RB Leipzig

RB verabschiedet sich auf der Festwiese in den Urlaub: „Gänsehaut hoch und runter“

26.05.2019, 18:31
Danke, Ralf: Der RB-Kader auf dem Fanfest.
Danke, Ralf: Der RB-Kader auf dem Fanfest. dpa/Jan Woitas

Auch das Fanfest zahlte seinen Tribut für die Niederlage von RB Leipzig Samstagabend im Pokalfinale gegen den FC Bayern München: Es fiel kleiner aus, als angedacht, für den Fall, dass die Sachsen den Pokal gewinnen würden.

Aber immerhin: Gut 5000 bis 6000 RB-Fans standen Sonntagnachmittag nocheinmal dicht beieinander, als die Mannschaft und ihr Trainer- sowie Betreuerstab gegen 15 Uhr auf der Festwiese eintrafen und sich gemeinsam von der Saison und ihrer Anhängerschaft verabschiedeten.

Jeder Spieler wurde einzeln auf die Bühne gerufen – und zur freudigen Überraschung aller: auch Dominik Kaiser, Ex-Kapitän und mehrfacher Aufstiegsheld, der vergangenen Sommer zu Bröndby IF gewechselt ist. „Domme“ war mit der Mannschaft im Zug nach Leipzig gefahren und bestieg als petit surprise das Podest, auf dem die Spieler und Betreuer einen Halbkreis gebildet hatten – mal mehr, mal weniger geschafft von der bitteren Pleite in Berlin und einer trotzdem langen Nacht in der Herbergsdisko des Hilton am Gendarmenmarkt, wie Yussuf Poulsen verriet. Hell sei es gewesen, als er die Feier verließ. Notgedrungen. „Wir waren die Letzten.“

Am Ende ergriff Ralf Rangnick das Mikrofon und versuchte die Nacht zuvor einzuordnen. „Wir waren gestern abend schon sehr bedröpplt“, sagte er, „weil wir gespürt haben, dass mehr drin war. So viele Chancen, die wir uns erspielt haben, hatte ich nicht erwartet. Es ist schade.“ Aber „heute morgen fühlt es sich nicht mehr ganz so schlimm an und in ein paar Tagen wird überwiegen, dass wir eine fantastische Saison gespielt haben.“

RB-Fanfest: Ralf Rangnick muss eine Träne verdrücken

Für Rangnick war diese Rede auch ein kleines Goodbye, denn der Trainer wird für Julian Nagelsmann beiseite treten und auf seinen Sportdirektorenposten zurückkehren. In welcher Funktion, ist noch unklar. Aber das soll in den kommenden Tagen besprochen werden – so wie wohl auch die unmittelbare Zukunft von Timo Werner, der vielleicht das letzte Mal dem Leipziger Publikum winkte. Die Bayern sollen Interesse an einer Verpflichtung haben.

Diese Gemengelage, so Rangnick, treibe ihm „eine Träne in die Augen“. Sie gelte aber vor allem der Entwicklung „der Jungs hinter mir. Davon haben sieben mit uns vor drei Jahren den Aufstieg geschafft. Das kann kein andere Bundesligist von sich sagen.“ Ein Stoffbahn wurde währenddessen hinter ihm hochgezogen, drauf stand „Danke, Ralf!“, was der Gerührte an die Fans vor ihm weiterreichte: „Abschließend möchte ich mich bei euch, den Fans bedanken. Was da gestern in Berlin auf der Tribüne los war: Gändehaut hoch und runter. Ganz, ganz großartig, wie ihr Leipzig vertreten habt.“