RB Leipzig

"Nicht in Verträge eingreifen": Passt Rangnick in Bierhoffs Plan?

Von (RBlive/ukr/sid/dpa)
11.03.2021, 17:30
„Wenn sich der DFB erst zu einem Zeitpunkt melden würde, wo ich nicht mehr frei bin, ist es zu spät”: Ralf Rangnick macht Druck bei der Entscheidungsfindung um die Löw-Nachfolge.
„Wenn sich der DFB erst zu einem Zeitpunkt melden würde, wo ich nicht mehr frei bin, ist es zu spät”: Ralf Rangnick macht Druck bei der Entscheidungsfindung um die Löw-Nachfolge. imago/LaciPerenyi

Ralf Rangnick geht bei der Suche nach einem Nachfolger für den scheidenden Bundestrainer Joachim Löw in die Bewerbungsoffensive. „Es ist eine Stelle, die einen nicht kalt lässt. Ich kann mir grundsätzlich alles vorstellen. Es ist eine Frage des Timings”, sagte Rangnick bei Sky. Noch hat der DFB sich aber anscheinend nicht bei ihm gemeldet.

Bierhoff war "nicht tatenlos"

Den Auftrag zur Trainersuche hat Direktor Oliver Bierhoff erhalten. Die Nachricht von Löws Abschied habe ihn "nicht wie ein Blitz getroffen", sagte er wenig überraschend, "ich war in den letzten Monaten nicht tatenlos". Kandidaten-Namen wollte Bierhoff aber nicht kommentieren. "Dafür haben wir die Experten", sagte er schnippisch. Könnte es auch eine Frau sein? Bierhoff schmunzelte und sagte: "Ich würde nie etwas ausschließen."

Und betonte, der DFB werde "nicht in bestehende Verträge eingreifen" - Flick ist bis 2023 an den FC Bayern gebunden, dessen Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge sich schon vehement gegen Abwerbeversuche gewehrt hat. Ralf Rangnick hat aktuell keinen Verein und mit Jürgen Klopp und Lothar Matthäus prominente Fürsprecher. Eine wichtige Anforderung würde der 62-Jährige erfüllen: Der neue Mann soll laut Bierhoff möglichst Deutscher sein. Möglich scheint aber weiter auch die interne Lösung mit U21-Trainer Stefan Kuntz und/oder Löws Assistent Marcus Sorg. Letzterer habe einen Vertrag bis 2024 sowie "hohe Kompetenz und Stärke", betonte Bierhoff.

Jürgen Klopp: „Ralf Rangnick wäre meine erste Lösung”

Löw hatte am Dienstag seinen Rückzug nach der EM im Sommer angekündigt. Jürgen Klopp und Julian Nagelsmann stehen als Nachfolger nicht zur Verfügung. Doch Rangnick will sich nicht allzu lange hinhalten lassen und brachte einen gewissen Zeitdruck in die Entscheidungsfindung. „Im Moment bin ich frei”, betonte hingegen der langjährige Trainer und Sportdirektor von RB Leipzig und ergänzte: „Wenn sich der DFB erst zu einem Zeitpunkt melden würde, wo ich nicht mehr frei bin, ist es zu spät.”

Auch Liverpool-Coach Klopp plädierte für Rangnick als Löw-Nachfolger. „Ralf Rangnick würde dem DFB gut tun”, lobte Klopp am Abend kurz vor dem Champions-League-Spiel der Liverpooler in Budapest gegen RB Leipzig. „Das wäre meine erste Lösung. Er hat zum Glück auch noch Zeit.”

Rangnick: „Beim DFB wird in sehr vielen Bereichen in die richtige Richtung gearbeitet und gedacht”

Der 62-Jährige wäre aber auch für einen anderen Posten beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) bereit. „Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass es in einer Zusammenarbeit mit Oliver Bierhoff sehr fruchtbar wäre, auch für die Zukunft des deutschen Fußballs”, sagte Rangnick. „Es wäre hilfreich jemanden zu haben, der die Gepflogenheiten schon kennt”, sagte Rangnick und erinnerte sich an vergangene Treffen mit dem Funktionär: „Beim DFB wird in sehr vielen Bereichen in die richtige Richtung gearbeitet und gedacht.”

Damit signalisierte, dass er anders als oft kolportiert nicht jeden Stein beim Verband umdrehen wolle. Fachlich ist Rangnick unumstritten. Vielmehr ist die Frage, ob sich Bierhoff, Keller & Co. einen Erneuerer wie Rangnick ins Haus holen wollen. Doch auch durch seine Aussagen wird der Stratege Rangnick immer mehr zum Topfavoriten für den Bundestrainerposten.