RB Leipzig

Von Fortuna verlassen: RB Leipzigs Spieler in der Einzelkritik im DFB-Pokal-Spiel bei Eintracht Frankfurt

Von Martin Henkel 05.02.2020, 11:23
Kaum zu glauben: Olmo, Schick und Poulsen (v.l.) nach dem 1:3 in Frankfurt.
Kaum zu glauben: Olmo, Schick und Poulsen (v.l.) nach dem 1:3 in Frankfurt. Imago/Eibner

Halstenberg zuckt die Hand an den Ball, Angelino ist nicht Marcelo Saracchi und Dani Olmo sammelt Argumente für seinen ersten Startelfeinsatz. Die Einzelkritik nach dem 1:3 (0:1) im DFB-Pokal-Achtelfinale bei Eintracht Frankfurt:

Yvon Mvogo: Dritter Einsatz für den Schweizer im DFB-Pokal. War nicht sein bester. Zeigte zu Beginn Nerven, als er einen Rückpass von Halstenberg ins Aus trudeln ließ, bekam sich aber in den Griff und holte eine Lehrbuchparade aus seinem Repertoir, als Hinteregger aus fünf Metern unbedrängt auf seinen Kasten köpfte. Note: 3.

Lukas Klostermann: Ehret den Lukas! Klostermann durfte wieder in seine alte Rolle des Rechtsverteidigers schlüpfen und bedankte sich bei seinem Coach mit einer soliden Leistung. Die allerdings wurde von dem Umstand geschwächt, dass Filip Kostic zwei Treffer gelangen - "Klostis" Gegenspieler auf der rechten beziehungsweise linken Flanke. Note: 3.

Dayot Upamecano: Gegen Gladbach war es Klostermann, gegen Frankfurt "Upa": ein Fehlpass im Aufbauspiel mit beklagenswerter Wirkung. Rode fing den Ball ab, schob ihn Kostic vor die Füße, der traf zum 0:2. Nagelsmann gab später zu, dass seinem Abwehrspieler langsam die Kräfte ausgehen. Brachte es nur auf eine Zweikampfquote von 46 Prozent. Ersatz von vergleichbarem Format ist ja aber gerade nicht vorhanden. Note: 4.

Marcel Halstenberg: Jeder darf mal patzen bei RB. Gegen Frankfurt war "Halste" an der Reihe. Zuckte bei einer Flanke der SGE mit dem Handschuh an den Ball - Elfmeter. War ansonsten auffälliger als in den Spielen zuvor, was daran lag, dass er als Innenverteidiger stärker ins Aufbauspiel eingebunden war. Highlights aber gab es keine. Note: 3,5.

Angelino: Debüt für den Spanier im RB-Dress. So viel ließ sich dabei beobachten: Der Leihspieler von Manchester City hat einen feinen linken Fuß, flankt gern, geht (noch) ungern ins Dribbling. Bereitete mit seinem Pass auf Werner das 1:2 seines Landsmannes Olmo vor und ließ durchblicken, dass er auf der Linksverteidiger-Position die bessere Ausgabe seines Vorgängers Marcelo Saracchi ist. Note: 2,5

Konrad Laimer: Durfte in der Raute diesmal allein den Raum zentral vor der Abwehr hüten. Zeigte sich im Gegensatz zu den vergangenen Spielen formverbessert, leidet offensichtlich aber immer noch darunter, dass sein Sechser-Buddy Diego Demme nach Neapel entschwunden ist. Ließ einmal sein Wuselpotenzial aufblitzen, als er sich in den Frankfurter Strafraum dribbelt. Hintereggers Fuß stand einem Treffer im Weg. Note: 3.

Amadou Haidara: Bekam von seinem Trainer die nächste Gelegenheit, sein Potenzial zu entfalten. Ließ die Flügel wieder aber eingeklappt und musste dafür in der Kabine unter die Dusche. Hatte vor dem 0:1 die Chance auf den Führungstreffer, verzog seinen Schuss aber knapp. Note: 4.


Christopher Nkunku: War der beste Mann auf Seiten von RB bis zur Pause. War jederzeit anspielbar, nur schwer vom Ball zu trennen und riss durch seine Drbllings immer wieder Löcher ins Frankfurter Bollwerk. Was ihm allerdings immer noch nicht gelingt: der berühmte tödliche Pass. Note: 2,5.

Marcel Sabitzer: Wie Upamecano wirkt auch der Österreicher leicht überspielt. Blieb als zentraler Scharnierspieler zwischen Abwehr und Angriff weitgegend wirkungslos. Note: 3,5.

Patrik Schick: Ist ein Sinnbild dafür, wie Leipzigs Stürmer von Fortuna gerade im Stich gelassen werden. Klaute in der 10. Minute Hasebe in Piratenmanier den Ball vom Fuß und stand plötzlich frei vor Trapp. Vor der Winterpause wäre der anschließende Schuss reingegangen, stattdessen landete er an der Brust des SGE-Keepers. Note: 3.

Yussuf Poulsen: Stand zum ersten Mal seit dem 3:3 gegen Dortmund Mitte Dezember wieder in der Startelf. Bekam aber keinen Fuß in die Partie. Blieb ohne Torschuss und hatte nur 41 Ballkontakte. Note: 3,5.

Dani Olmo: Zweiter Einsatz für RB, erstes Tor. Wirkte nach seiner Einwechslung in der Pause wie ein Tonikum für die mental angeschlagenen Mitspieler. Hatte einen weiteren Treffer auf dem Schuh, verzog seinen Schuss aber um Zentimeter. Ist auf dem besten Weg zu seinem ersten Startelfeinsatz. Note: 2.

Timo Werner: Wurde als Überraschungsei für Frankfurts Trainer Adi Hütter von Nagelsmann auf der Bank versteckt. Ein duchaus verwegener Schachzug seines Trainers, der den 25-Tore-Stürmer erst in der 61. Minute aus seinem Versteck holte. Hob vor dem 1:2 entscheidend das Bein, um den Angelino-Pass auf Olmo durchzulassen und hatte das 2:2 vor dem Fuß. Setzte den Ball aber unbedrängt und aus zehn Metern neben das Tor. Note: 3.

(RBlive/mhe)