RB-Reaktionen auf die Pleite „Ein richtiger Denkzettel”
RB Leipzig geht selbstkritisch mit der herben Niederlage um und Bremens Niclas Füllkrug beschreibt, wie Gegenpressing funktioniert. Die Stimmen zum Spiel.

Bremen/Leipzig/ukr – Das sind die ersten Reaktionen der Protagonisten nach dem 1:3 (0:1) zwischen RB Leipzig und Werder Bremen:
Martin Demichelis (Trainer RB Leipzig): „In den ersten 15 Minuten waren wir nicht aggressiv und präsent genug. Danach waren wir trotz des Rückstands dominant und hatten viel Ballbesitz. Aber Ballbesitz allein bedeutet nicht, dass man ein Spiel gewinnt. Wir haben es nicht geschafft, über das System von Werder hinwegzukommen, zu wenig über die Flügel und in die Tiefe gespielt und den Ball nicht schnell genug von einer Seite auf die andere verlagert. Wir müssen aus diesem Spiel lernen und die Fehler so schnell wie möglich korrigieren. Niederlagen gehören zum Fußball dazu. Jetzt haben wir schon am Donnerstag die Möglichkeit, eine richtige Reaktion zu zeigen.”
Daniel Thioune (Trainer Werder Bremen): „Es war ein optimaler Spielverlauf. Das frühe Tor hat uns gutgetan. Was mir gefallen hat, war die Haltung über die vollen 90 Minuten. Das Team hat eine enorme Intensität auf den Platz gebracht. Die Bereitschaft war bedeutend höher als letzte Woche. Daher ein großes Kompliment an die Mannschaft, mit welcher Intensität sie heute gegen Leipzig aufgetreten ist. Der Sieg tut unheimlich gut, nachdem wir eine unruhige Woche hatten. Viele haben gesagt, dass es ein schweres Jahr werden kann, wovon ich mich jetzt auch nicht lösen will. Dennoch hat die Mannschaft gezeigt, dass sie in der Lage ist, Spiele zu entscheiden.”
Raum: „Uns hat die Idee gefehlt”
Marcel Schäfer (Geschäftsführer Sport RB): „Das war in sehr vielen Bereichen zu wenig. Die Ausfälle sind dafür keine Ausrede. Wir hatten genügend Spieler auf dem Platz, die auf Klub- und Nationalmannschaftsebene bereits gezeigt haben, was sie können. Deshalb habe ich eine deutlich andere Leistung erwartet. Wir haben den Ball zu langsam zirkulieren lassen und unsere Außenspieler nicht in die entscheidenden Eins-gegen-eins-Situationen gebracht. Dazu war auch unsere Boxbesetzung nicht gut genug. Viel Ballbesitz, zahlreiche Ecken und Flanken sind schön und gut – entscheidend ist aber, was daraus entsteht. Gegen einen sehr tief stehenden Gegner haben wir zu wenige Lösungen gefunden. Das war ein richtiger Denkzettel – vielleicht auch zur richtigen Zeit.”
David Raum (Kapitän RB): „Bremen war eiskalt, griffig, sie haben ihre Chancen genutzt. Wir haben uns keine guten Chancen rausgespielt, Richtung Tor hat uns auch hier und da ein bisschen die Idee gefehlt. Und dann ist es hier schwer, weil sie halt auch einfach fleißig verteidigen mit ihren Fans im Rücken."”
Füllkrug erklärt Gegenpressing
Niclas Füllkrug (Torschütze Werder Bremen): „Werder macht es richtig, sie verkaufen die Spieler für viel Geld und holen sie dann günstig zurück. Das war heute die Reaktion, die wir brauchten – so, wie es sich gehört. Wir haben wahnsinnig viel Intensität auf den Platz gebracht, haben ihnen heute wenig Chancen gegeben, das Spiel zu gewinnen. Darauf können wir aufbauen. Diese Bereitschaft, füreinander zu arbeiten, sieht man als Zuschauer vielleicht gar nicht. Aber heute waren nach Ballverlust nach ein, zwei Sekunden schon wieder alle so im Gegenpressing, dass wir den Ball wiedergewonnen haben oder alle schon wieder im Vollsprint hinter dem Ball. Das macht viel aus, dann hast du viel engere Räume und nach Ballgewinn hast du eine viel bessere Position und dann sieht es irgendwann so aus, als hättest du einen Mann mehr auf dem Platz. So hat es sich heute angefühlt.”
Eren Dinkçi (Torschütze Werder): „Es war sehr schön. Ich habe ein Tor geschossen, wir haben drei Punkte hierbehalten. Besser geht es nicht. Es war sehr emotional für mich. Ich habe es nie verheimlicht, dass es schon immer ein Traum von mir war, hier zu treffen. Umso schöner, dass es geklappt hat. Der Matchplan war mit einer gewissen Intensität aufzutreten. Wir sind früh vorne raufgegangen und das wurde belohnt. Es gab auch Phasen, wo wir tiefer standen, trotzdem war die Intensität vorhanden, sodass wir wenig zugelassen haben. Die geschlossene Mannschaftsleistung müssen wir in die nächsten Spiele mitnehmen.“