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Wegen Rangnick-Entscheidung Warum DFB-Shootingstar Philipp Treu einst RB Leipzig verließ

Von 2015 bis 2017 spielte der neue DFB-Rechtsverteidiger Philipp Treu bei RB Leipzig – unter heute sehr prominenten Nachwuchstrainern. Doch er verließ den Klub, weil er zu wenig Perspektive sah.

25.09.2026, 08:27
Kampf- und laufstark gegen Cody Gakpo: Philipp Treu.
Kampf- und laufstark gegen Cody Gakpo: Philipp Treu. (Foto: imago/ANP)

Amsterdam/dpa/ukr – Philipp Treu stand mit leuchtenden Augen in der Arena von Amsterdam und war in seiner Freude über das gelungene Länderspiel-Debüt vor allem einer Person enorm dankbar: Jürgen Klopp. Jahrelang hatte es in Deutschland geheißen, es gebe keine herausragenden Rechtsverteidiger für die Nationalmannschaft. Bis der Bundestrainer bei seinem Länderspiel-Debüt gegen die Niederlande den 25 Jahre alten Freiburger als Lösung präsentierte – und danach prompt die „außergewöhnliche” Leistung seines Schützlings lobte.

„Das ist mal gut zu hören, dass jemand die Augen aufmacht und nach Freiburg geguckt hat”, sagte Treu. Er sei froh darüber, „dass Jürgen Klopp mich auf dem Schirm hat und Bock hatte auf mich”.

Treu cool: „Nervös war ich überhaupt nicht”

Der Bundestrainer zeigte sich sehr zufrieden mit den ersten 90 Minuten des 1,72 Meter großen Dauerläufers im DFB-Dress. Treu hatte auf Anhieb das umgesetzt, was Klopp von ihm sehen wollte. Obwohl der Coach „gar nicht viel” zu ihm gesagt habe vor seiner DFB-Premiere: „Er meinte, gib Gas und hab Spaß. Das habe ich versucht. Er hat mir irgendwie eine gewisse Lockerheit gegeben. Ich muss sagen, nervös war ich überhaupt nicht.”

Tatsächlich erfüllte Treu seinen Job gegen Liverpools Linksaußen Cody Gakpo defensiv sehr ansprechend. Und beim Führungstor von Felix Nmecha zählte er zu den Vorbereitern. „Das war ein cooles Gefühl”, schilderte Treu später. Danach wurde er noch lockerer.

Die stolzen Eltern winken: „Ein unfassbares Gefühl”

Für den Spätstarter ist beim 1:1 im Länderspiel-Klassiker gegen Oranje ein Traum wahr geworden, auf den der bald schon 26-Jährige länger als andere warten musste. „Wenn ich dann auf die Tribüne gucke und meine Eltern mit ganz viel Stolz nach dem Spiel winken, ist das ein unfassbares Gefühl”, sprudelte es aus ihm heraus. „Jetzt hier das erste Mal zu stehen, ist Wahnsinn.”

Treus Karriere verließ keineswegs geradlinig. Der gebürtige Heidelberger schloss sich erst dem SV Sandhausen an und wechselte dann aufs Nachwuchsleistungszentrum nach Kaiserslautern. 2015 schloss er sich RB Leipzig an. Seine Trainer waren unter anderem Sebastian Hoeneß und Matthias Jaissle. Treu spielte im Jahrgang mit Tom Krauß (1. FC Köln), Erik Majetschak (Jahn Regensburg) und Fabrice Hartmann (Hallescher FC). 22 Einsätze in der U17 in Regionalliga, Bundesliga und DFB-Pokal für RB sind registriert.

Lesen Sie hier: Interview mit Nachwuchsleiter David Wagner – So will RB endlich den ersten Profi entwickeln

Obwohl er sich zum Ende der Saison 2016/17 immer mehr im U17-Bundesligateam durchsetzte und Spielzeit bekam, verließ Treu Leipzig wieder. Das soll laut Medienberichten damit zu tun gehabt haben, dass Ralf Rangnick damals entschieden hatte, die zweite Mannschaft abzuschaffen. „Der Nachwuchs hechelt hinterher”, sagte Rangnick. Die zweite Mannschaft wurde jedoch nicht mehr als adäquates Sprungbrett in den Profikader angesehen. Für Treu bot das zu wenig Perspektive. 

Treu: „Jetzt gehts erst richtig los”

Deshalb wechselte er 2017 zum SC Freiburg, wo er 2018 Junioren-DFB-Pokal-Sieger wurde und 2019 in die zweite Mannschaft befördert wurde. Beim FC St. Pauli gelang ihm der Aufstieg in die Bundesliga und der Durchbruch im Profifußball. Im Sommer 2025 holte ihn der SC Freiburg für etwa 5,5 Millionen Euro zurück ins Breisgau.

Das verheißungsvolle DFB-Debüt in Amsterdam nun soll aber nur der Anfang gewesen sein. „Jetzt geht es erst richtig los, da gibt es kein Ausruhen, jetzt muss noch mehr gearbeitet werden”, kündigte Treu an. Nach seinem Premieren-Einsatz im Nationaltrikot, das daheim einen Ehrenplatz bekommen soll, seien zahlreiche Nachrichten auf seinem Handy aufgeploppt. Dem Lesen und Beantworten wollte er sich nachts im Teamhotel widmen. „Nach einem Abendspiel fällt es mir immer schwer, zu schlafen.”