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Von Martin Henkel

Peter Gulacsi exklusiv zum Liga-Restart „Die ganze Welt guckt zu!”

Hält sich in Corona-Zeiten fit: RB-Keeper Peter Gulacsi

Hält sich in Corona-Zeiten fit: RB-Keeper Peter Gulacsi

Nur noch wenige Stunden, dann startet die Bundesliga in ein historisch einmaliges Experiment: ihre Saison inmitten einer Pandemie zu Ende zu bringen mit Abstandsregeln, Isolationsmaßnahmen, Mundschutz - und vor allem vor leeren Rängen. 

Wie's ausgeht? Keiner weiß es. Trotzdem scheint der Großteil der Fußballer Lust auf die Testreihe von neun Spielen zu haben, die noch ausstehen. Darunter ist auch RB Leipzigs Schlussmann Peter "Pete" Gulacsi. Der 30 Jahre alte Ungar sprach mit Mitteldeutscher Zeitung und RBlive vor dem Start der Corona-Restsaison über seine Vorfreude auf die Partie am Samstag gegen Freiburg, seine Zeit in der Isolation am Cottaweg, das Gefühl, keine Fans im Rücken zu haben - und seinen Playstation-Controller.

Herr Gulacsi, wie geht es Ihnen so wenige Stunden vor Wiederaufnahme der Meisterschaft?
Peter Gulacsi: Alles okay. Körperlich sowieso, wir trainieren seit einer Woche wieder mit der Mannschaft. Und mental sind wir auch alle gut drauf. Wir können es kaum erwarten, wieder spielen zu können, auch wenn Spiele ohne Fans nicht dasselbe sind.

Das letzte Spiel vor der Corona-Pause war das gewonnene Champions-Achtelfinal-Rückspiel gegen Tottenham. Das Stadion war gefüllt bis unters Tribünendach. Jetzt geht es mit dem Spiel gegen Freiburg weiter - vor leeren Rängen. Wie fühlt sich das an?
Auf der einen Seite ist es wie ein ganz normaler Saisonstart. Niemand weiß, wo er genau steht. Auf der anderen Seite ist alles anders, ja. Wir sind mitten in der Saison, die Tabelle steht schon und wir haben noch neun Spiele. Es ist, wie der Trainer es gesagt hat: wie ein kleines Turnier. Es wird mental eine große Herausforderung. Aber das Wichtigste ist: Die Freude ist wieder da!

Was geht gegen Freiburg, auf dem Papier ist RB Dritter, der Sportclub Achter.
Das kann ich nur schwer einschätzen. Niemand kann das gerade genau sagen. Wir haben zwei Monate nicht als Team trainiert und keine Spiele gehabt. Das kann man auch nicht mit einer normalen Urlaubszeit plus Vorbereitung vergleichen, weil man immer mit der Mannschaft trainiert und so in die Saison geht. Die Form ist da, doch kein Verein weiß, wie gut man wirklich vorbereitet ist.

Jeder von uns hatte auch seine Sorgen wegen des Virus'.
Peter Gulacsi

Wie haben Sie die letzten zwei Monate verlebt?
Jeder von uns hatte sicher auch seine Sorgen wegen des Virus'. Aber ich persönlich bin sehr glücklich, in Deutschland zu sein, weil das Land die Krise sehr gut im Griff hat. Ich hatte nie Angst, habe mich an alle Maßnahmen gehalten und habe auf Kleinigkeiten geachtet.

Welche, können Sie uns ein Beispiel geben?
Na ja, ich bin vom Kleingruppentraining zum Beispiel sofort nach Hause gefahren, habe mich hier umgezogen, hab hier geduscht. Meine Frau hat unser Haus zwei Monate bis auf eine Ausnahme nicht verlassen. Da war sie beim Arzt. Aufgrund der ganzen Vorsichtsmaßnahmen hatte ich auch keine Angst.

Es hat manchen Profi gegeben, der seine Angst vor einer Erkrankung an Covid-19 ausgedrückt hat. Wie ist das bei Ihnen unter den Kollegen?
Wir waren alle sehr diszipliniert, man konnte spüren, dass jeder sich nicht nur für sich selbst, sondern das Team und den Verein verantwortlich fühlt. Deswegen können wir am Samstag starten.

Peter Gulacsi über Geisterspiele: „Wir tun es auch für den Fortbestand unserer Branche”

Es gibt teilweise Kritik an der Wiederaufnahme der Meisterschaft. Können Sie das nachvollziehen?
Fußball ist nicht die wichtigste Sache im Leben. Gleichzeitig ist sie wichtig für Leute, die in der Branche arbeiten. Es geht um Arbeitsplätze, die nicht kaputt gehen sollen. Ich denke zudem, dass der Fußball kein höheres Ansteckungsrisiko erzeugt als andere Bereiche. Wir versuchen als Fußballer, unseren Job zu machen. Wissen aber, dass es nicht das gleiche ist wie vor zwei Monaten mit Fans und Emotionen. Wir tun es auch für den Fortbestand unserer Branche, das ist unsere Verantwortung. Wir wissen, um was es geht.

Sie sind seit Sonnabend in Isolation. Wie läuft das ab?
Wir haben alle unser eigenes Zimmer, die haben wir schon, seit die Akademie eröffnet wurde. Wir ziehen uns dort um, duschen dort und versuchen, alle Abstandsregeln einzuhalten. Auf dem Platz gibt es natürlich Zweikämpfe, Fußball ist ja ein Vollkontaktsport. Aber außerhalb gehen wir uns so gut wie möglich aus dem Weg.

Wie sieht der Alltag aus, seit das Team in der Akademie zusammengezogen wurde?
Wir haben jeden Tag Training, dazu Videoschulungen, Behandlungen und drei Mahlzeiten am Tag.

Was machen Sie in der Zwischenzeit, geistern Sie durch die Akademie?
Ganz ehrlich: In den letzten zwei Monaten hatte ich jede Menge zu Hause zu tun. Wir haben ein kleines Kind, es hat an Aufgaben also nicht gemangelt. Ich habe gekocht, geputzt, gewaschen. Jetzt in der Quarantäne habe ich Zeit für mich, ich lese gerne. Gerade habe ich einen Bestseller auf ungarisch in den Händen, ich bin fast durch. Danach lese ich die Biographie meines ehemaligen Teamkollegen beim FC Liverpool, Pepe Reina. Meine Playstation habe ich auch dabei. Aber ich habe den Charger für den Controller vergessen, also kann ich ihn nicht benutzen. Das ist auch gut (lacht).

Und abends?
Ich komme runter. Das war die letzten Wochen nicht so einfach bei allem, was zu Hause zu tun war. Jetzt lese ich viel und schlafe besser.

Ganz ehrlich? Von der Stimmung her, war es schlechter als erwartet.
Peter Gulacsi über RB Leipzigs Geisterspiel-Test

Sie hatten vergangenen Samstag einen Geisterspieltest in der Arena. Wie war‘s?
Ganz ehrlich? Von der Stimmung her, war es schlechter als erwartet. Man geht als Fußballer immer davon aus, ja, man kann die Stimmung ausblenden, gerade wenn man auswärts spielt. Aber jetzt wird einem noch mehr bewusst, welchen Einfluss die Stimmung in einem Stadion auf uns hat. Die große Herausforderung ist: Woher bekommen wir das Adrenalin? Weil das fehlen wird, weiß man auch nicht, wie die ersten Spiele laufen, bis wir uns daran gewöhnt haben.

Der Trainer hat in der Vergangenheit immer mal angemerkt, dass die Mannschaft recht ruhig sei. Auf wen beziehungsweise was kommt es jetzt an, um das Adrenalin ohne Fans im Rücken in das Team zu pumpen?
Da ist jetzt jeder gefragt. Auf der anderen Seite sind wir eine Mannschaft, die eher über die spielerischen Inhalte kommt. Wir schreien nicht rum, um Emotionen zu erzeugen, sondern wir wollen durch unseren Fußball Stimmung erzeugen.

Woher nimmt die Mannschaft das Extra an Motivation, wenn die Sitze leer sind?
Was wir wissen müssen, ist, dass wir mindestens in den nächsten drei Wochen die einzige Topliga der Welt sein werden, in der es Spiele zu sehen gibt. Die ganze Welt guckt zu. Eine größere Motivation gibt es nicht. (RBlive/mhe)

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