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Nagelsmann leidet mit Kohfeldt „Melde dich, wir trinken Kaffee!”

KaffeebrĂŒder im Geiste: Florian Kohfeldt und Julian Nagelsmann (r.)

KaffeebrĂŒder im Geiste: Florian Kohfeldt und Julian Nagelsmann (r.)

RB-Trainer Julian Nagelsmann geht die Krise des kommenden Gegners Werder Bremen nahe. Besonders leidet der 32-JĂ€hrige mit seinem Amtskollegen Florian Kohfeldt. „Ich schĂ€tze Flo als einen der fĂ€higsten Trainer. Es ist nie schön, wenn Trainerkollegen den eigenen Erwartungen hinterherhinken. Als neutraler Zuschauer schaue ich mir gern Spiele von Bremen an”, sagte Nagelsmann am Donnerstag in Leipzig. FĂŒr das Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) wĂŒnscht er Bremen trotzdem noch kein Ende der Krise.

Blind Date im Darkroom

„Flo wird das bestimmt verstehen", ergĂ€nzte Nagelsmann seine AusfĂŒhrungen und lud seinen Kollegen zum Kaffee ein, sofern er die Zeit dafĂŒr fĂ€nde. Die Möglichkeit bestĂŒnde immerhin, da sich Werder am Mittwoch schon nach Leipzig begeben hat, um im feinen Steigenberger Hotel ein Krisencamp aufzuschlagen. Trainiert wird im Leutzscher Holz bei der BSG Chemie.

„20 Minuten fĂŒr eine gepflegte Tasse Kaffee", hĂ€tte Nagelsmann auf jeden Fall Zeit, richtete er Kohlfeldt aus, von dem er annahm, dass er die PK im Internet verfolgt. Allerdings ĂŒberkam ihn umgehend ein mulmiges GefĂŒhl, schließlich stĂŒnde zu befĂŒrchten, dass das „medial ausgeschlachtet" werde, „dass wir uns absprechen und so weiter."

Die Lösung? Entweder nach dem Spiel Kaffee trinken oder „wir mĂŒssen uns in eine dunkle Ecke verkriechen. Ein blinde Date im Darkroom, da kann uns keiner fotografieren. Also Flo, wenn du Bock hast, melde dich!"

Ob Kohfeldt annimmt, wird unter diesen UmstĂ€nden wohl ein Geheimnis bleiben. Gut möglich aber, dass er abwinkt, denn dem Werder-Coach steht auf dem vorletzten Tabellenplatz das Wasser bis zum Hals. Vor der Partie gegen den Tabellenzweiten meldet sich nun auch Klaus Allofs im Kicker zu Wort. Der frĂŒhere Werder-Manager hĂ€lt trotz aller Treuebekundungen der VereinsfĂŒhrung eine Trennung von Florian Kohfeldt fĂŒr möglich. „Die aktuelle Situation hĂ€tte man sich im Sommer in den schlimmsten AlbtrĂ€umen nicht vorgestellt. In einer solchen Phase kommt zwangslĂ€ufig alles auf den PrĂŒfstand, auch der Trainer."

Allofs warnt vor Nibelungentreue

Die Verantwortlichen des Klubs, so Allofs in einem Gastbeitrag fĂŒr das Magazin, seien von der Arbeit des aktuellen Cheftrainers Kohfeldt „weiterhin total ĂŒberzeugt. Das sagen sie nicht nur so dahin, um Ruhe zu haben. Aber: Selbst Werder kann sich den GesetzmĂ€ĂŸigkeiten des GeschĂ€fts letzten Endes nicht entziehen." Es könne passieren, „dass man zur Erkenntnis kommt: Eigentlich passen wir sehr gut zusammen - aber wir stecken in einer Sackgasse.”

„Eine Trennung auch in den internen Gedanken absolut kategorisch auszuschließen, wĂ€re deshalb falsch", so der 61-JĂ€hrige. Es könne „selbst bei Werder nicht in Stein gemeißelt sein, mit Florian Kohfeldt in die 2. Liga zu gehen", schrieb der Ex-FunktionĂ€r, der von 1999 bis 2012 Manager bei Werder war und 2004 das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal gewann. Wer in der Verantwortung stehe, mĂŒsse „im Hinterkopf immer alle Szenarien durchspielen", so Allofs. (RBlive/mhe/dpa)

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