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Nürnberg steuert auf Negativrekord zu

Der Club liegt am Boden, aber Christian Mathenia macht ausgerechnet die Defensive von RB Leipzig Hoffnung.

Der Club liegt am Boden, aber Christian Mathenia macht ausgerechnet die Defensive von RB Leipzig Hoffnung.

Christian Mathenia kann es kaum fassen. 17 Spiele nacheinander hat der 1. FC Nürnberg in der Fußball-Bundesliga nun schon nicht gewonnen. Seit mehr als vier Monaten holt der Torwart Wochenende für Wochenende die Bälle hinter sich aus dem Tor. Trotzdem fing niemand laut an zu lachen, als Mathenia auch nach dem 1:2 bei Fortuna Düsseldorf wieder sagte: „Wir haben immer noch die Chance, die Liga zu halten.“

1. FC Nürnberg kann Negativrekord vom SC Freiburg übernehmen

Selbst nach einer kompletten Halbserie ohne Erfolg ist der Tabellenletzte nur drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt. Bleibt der Club auch im 18. Spiel in Folge ohne Sieg, stellt er einen neuen Vereins-Negativrekord auf. Verliert Nürnberg gegen Leipzig hätte man laut Kicker (Print) die schlechteste Bilanz eines Bundesligisten seit Einführung der Drei-Punkte-Regel. Bisher hält Freiburg diesen Rekord mit 14 Punkten und -29 Toren. Der FCN steht bei 13 Punkten und -30 Toren.

„Ich glaube, das gab es in der Bundesliga noch nie, dass man mit so wenig Punkten noch drinbleiben kann“, erklärt Torwart Christian Mathenia. Dieses Gefühl haben viele: Dass die Liga gerade den schlechtesten Abstiegskampf seit der Erfindung des Torpfostens erlebt. Ob das auch tatsächlich so ist, lässt sich erst nach dem letzten Spieltag am 18. Mai sagen. Noch gilt seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel 1995 der «Rekord» des Hamburger SV, der sich in der Saison 2013/14 mit 27 Punkten in die Relegation rettete und damit so wenig Punkte für den Klassenerhalt benötigte, wie kein anderer Verein davor oder danach.

Schwaches Abstiegskampf-Quartett

Trotzdem lässt sich auch Mathenias Eindruck zumindest mit Zahlen untermauern. Gleich vier Vereine haben in dieser Saison in mehr als 20 Spielen weniger als 20 Punkte geholt. In der Addition kommen der Tabellenletzte 1. FC Nürnberg (13) sowie seine drei Konkurrenten Hannover 96 (14), VfB Stuttgart (16) und FC Augsburg (18) auf eine Anzahl von 61 Punkten nach 23 Spieltagen.

Das ist der mit Abstand schwächste Wert seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel. Denn selbst in der besagten Saison 2013/14, als es so leicht war wie noch nie, in der Bundesliga zu bleiben, hatten die vier letzten Vereine VfB Stuttgart (19), Hamburger SV (19), SC Freiburg (19) und Eintracht Braunschweig (16) zu diesem Zeitpunkt insgesamt 73 Punkte geholt.

Nürnberg unter Trainer Boris Schommers wieder stabiler – RB Leipzig mit schwacher Defensive?

Dass Nürnberg ausgerechnet gegen RB Leipzig nach 17 Spielen ohne Sieg dreifach punkten, klingt angesichts der bisherigen Bilanz unwahrscheinlich. Allerdings präsentiert sich das Team seit dem Wechsel zu Trainer Boris Schommers sehr stabil. Gegen Tabellenführer Dortmund reichte es mit Glück und Geschick zu einem 0:0. In Düsseldorf verteidigte Nürnberg nach einer sehr frühen roten Karte zu zehnt sehr gut und musste sich unglücklich 1:2 geschlagen geben.

„Wir können aus dem Dortmund-Spiel die positiven Ansätze ziehen, da haben wir es defensiv sehr gut gemacht. Leipzig hat eine ähnliche Qualität“, schöpft Christian Mathenia im Kicker Hoffnung aus dem letzten Heimspiel. Als Schwachpunkt beim Gegner hat er dabei auch eine „nicht sattelfeste“ Abwehr bei RB ausgemacht. Bei bisher nur drei Leipziger Gegentoren in sieben Pflichtspielen 2019, davon nur einem Gegentor aus dem Spiel heraus, eine gewagte Aussage.

(RBlive/ DPA)