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  5. Willi Orban: Für immer RB Leipzig? Sein Weg zum Kapitän und Idol beim Red-Bull-Klub

Forever RB!Trüffelnase, T-Rex-Training, Tartar: die Gründe für Orbans neuen Vertrag

Von Martin Henkel Aktualisiert: 12.10.2023, 07:49

Willi Orban, aktuell im Comeback-Aufbautraining nach einer Außenbandverletzung im Knie, hat vergangene Woche seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2027 verlängert. Am Ende dieser Laufzeit wird der Abwehrchef und Kapitän von RB Leipzig 34 sein – und dann, so Geist und Körper wollen, sein zwölftes Clubjahr vollenden. Willi, forever RB!

Dass es anders kommt, ist nicht abzusehen. Der gebürtige Pfälzer gehört neben den Altvorderen Yussuf Poulsen, Emil Forsberg, Lukas Klostermann und Keeper Peter Gulacsi zu RB wie der Papst in den Vatikan.

Willi Orban und RB Leipzig: Wie der Papst im Vatikan

Etwas mehr als acht Jahre ist er schon im Verein und hat seitdem eine Karriere aus sich herausgeformt, die ihm gleichzeitig wenige zugetraut hätten: aus dem Keller der 2. Liga mit dem 1. FC Kaiserslautern hinauf zur Deutschen Vizemeisterschaft mit den Rasenballsportlern, zwei Pokalsiegen, einem Supercup und einem Champions-League-Halbfinale.

Hinter diesen Titel verstecken sich freilich weitere Zahlen und Anekdoten, die veranschaulichen, warum die Begeisterung am Cottaweg für „Willi!!“ ungebrochen ist – und offenlassen, ob 2027 tatsächlich schon Schluss sein wird.

Forever RB?
Nur Poulsen, angelandet am Cottaweg 2013, ist länger Profi bei RB. Der Däne führt deshalb auch die Liste der meisteingesetzten Profis mit 369 Partien an, gefolgt von Forsberg (313) und Orban (292). Gulacsi kommt auf 285 Partien, Klostermann auf 265. Was Orban von seinen Weggefährten unterscheidet: Er ist der Liebling aller sechs Trainer gewesen, die ihn gecoacht haben.

Er kommt auf 24.794 Spielminuten, niemand im Verein hat mehr in den Beinen. Und niemand stand im Schnitt länger auf dem Feld: Er kommt auf ca 84 Minuten pro Partie. Poulsen folgt mit 22.787 Minuten (ca. 62 Minuten pro Partie) und Forsberg mit 19312 Minuten (ebenfalls ca 62 Minuten pro Partie).

Orban und RB: ein Jahr ohne Pause

Das Trüffelschwein
Orbans Tor-Statistik ist ebenfalls bemerkenswert. Er hat bereits 27 Treffer erzielt, die meisten mit dem Kopf. „Ich bin wie ein Trüffelschwein“, hat er als Erklärung parat. „Ich hab‘ den Torinstinkt in mir.“

Unverwüstlich
Im Verein trägt Orban den Spitznamen „Maschine“. Den hat er sich durch seine Unverwüstlichkeit erworben. Über ein Jahr hinweg, von Januar 2022 bis Februar 2023, stand der Innenverteidiger 36 Ligapartien am Stück über die volle Spielzeit auf dem Rasen.

Dazu kamen acht Champions-League-Partien, vier Europa-League-Spiele und neun Pokalduelle. Diese gigantische Serie wurde nur zwei Mal unterbrochen: einmal durch eine Gelbsperre und einmal, weil ihm Rose gegen Hamburg im Pokal vorige Saison eine Halbzeit Verschnaufpause gönnte.

Tartar und Maschine
Wie er das alles durchhält? Er ist nur selten verletzt. In den vergangenen sieben Spielzeiten fiel der Dauerbrenner nur einmal lange aus - 2019/2020 für 24 Spiele durch eine Knie-Verletzung. Aktuell sind es sieben Partien. Und er ist ein Fitness-Maniac.

Orban bezeichnet sich als „besessen“ davon, seinen Körper in den bestmöglichen Zustand zu versetzen: Highend-Kraftraum im Haus, Arbeit mit Fitness-Experten auch im Urlaub, eine ganze Bibliothek zum Thema (einer seiner Lieblingstitel: „Dinosaur Training“), auch zur adäquaten Ernährung - Tartar und Steak am Morgen, kein Gluten, kaum Kohlenhydrate, Magnesium-Shakes vor dem Schlafengehen - 22 Uhr ist Bettruhe.

Orbans Vorbilder: Pepe und Ibrahimovic

„Als Kind alles kaputtgeschossen“
Woher diese Leidenschaft kommt: vielleicht vom Vater. Der ist gebürtiger Ungar und war in der Jugend Landesmeister im Karate. Orban mochte Fußbälle lieber, war aber Kampfsportler im Gemüt.

„Ich habe als Kind zuhause alles mit dem Fußball kaputt geschossen. Ein paar Blumenvasen und Flaschen, nichts Wildes, aber es hat gereicht, dass Mama sagte: Der Junge hat zu viel Energie, den stecken wir lieber in einen Fußballklub.“

Dann halt Ungarn
Orban ist der väterlichen Geburtslinie treu geblieben und spielt seit 2018 für Ungarn. Allerdings hatte er lange gehofft, dass Bundestrainer Joachim Löw ihn anruft. Das ist nie passiert. Mittlerweile hat er 42 Länderspiele auf dem Konto.

Do it like Ibra!
Ob Orban mit seinem jüngsten Vertrag auch den letzten unterschrieben hat, ist nicht gesagt. Im Gegenteil: Als Vorbilder für eine ausgefüllte Karriere nennt er Pepe und Zlatan Ibrahimovic. Der Schwede hat seine Karriere mit 41 beendet, Pepe ist mittlerweile 40 – und immer noch Abwehrchef beim FC Porto.