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Orban spricht Klartext Debakel in Como: Woran das RB-Spiel gerade krankt

RB Leipzig hat die Basis seines Spiels noch nicht gefunden: das Pressing-Gegenpressing-Spiel. Routinier Willi Orban weiß genau, woran es gerade hakt. Er kann das derzeit besser erklären als Trainer Martin Demichelis.

Von Ullrich Kroemer 11.09.2026, 05:00
„Die Art und Weise schmerzt”: Willi Orban.
„Die Art und Weise schmerzt”: Willi Orban. (Foto: Jan Woitas/dpa)

Como/ukr – Willi Orban ist schlachtenerprobt, der langjährige RB-Kämpe weiß genau, woran es im RB-Spiel mangelt und spricht das auch unverblümt aus. Nach dem 1:4 von RB Leipzig in der Champions League beim erstaunlich reifen Neuling Como 1907 mussten die Themen aber auch auf den Tisch. Sieben Gegentore in zwei Spielen – das hat schließlich nichts mit dem Anspruch von RB zu tun. „Die Art und Weise schmerzt, so hoch zu verlieren”, räumte der Führungsspieler ein. 

Lesen Sie hier: So lief das Spiel RB gegen Como in der Youth League

Also stellte sich Orban und legte den Finger in die Wunde. „Sie waren mindestens eine Klasse besser als wir – zumindest im Spiel mit dem Ball”, befand der Routinier. „Die Automatismen fehlen noch, wir müssen uns schnell raffen.”

Zahnlos wie 2022/23 unter Tedesco

Vor allem aber hat RB derzeit Probleme in seiner Kernkompetenz – dem Pressingspiel. Das ist die Basis jedes erfolgreichen Leipziger Spiels. Schließlich hatten die Red-Bull-Bosse im Sommer ohne Not den Trainer ausgetauscht, um noch aggressiveres und intensiveres Spiel gegen den Ball zu etablieren. Doch aktuell ist die Mannschaft davon weit entfernt. Vielmehr wirkt das Defensivverhalten so zahnlos wie zu Beginn der zweiten Saison unter Ex-Trainer Domenico Tedesco, als das Team erst vier Gegentore in Frankfurt fing und danach vier gegen Schachtjor Donezk und Tedesco nach nur fünf Bundesligaspielen seinen Hut nehmen musste.

„Uns haben die Intensität, die Abstände und die nötigen Zweikampfwerte gefehlt”, ärgerte sich Orban. „Wir sind zu jugendlich, nicht clever genug. Ganz ohne Körperlichkeit geht es nicht.” Der Innenverteidiger geht in seine zwölfte Saison bei RB Leipzig, er weiß genau, worauf es dabei ankommt. Und schließlich verwendete der neue Trainer Martin Demichelis einen Großteil der Vorbereitung auf dem möglichst intensiven Pressingspiel. Gerade im Trainingslager war das aggressive Ballerobern immer wieder geübt worden. Warum also läuft es nicht?

„In der Champions League muss jeder Schritt sitzen”

„Es ist schon ein Unterschied, ob du Pressing im Training übst oder unter Wettkampfbedingungen – gerade in der Champions League. da muss jeder Schritt sitzen, die Intensität, die Zweikampfhärte. Das hat heute nicht gesessen”, sagte Orban. Ebensowenig wie gegen Bremen. „Auf diesem Niveau kannst du so nicht verteidigen”, sagte Trainer Demichelis konsterniert. „Wir hätten eine bessere Struktur gegen den Ball gebraucht.”

Dazu kommen Unzulänglichkeiten im Kreativspiel, wenn RB Ballbesitz wie im Handball hat, aber nicht erkennbar ist, worauf dieser Ballbesitz abzielt. „Wir müssen die Abläufe schärfen, mutiger, die Positionierung passt noch nicht – das sind die Kleinigkeiten, die den Spielfluss nicht zustande bringen. Auch da müssen wir noch draufpacken”, mahnte Orban.

Und natürlich spielt auch die mangelnde Abstimmung mit den vielen Neulingen eine Rolle – ebenso wie die Zahl der Verletzten gerade im Offensivbereich. Als Assan Ouédraogo und Brajan Gruda ihre Comebacks gaben, wurde das RB-Spiel deutlich zielstrebiger.