„Nicht Deine Entscheidung” RB-Topscorer spricht über Ohnmacht bei Millionen-Transfers
Antonio Nusa ist derzeit RB Leipzigs Topscorer. In einem Interview hat er sich unverblümt über das Millionenspiel auf dem Transfermarkt und Trainer Martin Demichelis geäußert.

Leipzig/ukr – Antonio Nusa ist einer der wenigen Spieler bei RB Leipzig, die in dieser Saison konstant Leistung gebracht haben. In der Bundesliga hat er bereits zwei Tore selbst erzielt und zwei Tore geschossen; eine Vorlage gelang ihm im Pokal. Damit ist er aktuell der Topscorer von RB. Auch beim schwachen 0:2 bei Bayer Leverkusen gehörte er noch zu den Besseren.
„Das Beste daraus machen”
Dabei hätte RB den Norweger sicher abgegeben, wenn Yan Diomande nicht verkauft worden beziehungsweise ein adäquat hohes Angebot für ihn eingegangen wäre. Noch beim RBlive-Interview kurz vor Ende der Transferphase wusste Nusa nicht sicher, ob er tatsächlich in Leipzig bleiben darf. „Ich bin hier und bereit für das Spiel am Samstag”, hatte er kurz vor dem Saisonstart gegen Werder Bremen geantwortet. Mehr durfte er offiziell nicht sagen.
Im Sport-Bild-Interview (Print) nun äußerte er sich konkreter zur Ohnmacht, die man als Spieler angesichts der Millionensummen auf dem Transfermarkt spürt. Was gezahlt werde, sei „teilweise schon Wahnsinn”, so Nusa. „Wenn ein Verein sagt: 50, 60 oder 100 Millionen Euro Ablöse – das ist nicht deine Entscheidung als Spieler, sondern die der Klubs. Du musst es akzeptieren und das Beste daraus machen – und dich nicht verrückt machen lassen.” Das klingt nicht nach der Freiheit, die man als 21-Jähriger bei der Wahl des Arbeitgebers haben sollte.
„Man hat darüber als Spieler keine Kontrolle”
Heißt übersetzt: Wenn RB das Geld für Transfereinnahmen gebraucht hätte, wäre Nusa weg gewesen. Ganz unabhängig davon, ob er den Klub tatsächlich hätte verlassen wollen und ob das sportlich für ihn Sinn gemacht hätte. „Die Preisgestaltung liegt nicht in meiner Hand. Und am Ende hat man darüber als Spieler auch keine Kontrolle”, betonte Nusa.
Dass er nun in Leipzig bleiben durfte und zum großen Karrieresprung ansetzt, kommt seiner Entwicklung zugute. „Ich bin als ganz junger Kerl hierhergekommen und habe jetzt in dieser Phase das Gefühl, dass ich reifer werde, meine Erfahrungen immer besser einbringe, alles zusammenfüge und hoffentlich in dieser Saison ein noch kompletteres Gesamtpaket bieten kann als zuvor”, hatte er im RBlive-Gespräch gesagt. „Ich möchte noch torgefährlicher werden und mein volles Potenzial ausschöpfen. Ich bin auf einem guten Weg, das spüre ich.” Dieser Ansage ließ er bereits Taten folgen.
Nusa über Demichelis: „Ich liebe ihn”
Übrigens: Nusa schwärmt regelrecht vom umstrittenen Trainer Martin Demichelis. „Ich liebe ihn!”, sagte er. Der Aregntinier habe ein gutes Gefühl für die Spieler. „Er weiß, was wir brauchen.” Und weiter: „Mir gefällt vom ersten Tag an seine Energie, die er einbringt, seine Art, Fußball zu spielen, und auch, wie er meine Rolle sieht.” Es sei „großartig”, ihn in Leipzig zu haben.