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  5. RB-Raum vs. Eintracht-Brown im DFB-Team: Lothar Matthäus legt sich für die WM-Startelf fest

Raum vs. Brown im DFB-Team Matthäus legt sich für die WM-Startelf fest

Kurz vor WM-Start muss RB-Kapitän David Raum seinen Stammplatz wohl an den jüngeren Nathaniel Brown abtreten. Bundestrainer Julian Nagelsmann schwärmt von dem Frankfurter.

Von Ullrich Kroemer 07.06.2026, 13:46
Power und Punch: David Raum.
Power und Punch: David Raum. (Foto: imago/Uwe Kraft)

Leipzig/Chicago/mit sid – Für RTL-Experte Lothar Matthäus ist die Entscheidung bereits gefallen: David Raum hat gegenüber seinem jüngeren und variableren Konkurrenten Nathaniel Brown das Nachsehen beim Kampf um einen Startelf-Platz für die WM. Matthäus nannte das mit Verweis auf Browns Qualitäten die logische Entscheidung.

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Auch weil Raum eine Leistenverletzung aus der Saison mit in die Nationalelf schleppte, erhielt der Frankfurter Brown überraschend auch im zweiten Testspiel gegen die USA (2:1) den Vorzug vor Raum. „Wir haben eine gewisse Idee, die man in beiden Spielen gesehen hat. Wir werden in der ersten Elf nicht noch acht Spieler wechseln gegen Curacao”, stellte Bundestrainer Julian Nagelsmann klar.

Extrovertiertes role model in der Bravo Sport

Zwar schätzt er Raum, der auch im DFB-Dress für die lauten Töne zuständig ist, für dessen Energie, kämpferische Attitüde und läuferischen Qualitäten. Durch seine Art ebenso wie durch seine zahllosen Tattoos zieht der extrovertierte Draufgänger auf der linken Abwehrseite die Blicke auf sich und taugt als role model. Das Magazin Bravo Sport widmete ihm sogar ein eigenes Tattooposter mit seinen elf Lieblingstattoos, unter anderem ein markanter Blitz am Hals. „Schon verrückt, sich selbst als Tattoobogen zu sehen”, staunte Raum selbst. Doch die Leistenprobleme nach einer kräftezehrenden Saison als RB-Kapitän, in der Raum ein Antreiber par excellence war, ereilten ihn nun zur Unzeit.

Zumal Nathaniel Brown seine Chance vor allem gegen Finnland nutzte. Der 22-Jährige, der zum FC Bayern wechseln soll, ist zugleich defensiv einen Tick stärker und spielintelligenter als Raum sowie im Vorwärtsgang ein technisch feinerer Fußballer. Brown bewegt sich intuitiv im Raum und schaltet sich sogar zentral mit ein, wenn es die Situation hergibt und kann dann als ungedeckter Spieler am gegnerischen Strafraum zum Abschluss kommen. „Er ist defensiv ein sehr guter Eins-gegen-Eins-Spieler gegen Speedspieler, weil er selbst sehr schnell und clever ist”, lobte Nagelsmann. „Und er bewegt sich auch gut in den Halbräumen.” Brown selbst sagte nach der Partie: „Es gefällt mir sehr gut, dass ich große Freiheit habe und nicht nur an der Linie klebe, das mache ich auch in Frankfurt so und das kommt meinem Spiel entgegen.”

Nagelsmann über Brown: „Er ist einen Tick zu bescheiden”

Wenn nun noch Überzeugung dazu kommt, könnte Brown eine tolle WM spielen. „Er weiß noch gar nicht, wie gut er eigentlich ist”, betonte Nagelsmann und ergänzte: „Er ist einen Tick zu bescheiden, für das, was er kann.”

Doch auch für Raum werden sich Chancen bieten. Brown hat in seinen jungen Jahren noch Leistungsschwankungen, wenn in heiklen Situationen mehr Gier und Punch gefragt sind, kann der Wachrüttler Raum als Mentalitätsspieler mit seinen starken Flanken und Standards im Laufe der Mammut-WM wie schon in der Qualifikation noch ein wichtiger Faktor werden.

Brown: „Egos hintenan stehen”

Zumal sich die Rivalen „sehr gut” verstehen, wie Brown versicherte, „er gibt mir ab und zu Tipps, weil er älter ist und mehr Erfahrung hat”. Raum würde ebenso wie Brown eine Rolle als Back-up in der gut funktionierenden Mannschaft annehmen und vorbildlich ausführen. Nagelsmann sprach eigens noch einmal mit allen Akteuren, die wohl nicht starten werden, um in die Mannschaft hineinzuhören und erhielt einen durchaus positiven, geschlossenen Eindruck. „Natürlich will ich spielen, aber wir haben ein großes Ziel. Da müssen Egos hintenan stehen. Wenn er spielt, werde ich ihn unterstützen und pushen”, versicherte Brown. Ganz ähnlich würde sich wohl Raum äußern.

Übrigens: Für RB könnte es sogar gut sein, wenn Raum sich nicht ins ganz große Schaufenster spielt. Schließlich hatte Raum noch gezögert, seinen 2027 auslaufenden Vertrag vorzeitig zu verlängern, um sich auch andere Angebote anzuhören. Sollten die ganz reizvollen Offerten ausbleiben, dürfte Raum den Leipzigern als Spielführer erhalten bleiben. Aber abwarten: Der WM-Transfer-Sommer ist lang …

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