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Gewalt durch Leipziger Ordner nach Hamburger Pyro-Einsatz? – Polizei widerspricht

Hat RB Leipzig ein Problem mit dem Sicherheitsdienst in der Red Bull Arena? HSV-Fanprojekt beklagt gezielte Gewalt.

Hat RB Leipzig ein Problem mit dem Sicherheitsdienst in der Red Bull Arena? HSV-Fanprojekt beklagt gezielte Gewalt.

Auch nach dem vergangenen Heimspiel von RB Leipzig gegen den Hamburger SV war Gewalt ein Thema. Während des Spiels gab es aufseiten der Leipziger Fans Banner für friedliche Fankultur. Die Hamburger Auswärtsfahrer hatten Pyrotechnik im Gepäck. Dies war laut Hamburger Fanprojekt Ausgangspunkt für körperliche Auseinandersetzungen mit einigen Leipziger Ordnern, wie im Statement auf facebook zu lesen ist.

HSV-Projekt schildert vermummte Ordner mit gezielter Gewalt

Der Sicherheitsdienst habe nach Abpfiff den Hamburger Fans den Weg aus dem Stadion zunächst erschwert. Dadurch sollten Einzelpersonen identifiziert werden, die für das Abbrennen der Pyro-Fackeln verantwortlich waren. Laut Fanprojekt habe sich aber schnell gezeigt, dass das Stadionpersonal selbst andere Ziele verfolgte.

Als erste Hamburger vom Ordnungsdienst festgesetzt werden sollten, sei die Situation eskaliert. Auf die Proteste der Fans seien handgreifliche Auseinandersetzungen gefolgt. Das HSV-Fanprojekt spricht von vermummten Ordnern und gezielter Gewalt gegen Hamburger Fans. Ein Anhänger soll bewusstlos geschlagen von Sanitätern behandelt worden sein.

Beim Fanprojekt zeigte man sich empört über die Rolle der Polizei. „Es war zu beobachten, dass eine Vielzahl von Polizisten in unmittelbarer Nähe standen und lediglich passiv das Geschehen verfolgten.“ Stattdessen hätte man die „hoheitliche Befugnis“ gehabt, die Festnahmen selbst durchzuführen und sie nicht „weniger geschulten Ordnern“ zu überlassen.

Polizei Sachsen: Auseinandersetzung zwischen Ordnern und HSV-Fans durch Polizei beendet

Am Sonntag kursierten die ersten Meldungen der Zwischenfälle. Daraufhin kündigte die Polizei Sachsen via Twitter Ermittlungen an und bestätigte eine Auseinandersetzung zwischen einzelnen Fans und Ordnern, bei dem ein Anhänger ärztlich behandelt werden musste. Am Dienstagabend ergänzte die Behörde ihre Schilderungen und widersprach dem Bericht des HSV-Fanprojekts. Vielmehr, so die sächsische Polizei, seien die Ordner durch Hamburger Fans mit Holzstangen angegriffen und verletzt worden. Zuvor seien die Identitäten zweier HSV-Fans festgestellt worden, beide werden verdächtigt, Pyrotechnik abgebrannt zu haben. Der bei den Auseinandersetzungen verletzte HSV-Fan habe Anzeige wegen Körperverletzung gestellt.

Aufklärung von RB Leipzig gefordert

Das Hamburger Fanprojekt nahm am Schluss der Stellungnahme auch Bezug auf das Spiel von RB Leipzig in Dortmund. „Zu Beginn des Spiels setzten die Fans von RB Leipzig als Antwort auf die Vorfälle in Dortmund vielfache Zeichen gegen Gewalt. Die Fans, die ein Spruchband hochhielten auf dem ‚Gewalt ist die Zuflucht der Unfähigen‘ stand, haben sich wohl nicht träumen lassen, was nach Abpfiff der zweiten Halbzeit im Gästebereich ihres Stadions stattfinden sollte.“

Zu Recht könne RB Leipzig einen friedlichen Fußball von allen anderen Bundesligisten fordern. Allerdings sei im genauso eine Aufklärung der Ereignisse vom Samstag nötig, forderte das Hamburger Fanprojekt. RB Leipzig wollte sich auf Anfrage zu den Vorfällen bis auf weiteres nicht äußern.

Hamburger Fanhilfe stützt Version des Fanprojekts

Auch die Hamburger Fanhilfe, die unter anderem „das Geschehen und die Entwicklungen unserer und anderer Fanszenen sowie die Maßnahmen der Polizei“ dokumentiert, schlägt sich auf die Seite der Darstellung des Fanprojekts. Man empfinde „Aussagen der Polizei Sachsen als große Frechheit“ erklärt man in einer Stellungnahme. Die Auseinandersetzungen seien keineswegs durch die Polizei beendet worden, sondern dadurch dass die HSV-Fans das Stadion verlassen haben.

Die HSV-Fans seien auch nach der Ingewahrsamnahme von zwei Fans beim Verlassen des Stadions immer wieder geschlagen worden. Hierbei seien auch Fahnenstöcke der HSV-Fans verwendet worden. Ein Ordner habe zudem ein Teppichmesser gezückt, aber nicht eingesetzt. Die Fanhilfe bittet Beobachter der Szenerie, sich bei ihnen zu melden und eventuelles Videomaterial zur Verfügung zu stellen.

Leipziger Anhänger nehmen ihren Verein in die Pflicht

Auch Anhänger von RB Leipzig sehen nach den Vorfällen im Gästeblock beim Spiel gegen den HSV Aufklärungsbedarf. Nach Ansicht der „Jungs der Südkurve“ seien die Berichte des Hamburger Fanprojekts aufgrund ihrer Detailliertheit glaubwürdig.

Wir sehen hier RB Leipzig in der dringenden Pflicht die Vorfälle aufzuarbeiten. Wer mit familienfreundlichen und gewaltfreien Fußball wirbt, muss sich auch um das Wohl seiner Gäste kümmern. Das abbrennen von Pyro-Technik darf in keinsterweise solche Vorgehensweisen rechtfertigen“, so die Anhänger bei Facebook.