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Von Matthias Kießling

RB Leipzig will gegen kriselndes Olympique Lyon wachsam sein

RB Leipzig gegen Olympique Lyon.

RB Leipzig gegen Olympique Lyon.

Wer den Fragen der französischen Journalisten und den Antworten von Abwehrmann Marcelo und Trainer Sylvinho in der Pressekonferenz am Tag vor dem Champions-League-Spiel bei RB Leipzig zuhörte, konnte den Eindruck bekommen, dass Olympique Lyon fast schon in einer existenziellen, sportlichen Krise steckt. Irgendwo kurz vor Abmeldung vom höherklassigen Spielbetrieb.

Hat Olympique Lyon Schwächen oder nicht?

Am geradezu anderen Ende der Skala an Einschätzungen stand RB-Verteidiger Ibrahima Konaté, der sich kurz darauf zur Aussage verstieg, dass er beim Videostudium keine Schwächen beim französischen Champions-League-Gast habe ausmachen können. Der hat die letzten sieben Pflichtspiele nicht gewonnen und bei nur noch einem Punkt Vorsprung auf die Abstiegsplätze in der heimischen Liga faktisch zumindest eine Ergebniskrise.

Julian Nagelsmann versucht sich vor dem Spiel gegen Lyon zwischen den Extremen zu bewegen. Respekt vor dem Gegner sei etwas wichtiges, so der Trainer von RB Leipzig. Aber natürlich könne man in der Analyse bei jedem Gegner Schwächen ausmachen. Um diese auch auszunutzen, müsse man aber dem Kontrahenten vor allem die Stärke nehmen.

Über Stärken verfügt Olympique Lyon in jedem Fall, da dürfte es eigentlich keine Zweifel bei Beobachtern des Klubs geben. Gerade im Angriff ist das Team aus dem Südosten Frankreichs mit Memphis Depay und Moussa Dembélé sehr gut besetzt. Sein Team müsse vermeiden, dass die Lyon-Stürmer Eins-gegen-Eins-Situationen gegen die RB-Abwehr bekommen, will Julian Nagelsmann dem starken Sturm-Duo, das zusammen diese Saison bei elf Treffern steht, schon frühzeitig den Zahn ziehen.

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Lyon wie RB Leipzig mit sehr junger Mannschaft

Olympique ist vor allem auch eine Mannschaft, die über sehr viel Potenzial verfügt. Im heimischen Liga-Betrieb hat der Serienmeister der 2000er-Jahre bisher im Schnitt die drittjüngste Mannschaft eingesetzt. Unter den 15 meisteingesetzten Spielern ist keiner über 30. Thiago Mendes ist mit 27 der älteste Feldspieler. Die 23,9 Jahre im Schnitt pro in der Liga eingesetztem Spieler liegen sogar noch mal unter den 24,2 Jahren, die RB Leipzig diese Saison im Schnitt bisher aufweist.

Die Zukunft sieht für Olympique Lyon entsprechend eigentlich rosig aus. Wenn denn die Mannschaft über einen längeren Zeitraum zusammenbleiben könnte. Das ist angesichts der französischen Liga und der Zugkraft vor allem der Premier League und der spanischen Liga aber unwahrscheinlich. Im Sommer verlor Lyon mit Tanguy Ndombélé, Ferland Mendy und Nabil Fekir richtig viel Qualität, nahm dafür aber auch über 120 Millionen Euro ein.

Neue Spieler und neue Abläufe bei Olympique Lyon

Die Abgänge erklären ein Stückweit, dass es in der frühen Saisonphase noch nicht so läuft wie gewünscht. Dazu kommt mit Juninho ein neuer Manager und vor allem mit Sylvinho ein neuer Trainer. Der setzt auf eine kompakte Verteidigung und auf mehr Ballbesitz und steht bereits langsam unter Ergebnisdruck. Den will er seiner Mannschaft nehmen und durch ein erfolgreiches Auftreten in der Champions League wieder Selbstvertrauen sammeln.

Im Spiel bei RB Leipzig könnte Sylvinho dafür von seiner Ballbesitz-Taktik abweichen. Die Offensivkräfte haben auch im Umschaltspiel dank Geschwindigkeit und Zug zum Tor ihre Stärken. Und gegen Leipzig ist man vielleicht nicht wie in der französischen Liga gezwungen, selbst überwiegend den Ball zu bewegen. Fehlerfrei und ruhig verteidigen müsse man in Leipzig, so Sylvinho, um zu einem Erfolg zu kommen. Aufgrund des Ausfalls von Kapitän Jason Denayer glaubt der Lyon-Coach allerdings nicht, dass er sein Team mit einer dichten Dreierkette in der Defensive auflaufen lässt.

RB Leipzig will Lyon früh den Glauben an einen Erfolg nehmen

Auf RB Leipzig wartet eine unangenehme Aufgabe, bei der immer die Gefahr droht, in die gefährliche Olympique-Offensive zu laufen. Julian Nagelsmann will mit wachem und aggressivem Auftreten und mit funktionierendem Gegenpressing den Gästen früh den Glauben auf einen Erfolg nehmen und das nach einigen Misserfolgen bei Lyon möglicherweise fehlende Selbstvertrauen sichtbar machen.

In der Vorsaison hatte sich Nagelsmann mit Hoffenheim in der Champions League zwei denkwürdige Duelle mit Lyon geliefert. 2:2 und 3:3 hieß es am Ende. Im Hinspiel holte die TSG beim 2:2 sogar in Unterzahl einen Zwei-Tore-Rückstand auf. Ein historisch einmaliges Ereignis für ein Auswärtsteam in der Champions League, wie Nagelsmann betonte.

Lyon-Coach Sylvinho meinst, dass RB für „Spaß-Fußball“ steht. Im ersten Spiel mit Leipzig gegen Lyon täten es für Julian Nagelsmann wohl auch ein weniger aufregendes und weniger historisches Fußballspiel und schlichte drei Punkte, damit der RB-Trainer glücklich nach Hause geht und die französische Presse weiter existenzialistische Krisenfragen formulieren kann.