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Von Martin Henkel

"Dann muss man das auch pfeifen" Wie Marsch, Kampl und Aytekin die zwei Handspielszenen bewerteten

Mit dem Oberarm mitgenommen: Kevin Kampl in der vielleicht spielentscheidende Szene gegen Bayerns Goretzka

Mit dem Oberarm mitgenommen: Kevin Kampl in der vielleicht spielentscheidende Szene gegen Bayerns Goretzka

Die Bilanz entwickelt sich alles andere als erw├╝nscht f├╝r RB Leipzig in den Duellen gegen den FC Bayern M├╝nchen. Im 13. Duell gab es die achte Pleite bei vier Remis und nur einem Sieg. Der deutsche Rekordmeister: auch f├╝r die Messest├Ądter eine "bestia negra".

Das "schwarze Biest" zu sein, das hatte bislang nur der spanische Topklub Real Madrid immer mal wieder empfunden, wenn die Bayern sich im Europapokal ank├╝ndigte, obwohl auch das schon eine Weile her ist. F├╝r RB hingegen ist die Furcht real und aktuell, und wie das so ist, wenn man auf seine eigene Nemesis trifft: Dann geht auch schnell was schief, was sonst nicht passiert.

An den Oberarm gesprungen

So - mal wieder - geschehen am gestrigen Samstag, als Kevin Kampl im rechten Strafraumeck in einen Lupfer von Serge Gnabry sprintete. Die Szene in der 10. Minute sah harmlos aus, Kampl kontrollierte den Ball und bugsierte ihn aus der Gefahrenzone. Was Schiedsrichter Deniz Aytekin aber nicht gesehen hatte: Dem Routinier war der Ball an den Oberarm gesprungen.

Der Videoassistent schaltete sich ein, Aytekin besah sich die Szene am Monitor - und entschied auf Strafsto├č. Der Anfang vom Ende einer weiteren deftigen Niederlage f├╝r RB. Bei Schlu├čpfiff stand es 1:4 (0:1).

Kampl erkl├Ąrte sein Handspiel sp├Ąter so: "Im ersten Moment kommt der Ball gerade auf mich zu - und dann habe ich das Gef├╝hl, dass er ein bisschen nach innen geht. Ich versuche dann einfach, weil ich wusste, dass hinter mir auch noch jemand ist (Leon Goretzka; Anm. d. Red.), hinzukommen und den Ball zu kl├Ąren." Der Routinier wu├čte nat├╝rlich, dass dieses fr├╝he 0:1 (12.) spielentscheidend war. "Das tut mir nat├╝rlich leid f├╝r die Mannschaft."

Aytekin verteidigte seine Entscheidung sp├Ąter: "Er (Kampl, Anm. Red.) spielt den Ball mit dem Oberarm, da war eine ganz klare aktive Bewegung zu erkennen auf den Bildern. Und da bleibt mir dann keinerlei Spielraum mehr."

Diskussionen gab es ├╝ber diesen Elfer sp├Ąter keine. Daf├╝r aber ├╝ber eine vergleichbare Situation davor. In der 2. Minute hatte Szoboszlai M├╝ller an die Hand geschossen. Der M├╝nchener stand dabei im Strafraum, vollf├╝hrte zur Abwehr eine Turner-Waage und bekam seine Extremit├Ąt nicht mehr rechtzeitig hinter den R├╝cken. Die Tendenz dazu war aber da, also nicht absichtsvoll dieser Regelversto├č? Aytekin entschied: ja.

Warten auf den zweiten Sieg

Ob berechtigt oder nicht, dar├╝ber gingen sp├Ąter die Meinungen auseinander. Ex-RB-Trainer Julian Nagelsmann, der jetzt die Bayern trainiert, meinte sp├Ąter: "Ihr kennt mich. Ich w├╝rde zugeben, wenn es Elfmeter gewesen w├Ąre. War es in meinen Augen nicht." Sein Gegen├╝ber Jesse Marsch hat dazu eine andere Meinung: "Ich denke, wenn der eine Elfmeter gegeben wurde, dann h├Ątte man auch den anderen geben sollen."

Aytekin sah das anders: "Seit dem Sommer ist die Absicht in den Vordergrund ger├╝ckt. Bei Thomas M├╝ller war es so, dass er sich nach vorne beugt und versucht, seinen Arm komplett rauszunehmen und das Handspiel komplett zu vermeiden. Da war f├╝r mich keinerlei Absicht zu erkennen."

Die Partie h├Ątte mit einem fr├╝hen RB-Tor vielleicht eine andere Richtung nehmen k├Ânnen. Aber f├╝r den Moment ist kein Auskommen f├╝r die Sachsen gegen den Branchenf├╝hrer. Der zweite Sieg muss also noch warten. (RBlive/hen)