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Neuer RB-Trainer Demichelis Seit Klopp-Start: So schnell kippen die Trainerstühle bei Red Bull

Mit Martín Demichelis übernimmt bei RB Leipzig bereits Trainer Nummer zehn seit Jürgen Klopps Start als Head of Global Soccer. Neun Coaches mussten in dieser Zeit gehen.

Von Martin Henkel 23.06.2026, 11:04
Red Bull Fußballchef Jürgen Klopp bei einer Visite in Brasilien.
Red Bull Fußballchef Jürgen Klopp bei einer Visite in Brasilien. Foto: Imago/Sports Press Photo

Leipzig - Seit Jürgen Klopps Amtsantritt als „Head of Global Soccer“ Januar 2025 hat es innerhalb des Red-Bull-Fußballnetzwerks eine auffällige Fluktuation auf den Trainerposten gegeben. In der Regel waren sportliche Talfahrten der Auslöser für die Entlassungen. Teils – wie im Fall von RB-Trainer Ole Werner oder bei Tetsu Nagasawa (Omiya Ardija) gab es Differenzen beim Spielstil des Teams. In anderen Fällen sitzt Klopp tatsächlich nur als Berater im Boot, wie etwa beim FC Paris, an dem Red Bull lediglich Anteile hält.

Klopp im Widerspruch?

Mit Martín Demichelis wird bereits der zehnte Trainer während Klopps aktuell 16-monatiger Amtszeit als „Head of Global Soccer“ installiert. Die hohe Fluktuation steht allerdings im Kontrast zu seinen Worten vom Januar 2025, als er in Salzburg vorgestellt wurde. Damals sagte er über seinen künftigen Stil als Trainer-Chef: „„Natürlich werde ich anders mit Trainern zusammenarbeiten, als das andere vielleicht tun. Einfach, weil ich selbst in dieser Situation gewesen bin. Ich hoffe, dass Trainer acht, neun Jahre bei uns bleiben, weil sie denken, dass sie hier gut begleitet werden.”

Und weiter: „Ich war nie der Typ, der losgegangen ist und Leuten gesagt hat, was sie machen sollen. Ich glaube, zum Führen gehört Zuhören. Das werde ich machen. Ich möchte meine Erfahrungen teilen. Ich möchte Leuten helfen, das Beste aus sich selbst rauszuholen.”

Trainer-Rauswürfe im Red-Bull-Kosmos seit Januar 2025

30. März 2025: Marco Rose (49/RB Leipzig)
Knapp Zweieinhalb Jahre war der gebürtige Leipziger Trainer in Sachsen. Als Spieler war er mal Kapitän des von Klopp trainierten 1. FSV Mainz gewesen. Das rettete ihn März 2025 nach einer Abwärtsspirale nicht vor dem Rauswurf. Damals hieß es aber, man habe zu lange am Coach festgehalten.

23. September 2025: Tetsu Nagasawa (58/RB Omiya Ardija)
Beim Japaner werden Parallelen zu Werner sichtbar. Nagasawa hatte den Red-Bull-Klub als Meister von der dritten in die zweite Liga geführt. Dort aber performte das Team nicht wie erwartet. Als Tabellenachter hielt Omiya zwar noch Kontakt zu den Aufstiegs- und Playoff-Plätzen, dennoch musste Nagasawa mitten in der Saison gehen.

27. Oktober 2025: Sandro Schwarz (New York Red Bulls)
Wie auch Rose war Schwarz Spieler unter Klopp in Mainz gewesen. 2024 führte er New York Red Bulls ins MLS-Finale, verlor das aber gegen LA Galaxy. In der Saison darauf stürzte das Team auf Rang zehn der Eastern Conference ab und verpasste erstmals seit 2009 die MLS-Playoffs.

Mit dem LASK auf eins

27. Oktober 2025: Fernando Seabra (Red Bull Bragantino)
Seabra rettete das Team noch vor dem Abstieg, konnte den Klub in der folgenden Saison jedoch nicht in Richtung der internationalen Plätze entwickeln. Stattdessen verlor der brasilianische Emporkömmling zuletzt 13 von 20 Spielen und schied auch im Achtelfinale des Pokals aus.

17. Februar 2026: Thomas Letsch (Red Bull Salzburg)
Letsch, ehemals Jugendtrainer in Salzburg und u.a. Trainer des VfL Bochum, übernahm das Mutterteam in der Krise. Er führte Salzburg noch auf Rang zwei und lieferte sich in der Folgesaison ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Linzer ASK. Seine Mannschaft war punktgleich Erster und stand im Pokal-Halbfinale, als Letsch aufgrund des niedrigsten Punkteschnitts eines Salzburg-Trainers seit der Red-Bull-Übernahme 2005 gehen musste. Damals hieß es beim Klub: „Wir brauchen neue Impulse.“

22. Februar 2026: Stéphane Gilli (Paris FC)
Stéphane Gilli übernahm Paris FC 2023 in der zweiten Liga und führte den Klub 2025 zum ersten Aufstieg in die Ligue 1 seit 1979. Februar 2026 wurde er entlassen. Paris stand als Aufsteiger zwar nur auf Platz 15, befand sich aber noch über dem Abstiegsstrich. Die Klubführung entschied sich dennoch für einen Trainerwechsel und ersetzte ihn durch Antoine Kombouaré.

Freigestellt vor dem letzten Spiel

18. Mai 2026: Daniel Beichler (Red Bull Salzburg)
Der frühere Salzburger Jugendtrainer beerbte Letsch, drückte den Punkteschnitt aber auf 1,15 und wurde nach drei Monaten wieder von seinem Posten entfernt.

31. Mai 2026: Yuki Miyazawa (RB Omiya Ardija)
Miyazawa kam aus dem Nachwuchs in Salzburg und Co-Trainer beim Red-Bull-Farmteam Liefering. Er sollte den RB-Fußball nach Japan bringen. Die erhoffte Rückkehr in die J-League gelang unter ihm nicht. Ende Mai wurde er noch vor den entscheidenden Saisonspielen freigestellt.

17. Juni 2026: Ole Werner (RB Leipzig)
Werner führte RB Leipzig in seiner ersten Saison auf Rang drei und zurück in die Champions League. Dennoch trennte sich RB nach nur einem Jahr vom Trainer. Als Grund wurden unterschiedliche Vorstellungen über die künftige sportliche Ausrichtung genannt.