"Mit Julian wären wir schon Meister" Nagelsmann-Comeback bei RB: Das spricht dafür - und das dagegen
Julian Nagelsmann wird bei RB Leipzig wieder als möglicher Trainer gehandelt. Der frühere Erfolgscoach hat einen mächtigen Fürsprecher im Red-Bull-Konzern. Doch es gibt einen guten Grund, der gegen eine Rückkehr des 39-Jährigen spricht.

Leipzig/hen – Die nächsten Spiele haben es in sich für RB Leipzigs Trainer Martin Demichelis, der den Job im Sommer vom zuvor erfolgreichen RB-Coach Ole Werner übernommen hat, einen Einstand mit Höhen und Tiefen hinlegte, und jetzt am Stück in Liga, Pokal und Champions League auf Frankfurt (morgen, 18.30 Uhr), Eindhoven, die Bayern, Real Madrid, Elversberg, Essen und Schalke 04 trifft.
Auf Normalgröße geschrumpft
Nach drei Siegen und drei Niederlagen in den vergangenen Wochen wackelt der Posten des Argentiniers, was naturgemäß Spekulationen über einen Nachfolger nach sich zieht. Eine davon betrifft eine mögliche Job-Übernahme durch Julian Nagelsmann, ehedem Deutschlands Trainer-Wunderkind, der nach drei Jahren als Bundestrainer und einem viel kritisierten Vorrunden-Aus bei der WM diesen Sommer mittlerweile auf Normalgröße geschrumpft - und aktuell ohne Job ist.
Wie man so hört (und lesen kann), sind einige RB-Funktionäre ganz angetan von der denkbaren Option, den früheren RB-Coach zurückzuholen. Konkrete Gespräche gebe es aber noch nicht. A) weil Demichelis noch Vertraunen genießt. Und B) weil Nagelsmann gern in die Premier League wechseln würde.
Mintzlaff ein großer Nagelsmann-Fan
Aber, in der Bundesliga wäre Rasenballsport eine Station ohne Konkurrenz für Nagelsmann, der besonders in Fuschl am See sehr geschätzt wird. In Fuschl am See steht der Hauptsitz von Red Bull, Besitzer der Profiabteilung von RB Leipzig und Arbeitgeber von CEO Oliver Mintzlaff, der ein großer Nagelsmann-Fan ist. Sky hat diesen Eindruck unter der Woche bestätigt.
Der junge Fußballlehrer war schon mal in Leipzig Trainer gewesen, von 2019 bis 2021. Damals gewann er mit RB die Vizemeisterschaft, stieß während Corona bis ins Halbfinale der Champions League vor und hinterließ bei Mintzlaff den Eindruck, dass „wir mit Julian längst schon Meister geworden wären“.
Unbedachte Äußerungen
Sommer 2021 ließ sich Nagelsmann aber von den Bayern umgarnen und wechselte zu seinem Kindheitslieblingsklub, bei dem er nicht mal eineinhalb Jahre später aber entlassen wurde. Anschließend warb ihn 2023 der DFB an, der Rest besteht aus einer kleinen EM-Euphorie 2024 und einer Reihe unglückseliger Aussagen zum WM-Titel und Talent wie Unvermögen seiner Spieler.
In diese Riege von unbedachten Äußerungen fallen allerdings auch Aussagen, die eine mögliche Rückkehr zu RB erklärbar machen würden. Sommer 2025 nahm Nagelsmann im Leipziger Zoo an einer Trainertagung teil und sagte damals, dass er das Gefühl habe, womöglich zu früh von RB weggegangen zu sein. "Es gibt ja auch Spieler, die Fehler machen, weil sie zu früh wohin wechseln. Ich hab es vielleicht auch gemacht. Ich weiß jetzt nicht, ob es ein Fehler war, zu Bayern zu gehen", sagte Nagelsmann.
Wenige Monate später, im Rahmen eines Länderspiels in Leipzig, sagte er: "Ich hatte eine überragende Zeit hier. Ich habe es geliebt, hier Trainer zu sein". RB Leipzig sei "ein toller Verein, ich hatte ein cooles Trainerteam, tolle Chefs. Leider waren es nur zwei Jahre – selbstverschuldet –, die trotzdem wunderschön waren."