xaver schlager"Mit Siegen hat man ständig Energie"

Von Martin Henkel Aktualisiert: 11.11.2022, 13:19
RB-Dauerläufer Xaver Schlager (l.).
RB-Dauerläufer Xaver Schlager (l.). (imago/picture point le)

Noch ein Spiel, das in Bremen am Samstag, dann geht diese Saison in die WM-Pause. Auf die Profis, die nicht beim Turnier dabei sind, warten Wochen ohne Spiele unter der Woche, am Wochenende. Lange Wochen?

Je nachdem. Xaver Schlager kann dem "Break" was abgewinnen. Gleichzeitig ist der Österreicher einer der Spieler im Kader von RB Leipzig, der immer auf dem Platz steht, keine Partie weglässt, läuft, ackert, nie stillsteht. Als hätte er größere Energiereserven als andere, die sich mit jeder Englischen Woche mehr aufladen. Der defensive, zentrale Mittelfeldspieler (25) stand den Journalisten nach dem 3:1 gegen den SC Freiburg Rede und Antwort.

Kommt für Sie die Pause zu rechten Zeit?
Xaver Schlager: Die ersten Wochen mit solch hoher Belastung sind zäh, aber irgendwann gewöhnt sich der Körper dran. Mittlerweile ist das okay. Ich persönlich fühle mich ganz gut, mein Körper macht keine großen Probleme.

Fußballprofis sind es gewohnt, dass sie bis kurz vor Weihnachten spielen. Wie fühlt sich die vorgezogenen Pause an?
Schlager: Komisch. Wir haben Mitte November, normalerweise sind wir voll drin in der Hinrunde, und plötzlich kommt der Break. Ich habe das noch gar nicht richtig realisiert, dass es jetzt so abrupt vorbei ist für dieses Jahr.

Sie haben neun Englische Wochen mit nur einem Länderspielpause gespielt. Sehnen Sie sich nicht nach Ruhe?
Schlager: Stimmt, die vielen Englischen Wochen waren anstrengend, aber gefühlt sind's vorbeigegangen wie zwei Wochen und nicht wie acht, neun. Mit Siegen hat man ständig Energie. Das gibt einem Kraft und man will immer weitermachen.

Stimmg bei RB "sehr sehr gut"

RB hat von den vergangenen zwölf Spielen keines verloren bei zehn Siegen und zwei Remis. Wie trägt das zur Gesamtverfassung bei?
Schlager: Die Stimmung ist sehr, sehr gut. Beim Training, bei den Spielen, jeder zieht mit, jeder gibt Vollgas. So macht Fußball Spaß.

Es ist bei Serien wie der von RB oft die Rede von "Welle des Erfolges", auf der man surft, oder "der Flow", der einen trägt. Wie muss man sich dieses Phänomen vorstellen?
Schlager: Man hat sehr viel Selbstvertrauen, vieles gelingt, man fühlt sich energiegeladen. Dann scheint man tatsächlich ein bisschen durch die Spiele zu schweben.

Schon jemals so lange frei gehabt?
Schlager: Na ja, frei haben wir ja nicht gleich. Wir werden weiter trainieren und haben, glaube ich, auch noch eins, zwei Testspiele. Und ja, ich kenne das aus Österreich. Dort sind immer vier, fünf Wochen Winterpause. Deswegen ist das nichts Neues.

Was macht man?
Schlager: Das Cleverste ist, man fliegt ins Warme. Oder geht ins Kalte, das werde ich machen. Bißchen Skifahren oder solche Sachen machen. Die Heimat genießen, Akkus aufladen. ich finde das gut, denn dann hat man im März nicht das Gefühl, dass die Luft raus ist.

Schlager: "Wir haben noch nichts erreicht"

Die lange Pause könnte auch eine Zeit der Einkehr, des ersten Rückblick sein?
Schlager: In der Mitte der Saison zieht man keine Bilanz. Wir haben noch nichts erreicht. Das kann man am Ende der Saison machen - oder nach der Karriere. Fußball ist Tagesgeschäft, es geht immer weiter.

In Bremen wartet die letzte Partie der Saison. Was wird den Ausschlag geben?
Schlager: Neben dem Matchplan ist das in jedem Spiel gleich. Du musst die Intensität hochhalten, tatktisch gut drauf sein und du musst dem Gegner deinen Plan aufdrängen. Der Gegner hat ja auch immer einen. Aber wenn du deinen besser ausführst, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du gewinnst.

Nach den Winterferien beginnt Ende Januar die Saison, wenige Wochen später kommt es zum Achtelfinale mit Manchester City in der Champions League. Hat RB eine Chance?
Schlager: Es ist ein bisschen früh, um darüber zu reden. Jeder kennt deren Qualitäten. Gefühlt sind sie die letzten Jahre immer Meister geworden, es sei denn Liverpool hat mal 100 Punkte gemacht. Eine der besten Teams der Welt. Aber wir können auch was.