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Das RB-Jahr 2022 in Bildern – Teil 2Krücken-Pete trifft auf Phantom: Die Leipziger Achterbahnfahrt 2022 in Bildern

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer 31.12.2022, 11:21
Sinbild für Leipzigs Comeback in der zweiten Jahreshälfte: Maskenmann Gvardiol und Turbanfighter Orban
Sinbild für Leipzigs Comeback in der zweiten Jahreshälfte: Maskenmann Gvardiol und Turbanfighter Orban (nordphoto)

Es gab schon außergewöhnliche Jahre in der noch jungen Geschichte von RB Leipzig. Doch 2022 sticht aus vielerlei Gründen hervor. Auf eine erste trubulente Halbserie mit dem Pokalsieg als Höhepunktz folgte eine nicht minder wilde zweite Jahreshälft: Pokalheld Domenico Tedesco musste seinen Spind räumen, Marco Rose übernahm und richtete das Team wieder auf. Es folgten Siege am Laufband, ein Achtungserfolg gegen Real Madrid - und Bilder, die sinnbildlich stehen für das Comeback der Sachsen in der Meisterschaft und der Champions League, die wir für euch aufbereitet haben. Hier kommt Teil 2

„Vier Glocken – da kommst du vom Glauben ab“, stöhnte Domenico Tedesco bei seinem letzten öffentlichen Auftritt in Diensten von RB. Gemeint waren vier Gegentore zum Champions-League-Auftakt daheim gegen Schachtjor Donezk im Frühherbst. Die Anhänger im Fanblock drehten der Mannschaft nach dem 1:4 demonstrativ den Rücken zu – und Tedesco war tags darauf nach nur 272 Tagen im Amt Geschichte. In der RB-Historie hat der eher stille Italo-Schwabe dennoch einen festen Platz, weil er mit Rasenballsport im DFB-Pokal den ersten großen Titel errang. Und doch war die Trennung notwendig, weil er die Ballbesitzschraube mächtig überdrehte.

Die Verwandlung: Nur zwei Tage hatte Marco Rose nach seiner Amtsübernahme Zeit, die ratlosen und gehemmten Leipziger zu entfesseln und auf seinen Ex-Klub Borussia Dortmund einzuschwören. Beim 3:0 zeigten die Leipziger dann eine verblüffende Auferstehung, wohl der größte Kontrast zwischen zwei Spielen in der RB-Geschichte. Wie „Wiener Walzer” habe Leipzig unter Tedesco gespielt, hatte Alt-Schleifer Eduard Geyer kritisiert. Rose brachte vom einen Tag auf den anderen den Punk in die Stadt und zelebrierte beim 3:0 an der Seitenlinie Heavy Metal mit Amadou Haidara.

Die Knieverletzung von Peter Gulacsi gehört ohne Zweifel zu den RB-Ereignissen des Jahres, weil sie dem Negativlauf der ersten Rückrunden-Wochen die Krone aufsetzte. Zwar war da Marco Rose schon im Traineramt, doch für den RB-Keeper war der Höhepunkt einer auch persönlichen sportlichen Achterbahnfahrt noch nicht erreicht. Der Kreuzbandriss aus dem Hinspiel gegen Celtic Glasgow in der Champions League markierte ihn. Aus "Kraken-Pete" wurde "Krücken-Pete", der aber viel Rückhalt von Kollegen und Verein erhielt und von Janis Blaswich bislang exzellent vertreten wird. Weitere Bilder vom Ungarn zwischen den RB-Pfosten wird es nicht geben, sein Comeback ist erst für den Sommer anberaumt.

Sieg gegen den Giganten: Drei Treffer gegen Real Madrid muss man erstmal erzielen, und dann mit diesen drei Treffern auch noch gewinnen. RB gelang am letzten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase ein feiner Sieg gegen den amtierenden Königsklassenchampion, mit dem die Sachsen sich auch noch schnappab fürs Achtelfinale qualifizierten. Ein Achtungserfolg, der das Potenzial des Teams freilegte.  In dieser Verfassung muss RB auch keine Ehrfurcht vor dem nächsten Gegner ManCity haben.

Ein roter Luftballon gehört zu den ikonischen Utensilien des vergangenen RB-Jahres. Christopher Nkunku kramte ihn nach seinem Treffer zum 1:0 im Champions-League-Spiel gegen Schachtjor Donezk aus seinem Stutzen und blies ihn als Gruß an seinen Sohn auf. Das Bild vom Ausnahmespieler der Sachsen mit Ballon im Mund und ausgebreiteten Armen ging durch Europa und steht stellvertretend für die besonderen Momente, die der 25 Jahre junge Franzose vergangenes Jahr im Trikot seines Klubs am Fließband fabrizierte.

Orban mit Turban und „Phantom” Gvardiol: Wie die RB-Innenverteidiger gegen Niklas Füllkrug durchs Bremer Stadion flogen, stand sinnbildlich für die wiederentdeckte Leidenschaft im Leipziger Spiel. Um Gegentore zu vermeiden, rauschten beide schonmal so heftig zusammen, dass Gvardiol mit gebrochenem Nasenbein und Maske auflaufen musste. Die vormals löchrige RB-Abwehr wurde wieder zum Bollwerk, seit 13 Partien ist Leipzig ungeschlagen. Am 20. Januar beim Auftakt gegen den FC Bayern (20.30 Uhr) sind beide hoffentlich auch ohne Turban und Maske furchterregend.