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Von Ullrich Kroemer, Martin Henkel

Finaltraum geplatzt Neymar & Co. zerlegen RB Leipzig

Auch zu dritt nicht zu stoppen: Neymar.

Auch zu dritt nicht zu stoppen: Neymar.

Das grĂ¶ĂŸte Spiel der Leipziger Klubgeschichte ist fĂŒr die Sachsen zu einem bitteren Abend mutiert. Im Halbfinale der Champions League spielte Paris St. Germain RB Leipzig ĂŒber 90 Minuten hinweg an die Wand und gewann gegen ĂŒberforderte Leipziger mit 3:0 (2:0). Die Leipziger schlichen geknickt vom Lissaboner Rasen, wĂ€hrend die Franzosen Final-FreudentĂ€nze auf dem Rasen veranstalteten. Bis bei RB der Stolz ĂŒber das in den vergangenen Tagen Geleistete zurĂŒckkehrt, dauert es nach dieser VorfĂŒhrung wohl eine Nacht.

RB-Trainer Julian Nagelsmann hatte einen offensiven, mutigen Matchplan angekĂŒndigt. Doch RB wirkte von Beginn an nur wie eine schlechte Kopie des Teams, das AtlĂ©tico im Viertelfinale so furios bespielt hatte. Wie gelĂ€hmt ließ der Bundesliga-Dritte den Angriffswirbel der Pariser ĂŒber sich ergehen. Das Zaubertrio von PSG – Kylian MbappĂ© und Angel di Maria kehrten neben Neymar in die Startelf zurĂŒck – zeigte RB bereits in der Startphase die Grenzen auf.

RB nervös und fehleranfÀllig

Neymars erster gefĂ€hrlicher Schuss aus halblinker Position landete noch am Außenpfosten (6.). Und als MbappĂ© kurz darauf traf, pfiff Schiedsrichter Björn Kuipers noch wegen Handspiels von Neymar ab, weil der vom ungewohnt unsicheren Keeper Peter Gulacsi in höchster BedrĂ€ngnis angeschossen worden war (7.). Doch Paris erhöhte den Druck weiter, und Neymar holte clever FreistĂ¶ĂŸe heraus. Aus halbrechter Position fĂŒhrte di Maria aus und die gesamte Leipziger Abwehrreihe ließ den wendigen Mittelfeldmann Marquinhos außer Acht, der unbedrĂ€ngt in den FĂŒnfmeterraum schwebte und gegen Gulacsi Laufrichtung zur frĂŒhen FĂŒhrung einköpfte (13.).

Nagelsmann hatte sein schickes graues Karo-Sakko bereits ausgezogen und stand in seinen blauen Schnallenslippern hadernd am Außenrand, wĂ€hrend sein Kollege Thomas Tuchel in sich ruhend mit Gipsfuß auf einer Eistruhe Platz genommen hatte. Beide Coaches sahen, dass Leipzig gegen die hoch pressenden Franzosen ĂŒberhaupt keine Entlastung gelang. An Passstafetten war gar nicht zu denken. Bereits nach drei, vier Ballkontakten war der Ball wieder weg. RB agierte nervös und fehleranfĂ€llig, wĂ€hrend PSG dominanten Ballbesitzfußball zeigte und seine KĂŒnstler suchte. MbappĂ© scheiterte freigespielt allein vor dem Tor an Gulacsi (17.).

Eine einzige Torchance hatten die Leipziger in den ersten 45 Minuten, als sich Konrad Laimer mal ĂŒber die rechte Seite durchsetzte und StĂŒrmer Yussuf Poulsen bediente, der jedoch wenige Meter vor dem Tor verstolperte (25.).

Galavorstellung von Neymar

PSG-Star Neymar hingegen erwischte einen Galaabend, war ĂŒberall auf dem Spielfeld zu finden, holte sich tief BĂ€lle, trat FreistĂ¶ĂŸe direkt wie bei seinem nĂ€chsten Pfostentreffer (35.) und bereitete das 0:2 vor. Nach einem Patzer von Gulacsi, der ungenau auf Marcel Sabitzer spielte, bediente der Brasilianer di Maria zentral im Strafraum, der ohne Probleme einschob (42.). Kurz darauf hatte Neymar gegen nun völlig verunsicherte Leipziger sogar noch das mögliche 3:0 auf dem Fuß (44.).

In der Pause stellte Nagelsmann auf Dreierkette um und brachte Routinier Emil Forsberg und Sturmturm Patrik Schick fĂŒr die wirkungslosen Dani Olmo und Christopher Nkunku. RB versuchte nun nach der verschlafenen ersten HĂ€lfte ins Risiko zu gehen, presste höher und kam durch einen Distanzschuss von Forsberg zu einer Chance (52.). Doch es dauerte nicht lang, bis Paris RB im gespenstisch stillen Estadio da Luz endgĂŒltig das Licht ausknipste. Nordi Mukiele, den Nagelsmann fĂŒr Marcel Halstenberg in die Startelf beordert hatte, rutschte an der Eckfahne aus und hob so bei der Flanke von di Maria auf den Ex-MĂŒnchener Juan Bernat das Abseits auf. Der kleine Spanier traf per Kopf zum 3:0 (56.).

Pariser Scheibenschießen mit Testcharakter

Im vergangenen September, als RB hier in der Gruppenphase 2:1 gegen Benfica gewonnen hatte, hatte es im 60.000 Zuschauer fassenden Tempel getost. Nun waren nur noch die aufgeregten Kommentare der französischen Radiokollegen zu hören – und die gelegentlichen verzweifelten Rufe von Nagelsmann. Das große Spiel war gelaufen und hatte in der letzten halben Stunde nur noch den Charakter einer Testpartie mit Pariser Scheibenschießen in Lissabon. PSG hatte noch diverse gute Chancen auf das 4:0, RB zog auch ein paar Mal ab, unter anderem durch Sabitzer (60., 65.), Angeliño (75.) und Schick (82.). Doch dem Neuling in diesen SphĂ€ren des europĂ€ischen Topfußballs wollte an diesem Abend nichts gelingen. (RBlive/ukr)