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von Matthias Kießling

„Hätten schon in der ersten Halbzeit umstellen müssen“: Nagelsmann erklärt späten Taktik-Wechsel

Julian Nagelsmann wartete bis zur Halbzeitpause, bis er RB Leipzig eine dringend nötige Systemumstellung verpasste.

Julian Nagelsmann wartete bis zur Halbzeitpause, bis er RB Leipzig eine dringend nötige Systemumstellung verpasste.
Copyright: imago images / ActionPictures

Mit einem glücklichen 1:1 war RB Leipzig gegen den FC Bayern München am Samstagabend durch einen späten Elfmetertreffer (Emil Forsberg) zur Pause in die Kabine gegangen. Phasenweise dominierte in den 45 Minuten zuvor das Gefühl, dass bei den Leipzigern ein Mann weniger auf dem Platz stand. Mit 76 Prozent Ballbesitz erdrückte der FCB die Gastgeber förmlich.

Wenn RB aus der eigenen Hälfte aufbauen wollte, dann stand der Gast oft mit mindestens acht Feldspielern in der Leipziger Hälfte, ließ keinerlei Spielaufbau zu und eroberte viele Bälle schon sehr früh. So dominant hatte man in der Red Bull Arena in den letzten Jahren keinen Gegner agieren gesehen, was bei vielen Beobachtern der Begegnung früh die Frage aufwarf, warum Trainer Julian Nagelsmann nicht mit einer Systemveränderung auf das Geschehen reagiert. Schließlich passte die Positionierung der RB-Akteure auf dem Platz sichtbar nicht zusammen.

Wenn Werner, Poulsen oder Sabitzer aus dem 5-3-2 heraus in der Spitze anliefen und sich anschließend verwundert umdrehten, war zwischen ihnen und dem Rest des Teams oft 30 Meter Platz und es waren Räume entstanden, in die die Bayern mit ihrer Passsicherheit hereinspielten. Klostermann rechts und Halstenberg links standen in der Fünferkette sehr tief, sodass die Bayern auf der Außenbahn oft mit Geschwindigkeit auf die letzte Reihe zulaufen konnten und dort dann Gefahr aufbauten, die nur dank der Arbeit in der Innenverteidigung nicht zu noch mehr Gegentoren führte.

Julian Nagelsmann fehlt bei RB Leipzig ein passender Spieler für frühe Systemumstellung

„Wir hatten vor der Pause wenig Zugriff. Es gab zu wenig Mut in der Abwehrkette, auch in die Halbräume hereinzukommen und gegen Müller, Lewandowski oder Coman zu verteidigen“ bemängelte Julian Nagelsmann auch eine zu tief agierende Abwehr. „Hinten waren wir häufig in sehr großer Überzahl und vorn in sehr großer Unterzahl“, analysierte der Trainer von RB Leipzig nach der Partie. „Deswegen hatten wir wenig Zugriff.“

„Wir hätten schon in der ersten Halbzeit umstellen müssen“, erklärte Nagelsmann, dass er eigentlich schon früh hätte von der Fünferkette wegkommen müssen. Aber „das haben wir nicht gemacht, weil wir keinen Spieler in der Abwehrkette hatten, der gegen die Bayern mal schwuppsdiwupps auf die Sechs vor kann. Das ist ein Prozess, da müssen wir Spieler hinentwickeln, dass wir in der ersten Elf so umstellen können, dass wir sofort auf zwei Sechser gehen können.“

Mit Viererkette und Zehner Poulsen zu Augenhöhe gegen die Bayern

In der zweiten Halbzeit spielte RB Leipzig statt eines 5-3-2 ein 4-4-2 bzw. sogar eher ein 4-2-3-1/4-4-1-1. Demme kam für den unsicheren Klostermann, der auch den Ballverlust vor dem 0:1 durch Robert Lewandowski (3.) produzierte, in die Partie und rückte neben Laimer auf die Doppelsechs. Die beiden ergaben zusammen ein ballsicheres und in der Ballereroberung auch aggressives Duo, das dem RB-Spiel zu sehr viel mehr Stabilität und Balance zwischen Offensive und Defensive verhalf. Durch das Duo in der Mitte konnten Sabitzer und Forsberg links und rechts stärker nach außen verteidigen und Halstenberg und Mukiele auf den Außenverteidigerpositionen besser unterstützen.

Vor allem aber schaffte es RB Leipzig durch die Systemumstellung, Zugriff auf den Spielaufbau der Bayern zu bekommen. Dafür wurde Poulsen im Spiel gegen den Ball etwas tiefer positioniert und störte so nicht primär die gegnerischen Innenverteidiger, sondern den Sechserraum, wo Thiago und Kimmich spielten. Während Werner vorn die Innenverteidiger beschäftigte, sorgten vor allem Poulsen, Demme und Laimeer dafür, dass im Mittelfeldraum keine Anspielstationen entstanden, während außen Sabitzer und Forsberg dichtmachten.

Gulacsi: Spieler sollen Systemumstellungen selber vornehmen

Zusammen mit mehr Mut im Spiel gegen den Ball schaffte es RB Leipzig nach Wiederanpfiff, durch die Systemumstellung mit den Bayern auf Augenhöhe zu agieren, sodass die zweiten 45 Minuten ein echtes Spitzenspiel wurden. Dass es so lange dauerte, bis man auf Augenhöhe gelangte, ärgerte Torwart Peter Gulacsi nach der Partie. „Wenn wir keinen Zugriff finden, kann es nicht bis zur Halbzeit dauern, dass wir das ändern“, monierte einer der besten Spieler auf dem Platz und forderte Umstellungen unabhängig von den Anweisungen des Trainers: „Wir haben genug erfahrene Spieler, die das selber regeln und umstellen können. Wenn wir das Gefühl haben, es fehlt ein Spieler, dann müssen wir das auf dem Platz regeln.“

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