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„An Scheinheiligkeit nicht zu überbieten” Union-Boss Zingler stichelt wieder gegen RB

Union Berlins Präsident Dirk Zingler nahm die Kritik an den Plänen der Fifa zum Anlass, um RB Leipzig zu kritisieren. Doch auch Union hat und braucht Investoren.

11.08.2026, 12:25
Entspannte Atmosphäre, kritische Töne: Unions Präsident Dirk Zingler im Trainingslager im Ennstal. 
Entspannte Atmosphäre, kritische Töne: Unions Präsident Dirk Zingler im Trainingslager im Ennstal.  (Foto: imago/Matthias Koch)

Irdning/Leipzig/dpa/ukr – Union-Präsident Dirk Zingler hat die deutsche Kritik am von Fifa-Präsident Gianni Infantino mittlerweile zurückgerufenen Investorenmodell moniert. „Das ist eine Diskussion, die an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten ist”, sagte der 61-Jährige in einer Medienrunde am Rande des Trainingslagers im österreichischen Irdning. „Ich kann mich daran erinnern, dass die Liga vor zwei, drei Jahren für die Vermarktung ihrer Rechte Investoren mit hineinnehmen wollte. Also eigentlich genau das gleiche Modell für ihren Spielbetrieb.”

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„Ideologische Empörung”

Zingler vermisst deshalb in Deutschland eine klare eigene Haltung, die nicht darin münden dürfe, „andere belehren zu wollen”. Der Unternehmer kritisiert „diese ideologische Empörung”, obwohl er selbst Infantino nicht schätzt und auch gegen die Einführung der Super League war. „Ich habe damals schon gesagt, diese Monster müssen sterben”, erklärte er.

Allerdings glaubt der Funktionär, dass diese Tendenzen nicht mehr aufzuhalten seien, da auch andere Sportarten ihre Wettbewerbe nur noch mit Hilfe externer Investoren durchführen: „Wir alten Fußballromantiker können uns gerne noch dagegen empören, aber ändern tun wir es nicht.”

Seitenhieb gegen RB Leipzig

Eine Änderung könne nur gelingen, wenn man bei der eigenen Liga anfangen würde, sagte Zingler und nahm erneut RB Leipzig ins Visier. „Bei uns spielen im Ligaspielbetrieb Kapitalgesellschaften mit. Einer hat gestern oder vorgestern noch 125 Millionen Euro eingenommen und eine Fußballgesellschaft gegründet, um sein Produkt zu bewerben”, sagte Zingler über den Transfer von Yan Diomande von RB Leipzig zu Real Madrid. „Wenn wir in Deutschland andere belehren, dann sollten wir erst einmal vor der eigenen Haustür kehren.”

RB-Gründervater Kölmel ist Union-Investor

Doch auch der 1. FC Union Berlin konnte nur überleben, weil ein Investor half: Michael Kölmel. Der Filmunternehmer ist noch immer an den TV-Geldern der Eisernen beteiligt und gewährt dem Klub ein dauerhaftes Darlehen in zweistelliger Millionenhöhe. Kurios: Kölmel war auch an der Entstehung von RB Leipzig maßgeblich beteiligt und verkaufte dem Klub schließlich das von ihm mitfinanzierte  Zentralstadion.

Weil Union sein Stadion in der Saison 2027/28 ausbauen wird, sucht der Klub derzeit laut Kicker-Bericht einen Investor für den Bau. Im Gespräch ist demnach ein Einstieg des Private-Equity-Unternehmens Bregal, der bis zu 100 Millionen Euro einbringen soll. Es sei bereits ein sogenanntes term sheet, eine Absichtserklärung, unterschrieben worden. RB spielt am 21. November bei Union Berlin.