RB Leipzig

Trotz hoher Inzidenz und Lockdown: Budapest bleibt auch im Risikogebiet Uefa-Ausweichort Nummer eins

Von (RBlive/sid/dpa/ukr) 05.03.2021, 14:30
RB Leipzig wird auch im Rückspiel gegen Liverpool in Budapest antreten.
RB Leipzig wird auch im Rückspiel gegen Liverpool in Budapest antreten. imago/motivio

Julian Nagelsmann wollte auf die besorgniserregende Entwicklung in Ungarn nicht eingehen. "Keine Ahnung, mehr kann ich nicht sagen. Ich entscheide da eh nix", sagte der Trainer von RB Leipzig, dessen Elf am Mittwoch ihr Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen den FC Liverpool (21 Uhr/Sky) in Budapest austragen wird.

Ungarn bald Risikogebiet?

Die Lage in Ungarn ist jedoch alarmierend. Die Infektionszahlen schießen in die Höhe, das Robert Koch-Institut wies das Land am Mittag als Hochinzidenzgebiet aus. Die 7-Tage-Inzidenz stieg am Freitag auf 327, doch für die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat das noch keine Folgen. Ungarn bleibt das gelobte Land, schon sechsmal wurde die Hauptstadt Budapest mit ihrer schmucken Puskas Arena im Europapokal zum Ausweichort ernannt - so oft wie keine andere europäische Stadt.

Update: Die Uefa teilte auf Anfrage von RBlive/Mitteldeutscher Zeitung mit, dass der Verband derzeit weiter davon ausgehe, dass das Spiel wie geplant stattfindet.

Viktor Orban ordnet neuen Lockdown an

Während in Deutschland Geschäfte und Schulen allmählich wieder öffnen sollen und die 7-Tage-Inzidenz bei rund 65 liegt, ordnete Ministerpräsident Viktor Orban für Ungarn einen harten Lockdown an, der bis Anfang April andauern soll. Die Sorge vor einem Kollaps des Gesundheitswesens ist groß, das knapp zehn Millionen Einwohner starke Land zählte bis Freitag 15.476 Todesfälle.

Ceferin-Kontakte sichern Uefa Budapest als Spielort

Doch die Rolle von Budapest als Rettungsanker der UEFA in stürmischen Corona-Zeiten ist ungefährdet. Ein Grund dafür sind die guten Kontakte zwischen der Orban-Regierung und der UEFA, die laut eines Berichts der ARD-Sportschau in den vergangenen Jahren ausgebaut wurden. Zentrale Person dabei ist der Banker Sandor Csanyi. Der vermögende Orban-Freund ist der Vorsitzende des ungarischen Fußball-Verbandes und gleichzeitig Vize-Präsident der UEFA.

Kein Wunder also, dass Ungarn anders als etwa Deutschland in seinen Einreisebestimmungen festgelegt hat, dass nicht-ungarische Staatsbürger ins Land dürfen, wenn sie an einer internationalen Sportveranstaltung teilnehmen. Der enge Draht des UEFA-Chefs Aleksander Ceferin über Csanyi in die Regierungszentrale von Orban zahlt sich hier aus.