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RB-Fußball in Aue? Präsident Leonhard will "Wismut-DNA" erhalten

Clemens Fandrich spielt schon seit 2015 für Aue.

Clemens Fandrich spielt schon seit 2015 für Aue.

Fünf Spieler und drei Trainer im Stab von Erzgebirge Aue waren mal bei RB Leipzig aktiv. Präsident Helge Leonhardt nennt das „Zufall“. Doch die ersten Testspiele zeigen, dass sich auch an der Spielweise der Auer einiges ändern soll.

Aue-Präsident will Wismut-DNA erhalten

Helge Leonhardt wiegelt ab. „Auch gegen die Behauptung, wir würden in Aue jetzt mit aller Macht den bekannten RB-Fußball implementieren wollen, wehre ich mich“, sagt der Vereinspräsident von Zweitligist Erzgebirge Aue, als er im dpa-Gespräch auf die auffallend hohe Quote ehemaliger Trainer und Spieler mit Leipziger RB-Vergangenheit angesprochen wird. Der Unternehmer fügt hinzu: „Wir wollen den Fußball nicht neu erfinden. Das System unseres neuen Trainers spielen weltweit viele Mannschaften. Die Wismut-DNA bleibt erhalten.“

Drei plus Fünf mit RB-Vergangenheit

Neben Chefcoach Aliaksei Shpileuski, Athletiktrainer Björn Rosemeier und Video-Analyst Tommy Jähnigen gehören inzwischen fünf Spieler zum Kader, die einst für RB aktiv waren: Clemens Fandrich, John Patrick Strauß, Erik Majetschak, Anthony Barylla und Nicolas Kühn.

Ist es wirklich nur Zufall oder steckt vielleicht doch eine Strategie dahinter? Leonhardt betrachtet jede Verpflichtung für sich. „Clemens Fandrich war der erste Spieler von RB, den wir nach Aue geholt haben. Das war bereits im Winter 2015. Da war ich gerade mal fünf Monate Präsident“, erzählt der 62-Jährige. „Anschließend sind Strauß sowie Majetschak und in diesem Sommer Barylla und Kühn zu uns gestoßen. Wir haben die Spieler verpflichtet, weil wir von ihren Stärken überzeugt waren und überzeugt sind – da spielt die Vergangenheit der Jungs eigentlich keine Rolle. Sie hätten genauso gut aus Hamburg oder Stuttgart kommen können.“

Kollegiales Verhältnis unter den Vereinsbossen

Gleichwohl findet Leonhardt für die Arbeit, die bei RB geleistet wird, lobende Worte. „Das läuft in Leipzig von den Profis bis in den Nachwuchsbereich hinein alles sehr professionell ab. Dass wir von der Qualität auch ein wenig profitieren dürfen, ist natürlich ein positiver Nebeneffekt für uns“, sagt der Aue-Boss. Mit Geschäftsführer Oliver Mintzlaff und Direktor Ulrich Wolter pflegt Leonhardt nach eigener Aussage ein sehr gutes und kollegiales Verhältnis.

Auch vor seiner Entscheidung, den erst 33-jährigen Shpileuski in diesem Sommer zum neuen Cheftrainer beim Zweitligisten zu machen, tauschte sich Leonhardt mit Mintzlaff aus. Der gebürtige Belarusse arbeitete zwischen 2013 und 2018 als Nachwuchscoach in Leipzig. „Ich bin RB für die Chance, dass ich mich als Trainer dort entwickeln konnte und viel Input mitbekommen habe, sehr dankbar. Ein Großteil davon habe ich in den vergangenen Jahren bereits umgesetzt. Das wird mich auch zukünftig auf jeden Fall verfolgen und stärken“, erklärt Shpileuski und fügte selbstbewusst hinzu: „Wenn wir mit Aue Großes erreicht haben, führt der Weg vielleicht auch mal wieder zurück.“

Shpileuski lässt hoch pressen

In den ersten Testspielen der Saisonvorbereitung waren bereits Züge des typischen RB-Stils zu erkennen. Die Auer pressten ihre Gegner sehr hoch, um schon in der gegnerischen Spielhälfte zu schnellen Ballgewinnen zu kommen. „Ich bin ein Trainer, der den Jungs eine andere Spielweise abverlangt. Dafür, mit welcher Bereitschaft und Offenheit die Spieler das annehmen und angehen, muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment machen“, betonte der Coach.

Für einen der Auer Neuzugänge war Shpileuski ein wesentlicher Grund, zum FC Erzgebirge zu wechseln. Stürmer Nicolas Kühn ist für ein Jahr vom FC Bayern München an die Sachsen ausgeliehen. Der 21-Jährige und Shpileuski kennen sich aus der RB-Akademie, wo Kühn zwischen 2015 und Januar 2018 spielte. „Natürlich ist es hier ein bisschen anders. Es ist alles etwas kleiner, aber mir gefällt es. Und in erster Linie geht es mir hier um Fußball. Ich möchte meine Stärken auf dem Platz zeigen – und der ist in Amsterdam, München und Aue immer gleich“, meint Kühn.

(dpa)