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  5. Rocco Reitz bei RB Leipzig: Typ mit Empathie und Lust auf Verantwortung

„Teilweise schon happig” Typ mit Empathie und Lust auf Verantwortung

In Rocco Reitz verpflichtete RB Leipzig nicht nur einen hervorragenden Fußballer, sondern auch einen starken Typen, der nicht kneift, wenn es darauf ankommt und sich in den Wind stellt.

Von Ullrich Kroemer 21.07.2026, 11:03
„Ich war immer schon der, der sich als Erster freiwillig gemeldet hat”: Rocco Reitz.
„Ich war immer schon der, der sich als Erster freiwillig gemeldet hat”: Rocco Reitz. (Foto: Picture Point LE)

Leipzig/ukr – Noch schuftet RB Leipzigs Mittelfeldzugang Rocco Reitz an seinem Comeback und kann derzeit bis auf Weiteres nur individuell trainieren; nur bei den Videositzungen ist er bereits mit seinem neuen Trainer Martín Demichelis und dem gesamten Team zusammen. 

Doch wenn der 24-Jährige erst einmal vollständig fit ist, kann sich RB Leipzig nicht nur auf einen exzellenten Fußballer freuen, der Qualität am Ball mit Lust am Pressing und Gegenpressing vereint. Sondern vielmehr auch auf einen Typen mit Charakter, der regelrecht Lust darauf hat, Verantwortung zu übernehmen. 

Lebensthema Verantwortung

In einem Interview berichtete Reitz, dass er die Sehnsucht nach Verantwortung schon seit dem Kindes- und Jugendalter in sich trage. Schon früh habe er „Unbedingt die Verantwortung für mich selbst tragen” wollen. „Ich war auch immer schon der, der sich als erster freiwillig gemeldet hat, wenn es darum ging Dinge mit Freunden oder der Familie zu organisieren. Ich habe mich immer gerne gekümmert”, so Reitz. „Ich denke, die Lust daran, Verantwortung zu übernehmen, muss aus einem selbst kommen. Das ist nichts, wozu du dich selbst zwingen kannst, wenn du da eigentlich keine Lust drauf hast.”

RB bekommt also einen Spieler, der intrinsisch motiviert ist, Verantwortung für die Gruppe zu tragen, sich auch dann zu stellen, wenn es nicht gut läuft. So viele gibt es davon nicht im Kader. Das bewies er als junger Vize-Kapitän der Gladbacher „Fohlen” in der Vorsaison, als er das Team de facto die gesamte Saison hinweg aufs Feld führte.

„Zeitweise schon happig”

„Kapitän zu sein ist nie einfach in jungen Jahren, das war zeitweise schon happig, aber für meine charakterliche Entwicklung hat mir das gutgetan”, sagte Reitz. Er habe gerade aus den schweren Monaten, als die Gladbacher akut abstiegsbedroht waren und er in vorderster Front stand, viel mitgenommen. „Man muss seine Arbeit erledigen, vorneweg gehen, für Mitspieler Verantwortung übernehmen. Der Kapitän ist gerade für die jungen Mitspieler das größte Vorbild, weil jeder genau darauf schaut, was du machst.” Er habe sich in die Rolle hineinentwickelt – ein Prozess, der ihm jetzt auch bei RB zugutekommen wird, um auch in Leipzig in eine Führungsrolle hineinzuwachsen.

Reitz präsentierte sich bei seiner Vorstellung empathisch, authentisch und reflektiert und berichtete ehrlich und sensibel auch über schwierige Phasen. Etwa die Anfeindungen, die ihm in Gladbach entgegenschlugen, als sein Wechsel recht früh in der Rückrunde bekanntgegeben wurde. „Ganz spurlos geht das nicht an einem vorbei”, bekannte er. Um das zu verarbeiten, brauche es ein stabiles Umfeld. „Meine Familie, meine Frau, meine Kleine, meine Eltern und mein Bruder haben mir da sehr geholfen”, sagte er. 

Neues Magisches Dreieck in Leipzig

Reitz war klar, dass es harsch Kritik an seiner Entscheidung geben würde, sich persönlich weiterentwickeln zu wollen. Doch für seinen Traum von der Champions League und der möglichen Berufung in die A-Nationalmannschaft zog er den Wechsel durch. Gerade das neue magische Leipziger Dreieck aus Reitz, Assan Ouédraogo und Brajan Gruda macht das Projekt umso interessanter.