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"Trainer zu werden, hatte ich nie vor" Nagelsmann spricht über Werdegang, Entlassungssorgen und den Verlust von Timo Werner

RB-Trainer Julian Nagelsmann

RB-Trainer Julian Nagelsmann

Julian Nagelsmann ist 32 - und schon seit elf Jahren in irgendeiner Form Fußball-Verantwortlicher. Mal als Scout, mal als Assistenzcoach, seit 2016 ist er Cheftrainer. Erst bei der TSG Hoffenheim, vorigen Sommer wechselte er zu RB Leipzig. Umso erstaunlicher, dass der junge Fußballlehrer in einem Interview mit der Sportbild erklärte: "Trainer zu werden, hatte ich nie vor."

"Wollte immer Profi werden"

Tatsächlich? Der Erzählung nach ist ihm dieser Gedanken erst nach seinem früh erzwungenen Karrierende als Spieler gekommen, als er für den damaligen Augsburger Trainer Thomas Tuchel Spieler beobachtete. Vorher, so Nagelsmann, "auch als ich in der Jugend oft verletzt war, kam mir der Gedanke nicht. In meiner Schulzeit war mir aber klar, dass ich eine Führungsposition besetzen könnte. Ich habe viel und gern geredet, hatte nie Probleme, Referate vor einer Gruppe zu halten. Mein Traum war aber immer, Profi zu werden."

Ein Knieschaden zwang Nagelsmann mit 21, seine Schuhe an den berüchtigten Nagel zu hängen. Doch Fußball war nunmal die große Leidenschaft. "Für mich ist es ist eine Berufung", sagt der Leipziger Coach. "Als ich drei wurde, habe ich das erste Mal in einem Verein gespielt und wollte dann als Jugendlicher erstmals mein Hobby zum Beruf machen – natürlich als Spieler. Ich betreibe viele Sportarten, aber Fußball war und ist immer die Nummer eins."

Keine Angst vor Entlassungen

Mittlerweile ist die Passion ein wenig ausgekühlt und hat einer sachlichen Romanze Platz gemacht. "Heute ist Fußball mein Beruf und nicht pausenlos die reinste Spaß-Veranstaltung. Aber immer noch Leidenschaft und mit positivem Gesicht." Druck spüre er in seinem Job allerdings keinen, obwohl es wenige Branchen gibt, in denen man derart schnell aus seinem Vertrag fliegen kann.

"Ich bin durch meine bisherige Trainerkarriere sehr positiv geprägt. Ich habe noch keine großen Krisen erlebt. Aber ich habe auch keine Angst davor, das mal zu erleben oder auch mal entlassen zu werden. Es gibt andere Branchen, da ist es deutlich existenzieller, sich einen neuen Job suchen zu müssen. Unsere Verträge sind mit einem gewissen Gehalt unterlegt, so dass man auch Pausen überbrücken und nutzen kann, um sich weiterzuentwickeln oder schöne Dinge zu tun, für die man im Alltag keine Zeit hat."

Timo Werner: einer von 14 Zugpferden

Nagelsmann hatte in dem Interview auch Zeit, über aktuelle Vorgänge in seinem Kader zu sprechen. Dabei ging es vor allem um den Abgang von Topstürmer Timo Werner zum FC Chelsea. Lässt sich das verkraften, ohne den Wert eines Kaders zu schmälern? "Es hängt viel davon ab, wer der Ersatz ist", sagte Nagelsmann. Klar. "Grundsätzlich sollten, um besser zu werden, keine Leistungsträger gehen, die man nicht ersetzen kann. In einer perfekten Welt sollte eigentlich nicht mal einer gehen. Wenn ein wirklicher Top-Spieler geht, einer von den 14, die 95 Prozent der Spiele machen, die auch Zugpferde sind, die die anderen jungen Talentierten mitziehen, dann würde unsere Entwicklung zunächst gehemmt. Aber da gehört dazu, dann schnell die richtigen Schlüsse zu ziehen und vielleicht doch noch besser zu werden." (RBlive/mhe)