33-Jähriger vor erster WM

Danny Röhls steile Karriere: "Mein Glück war, dass das Projekt RB Leipzig entstanden ist"

18.11.2022, 15:05
Danny Röhl (l.) ist der wichtigste Mitarbeiter für Bundestrainer Hansi Flick.
Danny Röhl (l.) ist der wichtigste Mitarbeiter für Bundestrainer Hansi Flick. (Foto: imago/Pressefoto Baumann)

Als "rechte Hand" von Bundestrainer Hansi Flick ist Danny Röhl bei der WM-Endrunde in Katar dabei. Mit gerade einmal 33 Jahren hat der Taktikexperte und Videoanalyst schon viel erlebt. Seine steile Karriere begann bei RB Leipzig und führte über den FC Southampton und Bayern München bis in die Nationalmannschaft.

Vor dem WM-Start hat der Sachse in einem langen Interview mit "goal.com" über den Fußball und seine Karriere gesprochen und dabei auch Einblicke in die Frühzeit bei RB Leipzig gewährt.

Weil seine aktive Fußballerkarriere - Röhl kickte in der Oberliga - durch einen Kreuzbandriss früh endete, orientierte er sich neu. "Ich habe mit 16 Jahren schon gesagt, dass ich Trainer werden will. Und es war schon am Anfang meines Studiums mein Ziel, mit 30 Jahren in der Bundesliga zu arbeiten", sagt der ehrgeizige Röhl: "Mein Glück war, dass genau zum richtigen Zeitpunkt das Projekt RB Leipzig entstanden ist."

Danny Röhl: Fußballer-Karriere endete in Leipzig früh

Dort wurde Röhl der erste Videoanalyst im RB-Nachwuchsbereich und startete eine steile Karriere. Trainer Alexander Zorniger holte ihn dann zu den Profis, unter Ralph Hasenhüttl wurde er zweiter Co-Trainer.

"Ich habe bei RB mit ganz vielen interessanten Persönlichkeiten zusammenarbeiten dürfen", erinnert sich Röhl an verschiedene Trainer: Bei Alex Zorniger war die Konsequenz, mit der er seine Spielidee verfolgt hat, beeindruckend."

Und über den RB-Archtikten Ralf Rangnick sagt er: "Es war spannend zu sehen, wie er bei jeder einzelnen Mitarbeiter-Auswahl auf höchste Qualität geachtet hat. Ralf war enorm fordernd, aber auch fördernd. Er hat jeden Mitarbeiter durch seine Führungsweise weiterentwickelt."

Ralph Hasenhüttl machte Danny Röhl zu Co-Trainer bei RB Leipzig

Am meisten verdankte Röhl aber Hasenhüttl ("Er ist ein unglaublich empathischer Mensch"), dem er später dann auch zum FC Southampton folgte. Seinen RB-Abschied 2016 erklärt er mit zwei Gründen. Zum einen habe er nach neun Jahren in Leipzig eine neue Erfahrung machen wollen. Zum anderen lockte Southampton ihn mit einer neuen Rolle: "Als Assistant Manager konnte ich deutlich mehr Verantwortung übernehmen als in meinen vorherigen Rollen. Egal, ob es um Transfers, Aufstellung oder Trainingssteuerung ging, ich war in alles eingebunden."

Dennoch blieb Röhl nur eine Saison in der Premier League, dann lockte ein ganz spezieller Klub. "Ganz ehrlich: Wenn du einen Anruf von Bayern München bekommst, stellst du dir schon die Frage, wie oft dieser Anruf in deinem Leben wohl kommen wird", sagt Röhl über seine Rückkehr nach Deutschland zum Rekordmeister.

Auch Hansi Flick spielte dabei eine zentrale Rolle - ihm folgte der Taktik-Experte auch 2021 zum Nationalteam. Dort erwartet ihn nun seine erste WM. Das Turnier in Katar geht Röhl gewohn ehrgeizig an: "Die Lücke zwischen den vermeintlichen Top-Mannschaften und den scheinbar kleineren Fußballnationen ist unglaublich gering geworden. Wir müssen als Deutschland den Fokus auf uns richten und die Überzeugung in unsere eigene Stärke haben, dann können wir viel erreichen."