Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.

Sie sind offline und sehen daher eventuell veraltete Nachrichten.

Sie sind offline, bitte pr├╝fen Sie Ihre Internetverbindung.

Daten konnten nicht f├╝r Offline-Nutzung gespeichert werden.

Daten wurden f├╝r Offline-Nutzung gespeichert.

Die von Ihnen aufgerufene Adressse ist leider nicht (mehr) verf├╝gbar. Wir haben Sie daher auf unsere Homepage umgeleitet.

Eine neue Version von RBLive steht zur Verf├╝gung:  ↻ Aktualisieren

Von Martin Henkel

Darth Vader im Corona-Modus Inside-Report vom ersten Geisterspiel der RB-Geschichte

Leere Pressepl├Ątze in der Arena von RB Leipzig

Leere Pressepl├Ątze in der Arena von RB Leipzig

Julian Nagelsmann sieht aus wie ein Ninja-Turtle, als er mit einem schwarzen Mundschutz auf dem Pressepodest Platz nimmt, gut eine Stunde nach Abpfiff des 1:1 (0:1) gegen den SC Freiburg zum Auftakt der ersten von neun Geisterrunden im deutschen Fu├čball. Neben ihm: Christian Streich, der Trainer des SC Freiburg. Mit Abstand nat├╝rlich. Und vor den beiden: ein Mitarbeiter der Pressestelle von RB Leipzig. Er liest ihnen Fragen vor.

0,3 Grad unter der Grenze

Willkommen in der deutschen Corona-Liga! Die Fragen stammen von zehn zugelassenen Reportern, die w├Ąhrend der PK auf der Pressetrib├╝ne die Antworten der zwei Fu├čball-Trainer in einem Livestream verfolgten. Sie hatten sie vorab via Whatsapp ├╝bermitteln m├╝ssen.

Abstand ist weiterhin oberste Pflicht. Vor allem von Au├čenstehenden zum Inner Circle dieser seltsamen Veranstaltung names Bundesligaspieltag, der den Auftakt zu weiteren acht Partie-Runden bildete, um die durch die Virus-Pandemie unterbrochene Meisterschaft zu Ende zu bringen. "Komisch", sagte Streich", sei das Spiel selbst nicht gewesen. "Aber das Drumherum.

Das Drumherum war ein leeres Stadion, das durch die Blaut├Âne seiner Sitzschalen an diesem historischen 16. Mai 2020 wie ein ├╝berdimensioniertes Schwimmbad wirkte. Leer nat├╝rlich. Ganze 239 Personen sind zu dem RB-Spiel gegen den Sportclub zugelassen. Fu├čballer, Trainer, Betreuer, Ordner, ein paar Balljungen, TV-Leute, Pressemenschen, Vereinsobere und medizinisches Personal. Immer im Kopf die Hygiene-Regeln der Deutschen Fu├čballliga, die bereits beim Einlass ins Stadion Stellung bezogen haben: Fiebermessen.

Das Ergebnis der Temperaturanalyse im Ohr ergibt 36,7 Grad. Kein Grund f├╝r Stirnrunzeln, aber ganz knapp an der 37iger-Marke vorbei. 0,3 Grad dr├╝ber und der Weg h├Ątte sofort wieder nach drau├čen gef├╝hrt.

Stimme wie Darth Vader

So aber: ├╝ber den roten Teppich zum Aufzug. Ein Mitarbeiter ├Âffnet den Lift, weist auf ein aufgeklebtes gelbschwarzes Kreuz im Kabinen-Eck hin und w├╝nschte "Gute Fahrt!", ehe die T├╝r sich vor ihm schlie├čt. Oben angekommen geht es durch die verwaiste Cateringzone ins Stadion-Innere, wo eine Ruhe herrscht wie im Park. Tauben gurren unterm Trib├╝nendach, Kr├Ąhen ziehen ihre Kreise und wirbeln Wortfetzen auf, die sich von den Fu├čballern auf dem Rasen in der Arena verbreiten wie das Ave Maria in einer Kathedrale.

Im Abstand von zwei Tischen sitzen die Journalisten neben den Video-Assistenten von RB-Coach Julian Nagelsmann. Alle mit einem Mund-Nasenschutz versehen. Wer ihn lockert, aktiviert den strafenden Blick eines Ordners. Nicht jede Ma├čnahme ergibt Sinn in diesen Tagen, aber die Symbolik ist wichtig.

Das gilt auch f├╝r die Wechselspieler. Sie sitzen neben ihrem eigentlichen Unterstand in einer Art Ersatzprofigehege auf St├╝hlen mit mindestens zwei Metern Abstand. Alle tragen Maske, obwohl sie vergangene Woche zwei Mal negativ getestet wurden und eine Woche in Isolation am Cottaweg in der Akademie lebten.

Aber das sind auch Nachrichten an die Menschen, die normalerweise im Stadion sitzen oder stehen und es mit RB halten, dem Sportclub oder  einem der anderen 36 DFL-Klubs der 1. und 2. Liga. Maske auf, Abstand halten, H├Ąnde waschen! Steht auch auf einer Papptafel im Spielertunnel, an dem die verschwitzten Profis zur Halbzeit in die Kabine laufen - ungewaschen, ohne Maske und aufgereiht wie auf einer Perlenkette. Manches geht eben nicht. Beim besten Willen nicht.

Deshalb tragen Streich und Nagelsmann ihre Mundsch├╝tze, als sie nach dem Remis die Geisterpartie kommentieren sollen. Erst auf drei voneinander weit entfernten TV-Gespr├Ąchsinseln im Innenraum des Stadions, sp├Ąter im Presseraum der Arena. Der Stoff von Streichs roter Maske ist dabei offenbar weniger eng verwebt als der schwarze seines Nachbarn Nagelsmann, der hinter seinem Ninja-Mundschutz klingt wie Darth Vader in "Krieg der Sterne".

Zweigeteilte Wirklichkeit

Der Leipziger Coach bezeichnet sein Corona-Accessoire trotzdem als "atmungsaktiv" und erkl├Ąrt, zufrieden zu sein mit der Maske, dem Spiel seiner Mannschaft - exklusiv der elf verpassten Torchancen - und der merkw├╝rdigen Stimmung im Stadion. Sei eben gew├Âhnungsbed├╝rftig, vor allem, weil man sein eigenes Wort pl├Âtzlich versteht - und das aller anderen Teilnehmer an der Partie ebenfalls. Aber das habe ja auch seine guten Seiten.

Dabei schaut er zu Streich her├╝ber. Der nickt anerkennend mit dem Kopf, unterscheidet aber nicht nur die Partie in zwei H├Ąlften - eine "sehr gute" und eine, die "weniger gut" gewesen sei, da habe sein Team "Angscht gehabt" -, sondern auch die neue Wirklichkeit mit Spielen in leeren Stadien. Auf der einen Seite: "Die Partie hatte Qualit├Ąt, die hat nicht gelitten." Aber eben das ganze Drumherum. Macht so keinen Spa├č. Deshalb freue er sich "jetzt schon wahnsinnig, wenn die Menschen wieder kommen. Wir sind alle fu├čballverr├╝ckt, deshalb ist es schade, wenn niemand kommen und zusehen kann." (RBlive/mhe)

Das k├Ânnte Dich auch interessieren