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Von Martin Henkel

Gelb-Rot für Plea Gladbach kritisiert neue Gangart des DFB, Stieler wehrt sich

Zwei Mal abfällig: Schiedsrichter Tobias Stieler zeigt Alassane Plea Gelb-Rot.

Zwei Mal abfällig: Schiedsrichter Tobias Stieler zeigt Alassane Plea Gelb-Rot.

Das Wort erbärmlich fiel auf der Pressekonferenz nach dem Topspiel am Abend zwischen RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach. Nicht auf dem Podium, sondern aus den Reihen der Berichterstatter davor. Gemeint war damit der Vortrag von Schiedsrichter Tobias Stieler. Der Hamburger hatte seine Hand am 2:2 (0:2) gehabt, als er nach dem Anschlusstreffer der Sachsen dem Gästestürmer Alassane Plea zwei Mal Gelb in kurzer Folge wegen abfälliger Gesten und einer Beschwerde über einen nicht gegebenen Freistoß gab (61.).

Ich sage nix!

Tatsächlich erbärmlich? Keiner der zwei Trainer widersprach dem Kommentar aus dem Auditorium. RB-Coach Julian Nagelsmann sagte knapp: „Die gelb-rote Karte hätte ich nicht zwingend gegeben.“ Sein Kollege Marco Rose sagte „erstmal nix dazu“.

Aber es war natürlich jedem klar, dass der gebürtige Leipziger nicht einverstanden war mit dem Platzverweis. Mit zehn Mann musste sein Team, das die Partie vor der Pause klar dominiert hatte und durch Treffer von Plea (24.) und Jonas Hoffmann (35.) in Führung gegangen war, in der 89. Minute durch einen Kunstschuss von Christopher Nkunku noch den Ausgleich hinnehmen.

Gladbachs Sportchef Max Eberl sagte nach der Partie: „Die gelb-rote Karte verändert das Spiel natürlich. Aus meiner Sicht war das ein Foul an Lasso (Plea, Anm. Red.). Wir haben latent gespürt, dass Kleinigkeiten nicht für uns gepfiffen wurden, ohne dass ich eine Generalkritik äußern möchte. Aber man muss einem Spieler, der emotional ist, weil er keinen Freistoß bekommen und daraufhin die Gelbe Karte gesehen hat, nicht noch die zweite Karte zeigen. Da erwarte ich, dass wir uns noch regen dürfen und nicht nur noch zu funktionieren haben.“

Worauf Eberl anspielte: Seit der Rückrunde fahren die DFB-Schiedsrichter eine härtere Gangart gegen den Ungeist des Protestierens, Abwinkens, der Rudelbildung und lautstarken Beschwerde. Grund dafür sind zunehmende Gewaltausbrüche gegen Kollegen in den Amateurliegen. Der DFB erhofft sich von Spielern und Trainern des Profifußballs eine Vorbildwirkung.

Stieler erklärte deshalb sein Vorgehen so: „Der Gladbacher Spieler wollte einen Freistoß, den hat er nicht bekommen. Dann hat er heftig reklamiert, dafür hat er Gelb gesehen. Damit war er dann auch nicht einverstanden, hat zwei Mal eine abfällige Geste in meine Richtung gemacht. In der Konsequenz ist das dann Rot. Das war unsportlich, respektlos und ist so nicht mehr akzeptabel.“

Der Hamburger wies darauf hin, dass alle Beteiligten vor dem Start der Rückrunde über die veränderte Vorgehensweise informiert worden seien. „Die Gelben Karten“, so Stieler, „sind die Folge dieser verschärften Regelauslegung, die Gelb-Rote hätte ich in der Hinrunde vermutlich nicht gegeben. Wir Schiedsrichter haben uns dazu committed und ich werde nicht der Erste sein, der dagegen verstößt.“

Rose: „Wir müssen reden!”

Der Unparteiische wies daraufhin, dass dieses Vorgehen auch den Richtlinien der Uefa entspreche. „Ich komme gerade von einem Wintertrainingslager des Dachverbandes und unsere Linie ist auch die der Uefa. International wird das schon viele Jahre so gemacht, wir in Deutschland waren da etwas nachlässig. Da muss jetzt ein Lernprozess stattfinden.“

Rose findet das grenzwertig. Er selbst bekam von Stieler wegen eines Gefühlsausbruchs ebenfalls Gelb gezeigt. So wie auch Marco Elvedi nach einer Rudelbildung im Anschluss an den Platzverweis für Plea. „Die Aktion vor meiner eigenen Gelben Karte war too much“, bekannte der Trainer. „Das sieht jeder. Ich kann nachvollziehen, dass ich dafür Gelb bekommen habe.“ Aber: „Schwierig wird es, wenn wir in diesem Zusammenhang von Vorbildwirkung reden. Die haben wir, ganz klar, und was in den unteren Ligen passiert, geht gar nicht. Aber wir dürfen das Thema nicht in die Richtung lenken, dass wir mit unserem Verhalten verantwortlich sind, dass in unteren Ligen Schiedsrichter geschlagen werden. Das darf nicht passieren, wir sind emotional und manchmal ist es zu viel. Dafür werden wir bestraft, das ist klar. Aber wir dürfen nicht dahinkommen, dass man uns in die Schuhe schiebt, dass Dinge passieren, die nicht passieren dürfen. Wir müssen uns deshalb zusammensetzen und reden.“ Wohl wahr. (RBlive/mhe)

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