So geht es Ex-Rb-Trainer in England Sechs Spiele ohne Sieg, jetzt Klatsche gegen Chelsea: Rose vor dem Aus?
Marco Rose erlebt beim AFC Bournemouth einen historischen Fehlstart. Nach dem 1:5 gegen Chelsea wächst der Druck auf den Ex-RB-Trainer. Doch ausgerechnet sein Vorgänger liefert ein Argument gegen eine schnelle Entlassung.
Leipzig/Bournemouth/hen – Marco Rose erlebt beim AFC Bournemouth einen historischen Fehlstart. Nach sechs Spieltagen in der Premier League wartet der frühere Trainer von RB Leipzig weiter auf seinen ersten Sieg. Nur drei Punkte versenken den Vorjahressechsten auf Rang 17 im Tabellenkeller. Nach der deutlichen 1:5-Niederlage beim FC Chelsea musste sich der 50-Jährige nun erstmals öffentlich zu einer möglichen Trainerdiskussion äußern.
„Ich kenne dieses Geschäft“, sagte Rose gegenüber Sky Sports. „Es liegt nicht an mir, wann Gerüchte über den Trainer aufkommen. Ich kann damit umgehen.“ Er sei weiterhin überzeugt von seiner Mannschaft und der gemeinsamen Arbeit. „Jetzt liegt es an uns, zu beweisen, dass wir mit dieser Situation umgehen können.“
Rose erlebt Debakel gegen Xabi Alonso
Beim FC Chelsea von Ex-Bundesliga-Trainer Xabi Alonso /Leverkusen) geriet Bournemouth bereits nach 149 Sekunden mit 0:2 in Rückstand. Jordan Henderson (2.) und Morgan Rogers (3.) trafen für die Londoner, die durch João Pedro (46., 67.) und erneut Henderson (70.) auf 5:1 erhöhten. Evanilson (51.) gelang lediglich der zwischenzeitliche Anschlusstreffer.
Rose räumte anschließend erhebliche Mängel ein. „Wir waren nicht bereit, nicht wach genug“, sagte der gebürtige Leipziger. Selbst das Pressing habe nicht den Ansprüchen seines Klubs entsprochen. In den fünf vorherigen Ligaspielen habe Bournemouth dagegen überwiegend gute Leistungen gezeigt.
Schon vor Wochen ein Negativrekord
Bereits nach dem dritten Spieltag hatte Rose mit seinem Team einen Negativrekord aufgestellt. Erstmals in der Geschichte der Premier League war eine Mannschaft in ihren ersten drei Saisonspielen jeweils in Führung gegangen, ohne eine Partie zu gewinnen. Nach vier Spieltagen hatte Bournemouth bereits neun Punkte aus Führungspositionen verspielt.
Eine ähnliche Schwäche hatte Roses letzte Saison bei RB Leipzig geprägt. Auch damals gab seine Mannschaft wiederholt Führungen aus der Hand.
Roses Vorgänger überstand noch längere Krise
Allerdings zeigt ein Blick auf Roses Vorgänger Andoni Iraola, dass Bournemouth bei Trainerentscheidungen Geduld aufbringen kann. Der Spanier war bei seinem Amtsantritt 2023 sogar neun Premier-League-Spiele sieglos geblieben und hatte ebenfalls nur drei Punkte geholt.
Damals gab es bereits Berichte über eine mögliche Entlassung. Bournemouth hielt trotzdem an Iraola fest. Der Spanier gewann am zehnten Spieltag seine erste Partie und führte den Klub später bis auf Platz sechs und erstmals in einen europäischen Wettbewerb.
Chance zur Trendwende gegen Sunderland
Konkrete Hinweise auf eine unmittelbar bevorstehende Trennung von Rose gibt es bislang nicht. Einen Erfolg konnte der ehemalige RB-Coach mit Bournemouth immerhin schon feiern: Mitte September gewann die Mannschaft ihre Europapokal-Premiere bei Real Sociedad mit 2:1.
Die nächste Gelegenheit zur Trendwende in der Premier League bietet sich Rose am 18. Oktober im Heimspiel gegen Sunderland. Danach wartet Leipzigs Champions-League-Gegner im Dezember, Manchester United.