RB-Strategie für den Harten Herbst Demichelis machts wie Klopp
RB Leipzigs Trainer Martin Demichelis nimmt sich Jürgen Klopp zum Vorbild: Wie der Bundestrainer innerhalb weniger Tage eine Leistungssteigerung herbeiführte, könne als Blaupause für die Englischen Wochen bei RB taugen.

Leipzig/dpa/ukr – Der unter Druck stehende Trainer Martin Demichelis nimmt sich bei RB Leipzig ein Beispiel an Jürgen Klopp. „Deutschland hat gegen Griechenland zuletzt ein sehr gutes Spiel gemacht. Sie haben in wenigen Tagen eine brutale Entwicklung genommen. Wie? Durch Besprechungen, Video, Kleinigkeiten”, sagte der Coach einen Tag vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt (18.30 Uhr/Sky).
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„Eine Mannschaft in kürzester Zeit umdrehen”
Im Oktober stehen für Leipzig noch sieben Spiele an, Zeit für Training bleibt kaum, da sich Englische Wochen abwechseln. Deshalb verwies Demichelis, der mit nur zwei Siegen aus vier Spielen in die Fußball-Bundesliga gestartet ist, auf den neuen Bundestrainer. Auch in kurzer Zeit seien große Verbesserungen möglich.
Das ist übrigens auch ein Credo des neuen globalen Fußballchefs von Red Bull, Roger Schmidt. Der 59-Jährige implementierte die Grundlagen seines „High intensity footballs” einst in China bei Bejing innerhalb einer Woche. Das genügte, um am nächsten Wochenende ein Topspiel zu gewinnen. Bei der Matchplan-Konferenz an der Deutschen Sporthochschule Köln vor einem Jahr hatte Schmidt betont: „Es ist möglich, eine Mannschaft innerhalb kürzester Zeit komplett umzudrehen.”
„Gegen den Ball viel zu verbessern”
Während der dreiwöchigen Länderspielpause hatte Demichelis viel Zeit zur Analyse. „Wir machen viele gute Dinge mit dem Ball, gegen den Ball haben wir viel zu verbessern”, lautet sein Urteil. Einer umfassenden Analyse der Videoabteilung folgte an diesem Mittwoch eine lange Videobesprechung der gesamten Mannschaft mit „klaren Prinzipien, klarer Idee, klaren Szenen”, so der Trainer. „Unser Gefühl ist gut und klar, jetzt fehlt nur, ein gutes Spiel gegen eine gute Mannschaft wie Frankfurt zu machen.”
Eine feste Rotationsstrategie hat Demichelis nicht im Kopf. „Das ist nicht klar, wir müssen mit den Abteilungen der Physios und Athletiktrainer quatschen, danach richten wir die Gedanken auf PSV.” Er würde nie einen Wechsel vornehmen, weil er das Spiel am kommenden Dienstag im Kopf habe, so Demichelis. „Wichtig ist, gegen Frankfurt ein komplettes, gutes Spiel mit und gegen den Ball zu machen – von Anfang an.”
Freistellung nach Frankfurt kein Thema
Selbst wenn das gegen Frankfurt misslingen sollte, ist eine Freistellung von Demichelis auch bei einer Niederlage gegen Frankfurt kein Thema. Vielmehr kommt es auf die Leistung der Mannschaft an. Schon am Dienstag folgt die PSV Eindhoven in der Champions League, dann stehen Spiele in München und Madrid an. Danach werden die Karten neu gemischt. Als Ersatzkandidat wird bereits Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann gehandelt. Doch das Gerücht könnte sich in Luft auflösen, wenn Demichelis mit dem Klopp-Rezept die Kurve kriegt.