RB Leipzig

„Wie junge Welpen”: Die ersten Bilder vom Teamtraining bei RB Leipzig – Spieler nehmen Isolation „in Kauf”

Von Ullrich Kroemer, Martin Henkel 09.05.2020, 09:48
Balljagd: Yussuf Poulsen im Rondo mit Timo Werner, Konrad Laimer, Willi Orban, Lukas Klostermann und Hannes Wolf.
Balljagd: Yussuf Poulsen im Rondo mit Timo Werner, Konrad Laimer, Willi Orban, Lukas Klostermann und Hannes Wolf. RB Leipzig

Die Sehnsucht nach richtigem Fußball war groß in den vergangenen Wochen bei den Spielern von RB Leipzig. Seit Mittwoch dürfen die Profis wieder im Team trainieren. „Die Jungs haben sich extrem gefreut, wieder auf dem Platz zu stehen”, sagte Trainer Julian Nagelsmann. „Wie junge Welpen sind sie dem Ball hinterhergelaufen. Wir freuen uns darauf, dass es wieder losgeht, dass man sich wieder messen kann mit anderen Vereinen, dass es darum geht, etwas zu gewinnen. Die Vorfreude ist sehr groß.”

Das Team brauche eine konzentrierte Vorbereitung, um ein erstes gutes Heimspiel gegen den SC Freiburg – nicht gerade Leipzigs Lieblingsgegner – abzuliefern. Um das nicht zu gefährden, hat sich das komplette Team diesen Samstagfrüh in der Akademie am Cottaweg in eine Isolation begeben.

Während die meisten anderen Teams in ein Hotel ziehen, bleibt RB daheim im Leistungszentrum. Es gibt ausreichend Einzelzimmer, dazu eine Mensa, deren „tolle Küche sich das eine oder andere Toprestaurant wünschen würde, so Mintzlaff. Was noch? Kraftraum, Sprinthalle, genügend Rasenplätze. Und um nicht an Lagerkoller zu erkranken: TV, Billard, Tischkicker, Spielkonsole. Mancher, so wie Konrad Laimer, hat sogar mit dem Lesen angefangen.

Yussuf Poulsen hat Spiele aus dem Spielwarenladen besorgt

Und Stürmer Yussuf Poulsen hat aus einem „Spielwarenladen um die Ecke”, so Nagelsmann, ein paar Outdoor-Spiele besorgt. Schnelleres Internet, wie es sich die RB-Profis wünschten, ist wohl so schnell nicht zu realisieren. Ist zwar nicht wie daheim, aber die Akademie sei kein „Gefängnis“, sagte Mintzlaff. Eine Woche, geht schon. „Ich habe da kein Mitleid mit den Spielern.“

Von den Spielern wird das Trainingslager in der eigenen Stadt „in Kauf genommen”, wie es Nagelsmann formuliert. „Es ist für einige nicht ganz einfach – je nach familiärer Situation.” RB tue jedoch alles dafür, die Familien der Spieler mit Kinderbetreuung oder Einkäufen zu unterstützen.

RB-Spieler dürfen nicht selbst einkaufen und tanken

Doch könnte es dazu kommen, dass dieser Zustand auch über die eine Woche vor dem Wiederbeginn hinaus anhält? Schließlich wäre es der Super-Gau, wenn sich im laufenden Spielbetrieb Akteure infizierten und so eine Team-Quarantäne drohen würden. „Das entscheide nicht ich”, sagte Nagelsmann und verwies auf die Bestimmungen der DFL, für den Rest der Saison weder selbst einzukaufen, noch Fahrzeuge zu betanken. Wenn sich jemand draußen bewegt, dann konsequent nur mit Maske. Dazu wird aller drei Tage getestet.

Zur Kontrolle könne jederzeit die Task Force vorbeischauen, wie Klubchef Oliver Mintzlaff unter der Woche andeutete. Dann wird „nachjustiert“, falls sich einer der RB-Profis verhalten sollte wie der Herthaner Salomon Kalou. Handshake mit Physiotherapeuten, Abklatschen mit Kabinenkollegen und anderen beim Corona-Test zuschauen – alles verboten und maximal unerwünscht. „Disziplin“, sagt der Geschäftsführer, „wird jetzt extrem großgeschrieben“.

Hütchenlauf zur Erwärmung
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Neue Frisur: Kevin Kampl
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Ball eng am Fuß: Timo Werner
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Passübungen: Kampl und Konrad Laimer.
Passübungen: Kampl und Konrad Laimer.
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Handschuhpflicht: Torhüter Peter Gulacsi
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