RB Leipzig

Salzburgs Keeper Walke: „Da war auch Prestige dabei”

21.09.2018, 12:10
„Sicherlich war auch Prestige dabei”: Salzburgs Keeper Alexander Walke.
„Sicherlich war auch Prestige dabei”: Salzburgs Keeper Alexander Walke. imago/MIS

Die Salzburger Spieler standen nach dem 3:2 (2:0)-Erfolg im Prestigeduell gegen RB Leipzig mit breiter Brust vor den Mikrofonen. Trotz des Siegtreffers in letzter Minute betonten die Kicker, dass sie nicht nur gewonnen hätten, sondern auch fußballerisch überlegen gewesen seien.

Salzburgs Ramalho: „Überragendes Spiel gemacht”

Salzburgs Abwehrchef André Ramalho, erster Spieler, der von Red Bull Brasil nach Salzburg gewechselt war, sagte selbstbewusst: „Es war einfach hochverdient. Wir haben ein überragendes Spiel gemacht und die bessere Mannschaft hat gewonnen. Wir hatten die besseren Chancen und besser Fußball gespielt.”

Und auch Keeper Alexander Walke, einst bei Hansa Rostock und dem SC Freiburg, befand: „Man hat heute gesehen, dass wir doch ein bisschen anderen Fußball spielen als Leipzig. Wir waren in der ersten Halbzeit sehr mutig, haben von hinten heraus die Tore schön herausgespielt. Fußballerisch war das von uns ein bisserl besser.”

Die Gegentore nannte der Ex-Leverkusener Ramalho „blöd, da müssen wir besser aufpassen, die Führung nutzen, Ruhe bewahren und clever spielen. Aber das Wichtigste war, dass wir weiter Fußball gespielt haben und unserer Linie treu geblieben sind.” Walke analysierte: „Leipzigs Tore sind aus kleinen Fehlern von uns entstanden.”

Ramalho: „Haben gezeigt, welch eine überragende Mannschaft wir sind”

Dass sein Team anders als kürzlich gegen Roter Stern Belgrad in der Champions-League-Qualifikation nach dem 2:2 noch das 3:2 nachlegen konnte, freute Trainer Marco Rose besonders. „Wir haben in der Länderspielpause darüber geredet, dass wir mit Widerständen umgehen wollen, dass wir unser Spiel auf dem Platz 90 Minuten durchziehen wollen und mit unserer Körpersprache und mit unserem Auftreten zeigen wollen, dass wir mit Rückschlägen leben können”, erklärte Rose. „Wie die Mannschaft nach dem 2:2 weitergemacht und für den Sieg gearbeitet hat, spricht für sich. Wir haben heute einen großen Lerneffekt erzielt.”

Ramalho, der nur 1,82 Meter große Innenverteidiger, gab das Lob an den Trainer zurück: „Wir wussten ganz genau, wie sie auftreten. Unser Trainer hat uns heute den ein oder anderen Schwachpunkt gezeigt. Das haben wir sehr gut ausgenutzt.” Entscheidend aber sei gewesen, „dass wir unser Spiel durchziehen wollten. Wir haben gezeigt, welch eine überragende Mannschaft wir sind.”

Keeper Walke: „Sicherlich war auch Prestige dabei”

Die Bedeutung des Siegs im Duell der Red-Bull-Teams mochten die Salzburger verbal nicht allzu sehr hervorheben. „Klar, gibt es eine spezielle Bedeutung wegen des Umfelds und der vielen Medienberichte. Aber für uns sind es nur drei Punkte”, sagte Ramalho. Das wiederholte auch Walke, der aber eingestand: „Sicherlich war auch Prestige dabei.”

Doch was der Sieg für die Salzburger tatsächlich bedeutete, war gut zu hören und zu sehen, als sich die Spieler johlend und lachend am Teambus zusammenfanden, während die Leipziger noch mit langen Gesichtern nach Worten für das Debakel in der ersten Hälfte suchten. So ausgelassen sind selten Teams aus dem Leipziger Stadion abgereist. Hinterher soll die Salzburger Party noch in einem Leipziger Nachtklub weitergegangen sein. „Es haben nicht so viele erwartet, dass wir gewinnen. Aber wir haben im Team daran geglaubt und das ist entscheidend”, sagte Siegtorschütze Gulbrandsen mit Genugtuung.