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Marco Rose: „Ich freue mich riesig nach Leipzig zu kommen.“

Marco Rose kehrt mit Red Bull Salzburg in seine Leipziger Heimat zurück.

Marco Rose kehrt mit Red Bull Salzburg in seine Leipziger Heimat zurück.
Copyright: Imago

Das Duell in der Fußball-Europa-League zwischen RB Leipzig und Red Bull Salzburg ist brisant. Im Fokus wird auch Salzburgs Trainer Marco Rose stehen. Der gebürtige Leipziger weiß um die Bedeutung der Partie, in die er selbstbewusst geht.

Mit welchen Gefühlen kehren Sie nach Leipzig zurück?

Marco Rose: Ich freue mich riesig nach Leipzig zu kommen. Weil ich die Stadt liebe, weil ich meine Familie und viele Freunde dort habe, komme ich gern nach Hause. Aber ich muss mich an dem Tag auf das Wesentliche konzentrieren. Und das ist das Fußball-Spiel.

RB Leipzig gegen Salzburg ein Duell mit offenem Visier

Wird es ein besonderes Spiel?

Man sollte auch nicht mehr daraus machen, als es ist. Wir haben eine Gruppe zu spielen, in der wir uns durchsetzen wollen. Und ein Gegner davon ist Leipzig. Dass das ein spezieller Gegner für uns ist, ist natürlich auch klar.

Wie giftig wird die Partie wirklich, wenn jeder dem anderen zeigen will, wer der bessere Club ist?

Es ist doch albern, in solchen Kategorien zu denken. Wir haben eine ähnliche Spielanlage, obwohl die von jedem Trainer im Detail anders umgesetzt wird. Man kann schon aber davon ausgehen, dass es ein Spiel mit offenem Visier wird, intensiv und trotzdem fair geführt.

Ist das Spiel auch eine Chance zu zeigen, dass sich Salzburg von Leipzig emanzipiert hat?

Wir haben nicht das Gefühl, dass wir das noch machen müssen. Wir haben vor allem letzte Saison unsere eigene Geschichte geschrieben und gezeigt, dass sich die Jungs bei uns herausragend entwickeln. Wir haben viele Spieler, die bei anderen Top-Vereinen hoch im Kurs stehen. Die Jungs haben ihren Marktwert über Leistung verdreifacht und da wollen wir weitermachen.

Immer große Erwartungshaltung rund um Red Bull Salzburg

Kann man als deutscher Trainer in Österreich ruhiger arbeiten als zu Hause in Deutschland?

Das kann ich nicht sagen. Ich war Bundesliga-Spieler, aber noch kein Bundesliga-Trainer. Wir sind in Österreich einer der größten Vereine, von dem immer das Maximale erwartet wird. Und das bedeutet, dass man dementsprechend abgerechnet wird. Da ist es egal, ob man Coach in Österreich oder Deutschland ist.

War der Erfolg über Borussia Dortmund im vergangenen Jahr der «Dosenöffner», um den Coach Rose auch in Deutschland wahrzunehmen?

Fakt ist, dass Erfolge immer Aufmerksamkeit erzeugen. Es ist viel wichtiger, inhaltlich gut und nachhaltig zu arbeiten. Wir spielen seit Monaten guten Fußball. Das ist für mich entscheidender als dieses eine Spiel gegen Dortmund.

Inwiefern wird Ihre Arbeit durch die Verbindungen der beiden Vereine Leipzig und Salzburg eingeschränkt?

Meine Arbeit wird davon nicht beeinträchtigt.

Marco Rose sucht auch nach Lösungen für das Spiel mit dem Ball

Wie viel Individualität und Kreativität können Sie einbringen, wenn das Spielsystem schon vor Ihrem Job-Antritt feststand?

Das Spielsystem von Red Bull Salzburg ist kein Dogma. Ich konnte mich mit der Idee, so Fußball zu spielen, von Beginn an identifizieren. Für uns ist es genau so wichtig, eine Idee mit dem Ball zu entwickeln und tief stehende Gegner zu knacken.

Sie wurden nach dieser Saison zweimal mit dem Titel Trainer des Jahres ausgezeichnet. Aber es wird auch mal anders laufen.

Ich bin mir der Schnelllebigkeit des Geschäfts bewusst. Deswegen wehre ich mich auch gegen einen Hype, der dann oft schnell entwickelt wird. Erst bist du eine heiße Aktie, dann eine kalte Kartoffel. Ich mache meinen Job mit Leidenschaft und Überzeugung und bin froh, dass ich ihn machen kann.

Ab wann kommt für Sie ein Wechsel in die Bundesliga infrage?

Ich mache mir darüber keine großen Gedanken. Ich bin jetzt glücklich hier in Salzburg. Ich habe keinen Karriereplan. Ich möchte mit meinem Team guten und erfolgreichen Fußball spielen. Dann ergeben sich Dinge von ganz alleine. Ich finde, dass es viele interessante Ligen in Europa gibt.

Marco Rose lässt sich nicht von Druck leiten

Gibt es einen Traumclub, wo Sie mal arbeiten möchten?

Nein. Ich bin froh, über die Erfahrungen, die ich sammeln, die Menschen und Mentalitäten, die ich kennenlernte durfte. Warum nicht mehr davon. Ich bin für alles offen.

Trainer sind wie Spieler permanentem hohen Erfolgsdruck ausgesetzt. Keine Erfolge und man kann gehen. Wie gehen Sie damit um?

Es macht keinen Sinn, sich von Druck leiten zu lassen. Ich versuche, mich davon frei zu machen. Das, was man macht, muss man gerne und so gut wie möglich machen. Trotzdem wird man nicht immer belohnt. Und man sollte sich selber und die Dinge drumherum nicht so wichtig nehmen, wie es oft dargestellt wird. Am Ende geht es nur um Fußball.

Was macht einen guten Trainer aus?

Man sollte Inhalte haben und diese anständig vermitteln können. Und man muss im schwierigen Feld Menschenführung, wo man nicht immer alle glücklich machen kann, eine erfolgversprechende Arbeitsatmosphäre schaffen.

Was ist Ihr Credo als Coach?

Für mich ist es wichtig, authentisch zu sein. Ich kann und will mich nicht verstellen.

Was erwarten Sie im Gegenzug von Ihren Spielern?

Leistungsbereitschaft und Ehrlichkeit sind mir sehr bedeutend. Dass man die Dinge, die man als wichtige Werte im Umgang miteinander festgelegt hat, auch einhält. Und das viele Dinge im Team geklärt werden, ohne das ein Trainer immer eingreifen muss.

Trainerteam von zentraler Bedeutung für Marco Rose

Wie wichtig ist ein funktionierendes Trainerteam?

Heutzutage ist es wichtig, Dinge auch bewusst abzugeben und Spezialisten machen zu lassen. Wir treffen gemeinsam Entscheidungen, wobei ich mich auch gerne beeinflussen lasse. Wenn man zu viert zusammensitzt und drei haben eine andere Meinung, dann sollte man vielleicht auch drauf hören. Ein gutes Trainerteam ist ein extrem wichtiger Faktor für den Erfolg. Hier in Salzburg bin ich sehr glücklich mit meinem Trainerteam, weil ich mich zu 100 Prozent auf es verlassen kann.

Gibt es Vorbilder, jemanden, der Sie geprägt hat? 

Zum einen prägen dich Menschen, mit denen du zusammengearbeitet hast. Man kann als Trainer aber auch von seinen Spielern lernen. Die heutige Generation hinterfragt viel, und da entstehen Gespräche, wo man auch als Trainer was rausziehen kann. Und auch von Kollegen kann man laufend lernen. Egal ob ein Weltklasse-Coach oder ein Trainer aus der 3. Liga, man kann von vielen was mitnehmen. Am Ende geht es aber darum, dass man seinen eigenen Weg findet.

Marco Rose stolz auf seine Familie

Gibt es Tage des Zweifelns?

Wenn, dann ganz kurz. Ich würde es nicht mal Zweifeln nennen, sondern Hinterfragen. Es ist wichtig, dass man das tut. Wenn du anfängst zu zweifeln, muss du versuchen, schnell aus der Spirale rauszukommen und wieder vorwärts zu denken.

Wer ist ein guter Ratgeber?

Gute Freunde, die man lange kennt und vielleicht auch im Fußball sind. Menschen, deren Meinung mir wichtig ist und denen ich vertraue.

Sie und ihre Familie, die seit vielen Jahren eine Fernbeziehung führen, opfern viel für den Job. Ist es das wert?

Es ist nicht einfach. Natürlich gibt es immer wieder Momente, wo man sich Gedanken macht, ob es nicht besser wäre, zu Hause zu sein. Aber wir haben uns für dieses Lebensmodell entschieden und bisher läuft es sehr gut. Ich bin sehr stolz auf meine Mädels, wie sie das machen. Das kann sich auch mal ändern und vielleicht kommt der Tag, wo man sagt, bis hierhin und nicht weiter.

(DPA)

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