Europa-League-Viertelfinale

Trotz verschossenem Elfmeter: RB erkämpft Remis gegen Bergamo

André Silva scheitert vom Punkt, doch ein Eigentor egalisiert die frühe Führung von Atalanta.

Von Ullrich Kroemer Aktualisiert: 07.04.2022, 23:33
Ging gut zur Sache bei Laimer und Bergamos Demiral
Ging gut zur Sache bei Laimer und Bergamos Demiral (imago/contrast)

Der Weg zum ersten großen Titel der Klubgeschichte ist steinig für RB Leipzig. Im Viertelfinal-Hinspiel gegen Atalanta Bergamo erkämpften sich die Hausherren ein 1:1 (0:1), das sich RB erst in der stürmischen Schlussphase durch Chancen im Minutentakt verdiente.

Bergamo setzt RB unter Druck

Die Leipziger wollten so aggressiv starten wie sie in Dortmund aufgehört hatten. Christopher Nkunku eroberte auf der rechten Seite einen Ball, lief ins Zentrum und schloss dann aber viel zu harmlos selbst ab (7.). Zu oft war das RB-Spiel jedoch so nervös wie in der Szene, als Benjamin Henrichs weit verzog und Nkunku den Querschläger nicht mehr kontrollieren konnte (11.). Statt Kontrolle regierte die Hektik in der ersten Hälfte bei Rasenballsport.

Anders als in Dortmund blieben die Leipziger nach Balleroberungen viel zu häufig an den Gegenspielern hängen. Weder die Positionierung der Offensivspieler, noch die Entscheidungen der Ballführenden waren gut. Atalanta stand anfangs recht hoch, setzte RB unter Druck und ließ den Gastgebern oft keine andere Möglichkeit, als den Ball lang nach vorn zu schlagen.

Dazu hatten Henrichs und Lukas Klostermann, die für die französische Connection Mohamed Simakan und Nordi Mukiele in die Startelf gerückt waren, massive Probleme mit Bergamos Stürmer Luis Muriel. Der bullige und zugleich ballsichere und wendige Kolumbianer narrte die Leipziger Rechtsverteidiger diverse Male. Und gleich beim ersten Mal mit Folgen.

Pasalic schießt an den Pfosten

Das deutsche Nationalspielerduo ließ dem abgezockten 30-Jährigen freundlich eine Gasse, als stünden sie vor dem Standesamt Spalier, und luden den Torjäger in den RB-Strafraum ein. Auch Kevin Kampl verteidigte nicht aktiv genug, sodass Muriel jede Menge Zeit hatte, den Ball perfekt ins Tor zu schlenzen (17.). Kurz darauf brach der Mittelstürmer der Gäste erneut durch (21.).

RB antwortete mit mehr Ballbesitz und einer Balleroberung von Dani Olmo, der sonst von Marten de Roon das gesamte Spiel über in Manndeckung genommen wurde; gut möglich, dass der Niederländer dem Spanier wie ein Schatten auch bis in die Umkleide gefolgt ist. Der Ball landete bei Silva, der sein Schussbein aufzog wie beim Tippkick, aber aus wenigen Metern nur den Pfosten traf (24.). Das passte zur glücklosen und schwachen Vorstellung des Portugiesen.

Bergamo hätte die Führung kurz vor der Pause noch ausbauen können, als Willi Orban Mario Pasalic nicht stoppen konnte, der an den Außenpfosten schoss (45.).

Musso rettet in letzter Minute

Es dauerte auch in der zweiten Hälfte zehn Minuten, bis RB das Phlegma ablegte und mit mehr Mut auf die eigene Fankurve zustürmte. Olmos abgefälschter Distanzschuss, der über den Kasten flog, erweckte den Fansektor aus dem Singsang (55.). Nun herrschte auf dem Platz und bei den 36.029 Anhängern auf den Rängen richtige Europapokal-Atmosphäre. Bergamo ließ sich davon anstecken, Innenverteidiger Merih Demiral zog Nkunku im Strafstoß den Fuß weg: Elfmeter. Silva trat mit wackeligem Fuß und flatternden Nerven an – und vergab zum dritten Mal in dieser Saison, Atalanta-Keeper Juan Musso parierte (58.).

Doch RB blieb bei der folgenden Ecke am Drücker. Bedrängt vom lauernden Orban schob Außenverteidiger Davide Zappacosta Angeliños Flanke ins eigene Netz (58.). Die Bergamaschi reagierten unbeeindruckt, hatten durch den eingewechselten Giorgio Scalvini (64.) und Teun Koopmeiners Pfostenschuss, der von Peter Gulacsis Rücken ins Toraus prallte (65.), riesige Gelegenheiten.

Der eingewechselte Dominik Szoboszlai hatte den RB-Siegtreffer auf dem Kopf, traf aber den Querbalken. Erneut Szoboszlai (90.) und dann die eingewechselten Emil Forsberg und Nordi Mukiele in der Nachspielzeit fanden im Getümmel in der nervenaufreibenden Schlussminuten die Lücke ins Tor nicht.

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