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Polizei empört über Braunschweiger Banner

Richtet sich „Scheiss Bullen“ gegen die Polizei oder gegen RB Leipzig oder gegen beide? Und wie sollte ein Verein darauf reagieren?

Richtet sich „Scheiss Bullen“ gegen die Polizei oder gegen RB Leipzig oder gegen beide? Und wie sollte ein Verein darauf reagieren?

Empört hat die Gewerkschaft der Polizei in einem offenen Brief auf eine Banner reagiert, dass vor der Fankurve von Eintracht Braunschweig präsentiert wurde. Dort war am Rande des Spiels gegen Erzgebirge Aue vor einer Woche in großen Buchstaben „Scheiss Bullen“ zu lesen.

Gewerkschaft sieht Schmähung der Polizei

Damit „wurden die Polizeikräfte, die bei jedem Heimspiel für Sicherheit rund um das Stadion sorgen, einmal mehr beleidigt“. So heißt es in einem offenen Brief der Gewerkschaft der Polizei an Eintracht Braunschweig. Dabei habe „die Mehrheit der im Stadion anwesenden Fans die Polizei als Adressaten des Schriftzugs wahrgenommen“.

Das Banner wurde im Anschluss an die DFB-Entscheidung, die Dortmunder Südtribüne zu sperren, gezeigt. Es stand in direktem Zusammenhang mit einem Banner, das „Kein Respekt vor der Meinungsfreiheit?“ titelte. „Scheiss Bullen“ sieht man in Braunschweig in der Fankurve demnach als durch die Meinungsfreiheit gedeckt.

„Scheiss Bullen“ als doppeldeutige Botschaft

Der Ausspruch erfreut sich bei Fanszenen in Deutschland unter anderem deswegen großer Beliebtheit, weil er sich doppeldeutig sowohl gegen RB Leipzig als auch die Polizei richtet. Das Braunschweiger Banner wurde durch die Farben rot und blau allerdings farblich eindeutig auf Red Bull und RB Leipzig bezogen.

In Braunschweig hat die Verwendung der Doppeldeutigkeit des Wortes Bullen bereits Tradition. Beim Heimspiel in der zweiten Liga gegen RB Leipzig im August 2015 prangte vor der gesamten Kurve der Spruch „In Braunschweig weiß ein jedes Kind, dass alle Bullen scheiße sind!“. Beim Karneval vor einem Jahr stoppte die Braunschweiger Polizei einen Wagen der Fanszene, weil dort „Bullenschweine“-Gesänge ertönten. Der Wagen war zudem mit einem „Bullenschweine 0, BTSV Eintracht 1“-Spielstandsanzeiger ausgestattet.

Polizeigewerkschaft kritisiert fehlende Reaktion des Vereins

Die Gewerkschaft der Polizei ist nach dem jüngsten Banner vor allem empört, dass es „überhaupt keine Reaktion durch die Ordnungskräfte oder den Stadionsprecher“ gegeben hat. Auch fragt man sich, warum die Spieler nach so einem Spiel und solchen Bannern sich „immer noch vor diesen Chaoten und Straftätern präsentieren und sie damit hofieren“.

Die Polizei stehe dem Verein für weitere Gespräche zur Verfügung. Zudem erwartet man „angesichts der aktuellen Ereignisse eine Antwort auf dieses Schreiben“.