RB Leipzig

„Wie Jetlag”: Schlafdefizit bei RB Leipzig nach verzögertem Rückflug aus London

Von Ullrich Kroemer 21.02.2020, 13:23
„Der Biorhythmus ist erst einmal eineinhalb Tage im Eimer”: Julian Nagelsmann.
„Der Biorhythmus ist erst einmal eineinhalb Tage im Eimer”: Julian Nagelsmann. dpa/Robert Michael

Die Nacht nach der Rückreise aus London vom Champions-League-Achtelfinale bei Tottenham Hotspur war kurz für den Tross von RB Leipzig. Insbesondere für Julian Nagelsmann, der so gut wie gar nicht die Augen zutat, und sein Trainerteam. Weil es bei der Passkontrolle und beim Checkin am Londoner Flughafen Stansted zu Verzögerungen gekommen war, war das Team erst etwa vier Uhr gelandet. Ursprünglich war 2.45 Uhr vorgesehen. „Die Abwicklung hat zwei Stunden gedauert. Da kann ich auch Linie fliegen”, sagte Nagelsmann genervt.

Um fünf Uhr morgens im Bett zu sein, sei für die Spieler „beschissen”, betonte der Coach vor dem Auftritt von RB Leipzig beim FC Schalke 04 (Samstag, 18.30 Uhr): „Der Biorhythmus ist erst einmal eineinhalb Tage im Eimer. Das ist wie Jetlag.”

Nagelsmann will neuen Reiseablauf durchsetzen

Er selbst habe bereits halb neun wieder im Büro sein müssen, um das Spiel bei Tottenham auszuwerten und die Partie gegen Schalke vorzubereiten. „Von fünf bis halb neun schläft man nicht so viel”, ärgerte sich Nagelsmann. Da könne er auch gleich bis um fünf in die Leipziger Diskothek Elsterartig gehen. „Es hat zum wiederholten Mal in der Champions League nicht funktioniert. Wenn wir eine Runde weiterkommen, werden wir das beim nächsten Champions-League-Auswärtsspiel nicht mehr so machen”, kündigte der 32-Jährige an.

Die Lösung habe er bereits „im Kopf”, so der Cheftrainer. „Die muss ich jetzt hier nur noch durchsetzen.” Entweder wolle er länger bleiben und erst am nächsten Tag oder noch nachts, dann aber mit zwei Maschinen zurückfliegen. RB bucht für die Champions-League-Reisen stets einen Charterflieger, in dem neben dem Team auch der gesamte Staff sowie zahlende VIP-Gäste und Pressevertreter mitfliegen. Insgesamt etwa 150 Personen. Nagelsmann würde eine kleinere Maschine nur für die Mannschaft präferieren, die so schnell wie möglich starten kann. Alle übrigen Mitarbeiter und Mitreisenden samt Gepäck könnten dann in einer zweiten Maschine hinterherfliegen.

Nagelsmann: „Wären frischer, wenn die Abreise besser funktionieren würde”

Für das Spiel auf Schalke werde das Schlafdefizit zwar keine großen Auswirkungen mehr haben. „Aber wir wären bisschen frischer, um auf Topniveau zu kommen, wenn die Abreise besser funktionieren würde”, sagte der Fußballlehrer. „Schlaf vor drei Uhr ist einfach wertvoller als von fünf Uhr morgens bis 13 Uhr.”

Erst kürzlich hatte RB einen Schlafexperten aus England einfliegen lassen, um den RB-Profis Schlaftipps zur Leistungssteigerung zu geben. Da sind nächtliche Reisen nicht vorgesehen. (RBlive/ukr)