. Bei der neuen Folge "kicker meets DAZN" hat Hansi Flicks Assistent nun klar gestellt, dass er irgendwann in der ersten Reihe stehen will. "Mein Ziel ist es, Cheftrainer zu werden", sagte der gebürtige Zwickauer. Gut möglich, dass Röhl irgendwann mal ein Kandidat bei RB Leipzig wird.

Bislang hat der 32-Jährige "nur" als Assistent gearbeitet: unter Ralph Hasenhüttl bei RB Leipzig und dem FC Southampton, im Anschluss unter Hansi Flick beim FC Bayern München und dem DFB-Team. Vor dem Schritt zum Cheftrainer habe er noch einiges zu lernen, sagte Röhl. "Taktik und Trainingsarbeit sind Bereiche, in denen ich meine Stärken schon jetzt habe. Es geht viel mehr um Mannschaftsführung. (...) Es gibt sehr viele gute Trainer im fachlichen Bereich, aber der Unterschied ist, wie die Mannschaftsführung ist."

Danny Röhl spricht über Ralf Rangnick

Es sei ein sehr entscheidender Faktor für die Jungs, "die richtigen Worte für die richtigen Momente zu finden". Diesbezüglich kann er sich viel von Flick abschauen. "Hansi Flick hat genau dieses Gespür für die Mannschaft", berichtet er. "Ihm gelingt es immer, die richtigen Worte für die richtigen Spieler zu finden. Einen großen Einfluss auf seine Entwicklung hatte auch Ralf Rangick, Ex-Trainer und -Sportdirektor in Leipzig.

Rangicks Ankunft bei den Sachsen im Jahr 2012 habe seine Spielanalyse auf ein viel höheres Level gehoben. "Das war ein großes Aha-Erlebnis", sagte Röhl. Rangnick habe durch seinen Fußball-Ansatz in Salzburg und Leipzig viele Trainer geprägt, die "hervorragende Arbeit" leisten. Darunter Marco Rose (Borussia Dortmund), Oliver Glasner (Eintracht Frankfurt), Roger Schmidt (PSV Eindhoven), Adi Hütter (Borussia Mönchengladbach), Ralph Hasenhüttl (FC Southampton), Jesse Marsch (Leeds United) oder Robert Klauß (1. FC Nürnberg).

Darum ist Röhl nicht beim FC Bayern geblieben

Röhl verriet auch, warum er sich im Sommer 2021 dazu entschieden hat, mit Flick den FC Bayern zu verlassen und nicht Co-Trainer von Julian Nagelsmann zu werden. Die Entscheidung ordnet er im Nachhinein als schwierig ein. "Julian ist ein fantastischer Trainer, der eine ganz klare Idee hat, wie er was macht und auch gewissen Anforderungen an seine Co-Trainer hat." Dies habe er im Austausch mit dem Bayern-Coach herausgefunden und es "wäre sicherlich eine genauso spannende Aufgabe gewesen."

Letztlich hätten Gespräche mit Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff einen Ausschlag gegeben. "Wir hatten gute Gespräche, die mir einen Weg aufgezeigt haben und das Gesamtbild war stimmig." Ein weiterer Grund sei das Vertrauen und die große Verantwortung gewesen, die Flick ihm immer wieder übertragen habe.