„Spygate” bei Southampton Bewährungsstrafe für Ex-RB-Jugendtrainer Eckert
Der deutsche Trainer Tonda Eckert ließ im Frühjahr systematisch die Trainingseinheiten von Gegnern ausspionieren. Das kostete seinem Klub FC Southampton unter anderem die Chance auf die Teilnahme an der Premiere League. Nun wurde der Ex-RB-Coach auch persönlich verurteilt.

Southampton/sid/ukr – Der deutsche Teammanager Tonda Eckert ist wegen seiner Rolle im „Spygate”-Skandal um den FC Southampton mit einer sechswöchigen Sperre auf Bewährung und einer Geldstrafe von rund 33.000 Euro belegt worden. Der englische Fußballverband FA gab das Urteil am Mittwoch bekannt. Eckerts Arbeit beim englischen Zweitligisten bleibt damit unberührt, er darf weiter an der Seitenlinie der Saints stehen.
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Der 33-Jährige hatte im Frühjahr einen „ausgeklügelten und zielgerichteten Plan” zur Ausspähung gegnerischer Trainingseinheiten angeführt, wie eine unabhängige Kommission der English Football League (EFL) feststellte. Betroffen waren demnach der FC Middlesbrough, Oxford United und Ipswich Town. Southampton hatte die Vorwürfe eingeräumt.
Ausschluss aus den Playoffs und vier Punkte Abzug
Besonders wurde die Spionage-Affäre bereits im Mai: Nach dem Halbfinalsieg gegen Middlesbrough war Southampton aus den Championship-Playoffs um den Aufstieg in die Premier League ausgeschlossen worden, der unterlegene Gegner rückte nach. Für die laufende Saison wurden den Saints zudem vier Punkte abgezogen. Ohne die Strafe würde Southampton derzeit auf einem Play-off-Platz statt auf Rang 13 stehen.
Eckerts Verteidigung vor der FA war durchaus kurios: Bei seiner Befragung im Sommer gab der frühere Nachwuchstrainer von RB Leipzig an, nicht gewusst zu haben, dass das Ausspähen gegnerischer Teams in England gegen Regeln verstoße. Im europäischen Fußball sei diese Praxis weit verbreitet. Bereits im Juni hatte sich Eckert öffentlich entschuldigt, zuletzt bat er erneut um „Vergebung”.
Klubbesitzer Solak: „Einer der aufregendsten jungen Trainer Europas”
Rückendeckung erhält der Deutsche von Klubbesitzer Dragan Solak. Eckert sei „ein guter Mensch, der schlechte Entscheidungen getroffen hat”, sagte der serbische Medienmogul nach dem Urteil. Er sei fest überzeugt, dass Eckert „einer der aufregendsten jungen Trainer Europas” sei – auch wenn er den Verein um „die Chance auf 200 Millionen Pfund” gebracht habe.
Der Berliner Eckert war von 2017 bis 2019 im Nachwuchs von RB Leipzig tätig und zuvor ab 2013 bei Red Bull Salzburg. Er arbeitete unter anderem unter den Cheftrainern Marco Rose, Alexander Blessin und Robert Klauß. Nach Stationen beim FC-Bayern-Nachwuchs wechselte er zum FC Barnsley, dem FC Genua sowie dem FC Southampton, einstiger Klub von Ex-RB-Trainer Ralph Hasenhüttl. Seit Ende 2025 ist Eckert Cheftrainer bei den Saints.