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  5. Später Wahnsinn: Österreich erreicht mit RB-Profis die WM-K.o.-Runde

Sabitzer, Seiwald und Co Wahnsinn in der Nachspielzeit: Herzschlag-Erfolg für RB-Profis bei der WM

Österreich erreicht mit vier aktuellen und ehemaligen Spielern von RB Leipzig die K.o.-Runde der WM. Es war ein glückliches Nachspielzeit-Tor gegen Algerien dafür nötig.

28.06.2026, 10:30
Über Torschütze Sasa Kalajdzic bildet sich eine österreichische Jubeltraube
Über Torschütze Sasa Kalajdzic bildet sich eine österreichische Jubeltraube Foto: Imago/GEPA Pictures

Kansas City/hen/sid - Wenn eine Nationalmannschaft von Red Bull und RB Leipzig geprägt ist, dann Österreich. Der Trainer war Sportdirektor und Coach in Sachsen, Nicolas Seiwald und der verletzte Christoph Baumgartner sind Spieler bei RB - und solche wie Konrad Laimer, Xaver Schlager oder Marcel Sabitzer waren es. Insofern war Österreichs Last-Second-Einzug in die K.o.-Runde der WM auch ein kleines Turnier-Märchen für den Getränkehersteller.

Kalajdzic trifft spät

In der sechsten Minute der Nachspielzeit köpfte Ex-Bundesliga-Stürmer Sasa Kalaijdzic die Rangnick-Mannschaft ins nächste Spiel gegen Spanien. Endstand der Partie gegen Algerien: 3:3.

Weiterlesen: Der RB-Einfluss an der Seitenlinie auf die WM

Von einem offensichtlichen "Nichtangriffspakt", der bei einem Remis beide Teams in die nächste Runde bringen würde, war das Spiel 70 Minuten lang weit entfernt - bis dahin war es phasenweise ein offener Schlagabtausch. Danach aber gingen beide Mannschaften ebenso offensichtlich nicht mehr ins Risiko, was das Publikum mit Pfiffen quittierte.

Plötzlich aber wurde es verrückt - und packte die Nerven der Österreicher mit zwei Fäusten: Erst traf Riyad Mahrez zum 3:2 für die Algerier (90.+3), kurz darauf bescherte Kalajdzic den deutschen Nachbarn ein "Wunder von Kansas City": Mit seinem Tor (90.+6) schoss er die ÖFB-Auswahl als Gruppenzweiter wieder in die K.o.-Phase. Durch das für beide Mannschaften passende Resultat ist der Iran ausgeschieden.

Österreich bekommt es mit Spanien zu tun

"Ich konnte es gar nicht glauben, was da passiert", sagte Österreichs Teamchef Ralf Rangnick zum späten Ausgleich. Was sich in der dramatischen Schlussphase abgespielt habe, "das habe ich so noch nie erlebt und die meisten anderen wahrscheinlich auch nicht. Unglaublich, im Moment sind wir einfach nur happy, dass wir weitergekommen sind."

Marko Arnautovic (28.) und Ex-RBler Sabitzer (55.) trafen zunächst für die Österreicher, die erstmals seit 1982 wieder die Vorrunde überstanden und es als Zweiter im Sechzehntelfinale am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ) in Los Angeles mit Europameister Spanien zu tun bekommen.

Rafik Belghali (45.) und Rihad Mahrez (60.) hatten zunächst jeweils die passende Antwort parat. Algerien schaffte es trotz des späten Ausgleichs der Österreicher unter die acht besten Gruppendritten und trifft in der Nacht auf Freitag (5.00 Uhr MESZ) in Vancouver auf die Schweiz.

Rache für Gijon?

Zum Abschluss der erstmals ausgetragenen Vorrunde mit 48 Teams hatten Österreich und Algerien gegenüber der Konkurrenz den Vorteil, dass sie genau wussten, welches Ergebnis nötig war, um weiterzukommen. Ein Remis reichte beiden, eine Niederlage hingegen würde das Aus bedeuten. Deshalb war im Vorfeld auch über eine Wiederholung der "Schande von Gijón" diskutiert worden.

Ralf Rangnick wollte davon nichts wissen. Als die Partie 1982 zwischen Deutschland und Österreich (1:0) stattgefunden habe und Algerien aufgrund des "Nichtangriffspakts" der beiden Teams aus dem Turnier flog, "war noch kein Spieler auf der Welt", betonte der deutsche Trainer. Er werde "die Mannschaft sicher nicht ins Rennen schicken, um unentschieden zu spielen". In den algerischen Medien war entsprechend eher von "Rache" als Aussöhnung die Rede.

Nachdem in der Anfangsphase bis auf einen heftigen Ellebogenschlag von Arnautovic (11.) wenig passiert war, ertönten erste Pfiffe im Arrowhead Stadium. Arnautovic setzte diesen mit der ersten gefährlichen Aktion und seinem 49. Länderspieltor vorerst ein Ende: Einen tiefen Ball von Kapitän David Alaba streichelte der Altstar am algerischen Torhüter Oussama Benbot, der den zuletzt schwachen Star-Sohn Luca Zidane ersetzte, vorbei.

Rangnick reagiert

Nun musste auch Algerien agieren und drückte enorm aufs Tempo. Der Frankfurter Farés Chaibi scheiterte am Pfosten (40.), der starke Ibrahim Maza von Bayer Leverkusen freistehend am glänzend aufgelegten Alexander Schlager (44.), ehe es kurios wurde: Mahrez profitierte von der Eckfahne, nahm den Ball auf - und kurz darauf vollendete Belghali trocken ins kurze Eck.

Rangnick reagierte auf die Drangphase der Algerier und wechselte zur Pause dreimal. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Sabitzer schob eine Hereingabe von Bayerns Konrad Laimer zur erneuten Führung ein, Mahrez antwortete nur fünf Minuten später. Danach aber gingen beide Mannschaften zunehmend weniger bis kein Risiko mehr ein - bis der Treffer von Mahrez eine aberwitzige Schlussphase auslöste.