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Von Matthias Kießling

Führung „sehr gut wegverteidigt“ – RB Leipzig mit Jubiläumsauswärtssieg in Bremen

Julian Nagelsmann coacht RB Leipzig zum zehnten Auswärtssieg in der Bundesliga im Jahr 2019.

Julian Nagelsmann coacht RB Leipzig zum zehnten Auswärtssieg in der Bundesliga im Jahr 2019.

Zwölf Auswärtsspiele hat RB Leipzig in der Bundesliga im Jahr 2019 bestritten. Lediglich einmal musste man sich dabei geschlagen geben. Bei der 1:2-Niederlage in Bremen zum Abschluss der Vorsaison hatte Ralf Rangnick eine Woche vor dem Pokalfinale seine B-Elf auflaufen lassen. Dazu kam noch ein 3:3 in Mainz. Ansonsten stehen ausschließlich Siege in der Bilanz des Kalenderjahres. Das 3:0 in Bremen am Samstag war entsprechend bereits der zehnte Auswärtssieg in der Bundesliga im Jahr 2019. Dazu kamen noch Auswärtssiege im DFB-Pokal in Augsburg, Hamburg und Osnabrück und das 2:1 zuletzt in der Champions League in Lissabon. Macht 14 Auswärtssiege in 16 Spielen.

RB Leipzig mit Bundesliga-Topwert im Jahr 2019

Mit dieser beeindruckenden Auswärtsserie kann in der Bundesliga im Jahr 2019 niemand mithalten. 31 RB-Punkte aus zwölf Spielen sind absoluter Topwert. Mönchengladbach holte in nur zehn Spielen immerhin 22 Punkte, Leverkusen und Bayern in ebenfalls zehn Spielen 21 bzw. 19 Punkte. Und Dortmund brachte es wie die Bayern auf 19 Punkte, allerdings in elf Spielen.

Wie der Kicker (Print) vorrechnet, sind die zehn Tore aus den ersten drei Auswärtsspielen von RB Leipzig in dieser Saison einer der höchsten Werte der Bundesliga-Geschichte. Lediglich Gladbach mit 13 (1973), Frankfurt mit zwölf (1993) und Bayern mit elf Toren (1995) waren in der Vergangenheit in den ersten drei Partien einer Saison in der Fremde erfolgreicher.

Standards lösen zähes Spiel in Bremen zugunsten von RB Leipzig auf

Zwei von drei Toren in Bremen schoss RB Leipzig dabei nach Standards. In der vergangenen Saison hatte Ralf Rangnick seiner Mannschaft vor allem in der Rückrunde eine gute Qualität bei ruhenden Bällen mitgegeben. In der aktuellen Spielzeit war RB bis zum Bremen-Spiel erst einmal nach Standard erfolgreich. Mit nun drei Treffern hat man sich in die Spitzengruppe der Bundesliga bei ruhenden Bällen katapultiert. Nur Bayern ist da mit vier Toren erfolgreicher.

Die zwei Standardtore vor der Pause lösten in Bremen ein recht zähes Spiel aus. Werder hatte sich aufgrund der Personalsituation und der vermuteten Offensivstärke der Gäste in einem 5-3-2 sehr tief in der eigenen Hälfte verschanzt. Das erstaunte, denn Bremen war in den ersten vier Spielen das Bundesligateam mit den meisten offensiven Torabschlüssen. Gegen Leipzig, die ebenfalls in einem 5-3-2 versuchten gegen das Defensivbollwerk anzuspielen, entstand so ein Spiel mit sehr wenig Torabschlüssen.

Lediglich zweimal (einmal auf jeder Seite) schossen beide Teams vor der Pause aus dem Spiel heraus in Richtung gegnerisches Tor. Überhaupt nur insgesamt fünfmal wurde ein Torschuss abgegeben. Der Erwartungswert (expected Goals = xG) in der ersten Halbzeit für RB Leipzig, wie viel Tore aus ihren Chancen im Normalfall fallen würden, lag bei 0,15 Toren, also nahe Null. Daraus gleich zwei Tore zu machen, ist der Inbegriff von Effizienz.

Komplette RB-Dominanz nach der Pause

Taktisch gesehen wich RB Leipzig im Spielverlauf im Anlaufen auch mal vom 5-3-2 mit einem Sechser und zwei Achtern ab. Dann nämlich wenn Sabitzer neben Laimer auf die Sechs rückte und Nkunku davor auf die Zehnerposition. Auch Florian Kohfeldt reagierte auf der anderen Seite zwischenzeitlich mit einer solchen Formation, sodass RB Leipzig und Bremen oft gespiegelt zueinander spielten und sich vor allem in der ersten Halbzeit weitgehend neutralisierten.

Jenseits von Formationen sah Julian Nagelsmann im Spiel seiner Mannschaft vor allem die Restverteidigung als Problem. Dadurch sei man immer wieder in Konter gelaufen und musste „viele Meter gehen“. Nach der Pause war davon nur noch wenig zu sehen und dominierte RB Leipzig bis zum Platzverweis gegen Konrad Laimer (64.), dem ersten Platzverweis für RB seit der roten Karte gegen Ilsanker in München im Dezember letzten Jahres, nach Belieben, verpasste aber den vorentscheidenden dritten Treffer. 8:1 Torabschlüsse hatte RB bis zum Platzverweis, wobei der Torschuss der Bremer von deutlich jenseits des Strafraums kam.

Leipzig igelt sich wegen englischer Woche ein

Mit dem Platzverweis änderte sich auch komplett die Statik des Spiels. Der Druck, den RB im Spiel gegen den Ball bis dahin sehr gut ausüben konnte, war komplett dahin. Diego Demme ersetzte bald Matheus Cunha und Leipzig verteidigte in einem nun sehr tiefen 5-4-1 gegen ein Bremen, das nach nur 41% Ballbesitz in den ersten 64 Minuten plötzlich 57% Ballbesitz hatte und noch mal Druck auf die letzte Reihe von RB Leipzig ausübte. Es war quasi das umgekehrte Spiel zu den ersten 64 Minuten, nur dass Bremen bei 5:3 Torschüssen daraus offensiv kaum Kapital schlagen konnte.

„Wir hätten höher verteidigt, wenn es keine englische Woche gewesen wäre“, begründete Julian Nagelsmann nach dem Spiel in Bremen, die sehr passive und auf Konter lauernde Herangehensweise in den letzten 25 Minuten mit nur noch neun Feldspielern. Deswegen sei auch das Umstellen auf Viererkette keine Option gewesen. Hätte man diese Variante gewählt und vorn nicht genug Druck im Spiel gegen den Ball aufbauen können, wäre zu viel Action auf die Verteidigungskette von RB Leipzig zugekommen. Mit der Fünferkette und einem tief stehenden Mannschaftsverbund habe man die restliche Spielzeit dann „sehr gut wegverteidigt“. Zur Belohnung gab es den zehnten Bundesliga-Auswärtssieg im Jahr 2019. Eine eindrucksvolle Bilanz.