RB LeipzigLothar Matthäus schreibt RB Leipzig in die Champions League

Lothar Matthäus stimmt in den aktuellen Chor der Superlative ein. Er traue RB Leipzig „mindestens“ einen Champions-League-Platz zu, schreibt er in seiner heutigen Kolumne in der Sportbild. Damit schließt er an frühere Äußerungen an. Ob es sogar für die Meisterschaft reicht, “ hängt vom FC Bayern ab“, so der ehemalige Nationalspieler. Bei München sei bisher noch „keine klare Spielidee zu erkennen“.
Ganz im Gegensatz zu RB Leipzig, von denen sich Lothar Matthäus spürbar beeindruckt zeigt. Besonders blickt der 55-Jährige dabei auf die „Kameradschaft“ im Team. Dafür stehe als „Top-Beispiel“ Dominik Kaiser. Der freue sich auch auf der Bank „genauso über Tore und Siege wie jeder Spieler auf dem Feld“.
Lothar Matthäus sieht keine physischen Probleme bei RB Leipzig
Vor allem sei es aber die „Überfall-Taktik“, mit der der Aufsteiger zu beeindrucken weiß. „Leipzig verfolgt einen anderen Ansatz: Lange Ballkontrolle ist nicht alles. Nach der Balleroberung geht es schnellstmöglich in Richtung des
gegnerischen Tores. Dabei wird versucht, die Unordnung beim anderen Team auszunutzen.“
Dass diese Form des Fußballs im Saisonverlauf zu einem physischen Problem werden könnte, glaubt Lothar Matthäus nicht. Die Mannschaft von RB Leipzig sei jung und habe keine Doppelbelastung zu verkraften, sodass man „diesen Stil zumindest in der ersten Saison bis zum Ende durchzuziehen“ kann.
Oliver Kahn nicht so optimistisch
Deutlich vorsichtiger äußert sich Oliver Kahn in der Sportbild. Der aktuelle Erfolg von RB Leipzig lebt auch „ganz stark von der Aufstiegseuphorie“: „Diese wird irgendwann nachlassen, und früher oder später wird sich die qualitative Stärke der Etablierten wieder durchsetzen. Ob es in dieser Saison schon zu internationalen Plätzen reicht, wird sich zeigen.“
Dass Leipzig ganz oben mitmischt, findet Kahn allerdings gut. „Es ist beruhigend und gut für die Liga, dass ein Team wie RB Leipzig den etablierten Mannschaften Dampf macht! Leipzig setzt sehr stark auf Spieler mit Potenzial, besitzt eine kontinuierliche Spiel-Philosophie und hat dafür mit Ralph Hasenhüttl den passenden Trainer verpflichtet.“
Rudi Völler ist überrascht
Überrascht vom Erfolg von RB Leipzig zeigt sich ebenfalls in der Sportbild Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler. „Ich hatte gedacht, dass sie ein, zwei Jahre brauchen würden, um sich oben festzusetzen. Bei aller Qualität und wirtschaftlicher Potenz gehört natürlich auch immer ein bisschen Glück dazu. Das hat man im Spiel bei uns gesehen – es hätte auch anders ausgehen können.“
Einen der Gründe für den Erfolg sieht Rudi Völler auch in der fehlenden Doppelbelastung. „Sie haben keine englischen Wochen, können sich voll auf die Bundesliga konzentrieren. Hinzu kommt die Euphorie im Umfeld. Die Verantwortlichen mit Ralf Rangnick an der Spitze machen es gut. Sie holen Spieler, die gleich funktionieren und deren Marktwert dadurch gesteigert wird.“ Dabei sieht Rudi Völler bei den RB-Verantwortlichen die Tendenz hinsichtlich der wirtschaftlichen Möglichkeiten ihres Vereins zu untertreiben.