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Von Ullrich Kroemer

50 Millionen Umsatzplus RB macht Boden auf den BVB gut

Hat RB Leipzig nĂ€her an den Konkurrenten herangefĂŒhrt: Leipzigs GeschĂ€ftsfĂŒhrer Oliver Mintzlaff.

Hat RB Leipzig nĂ€her an den Konkurrenten herangefĂŒhrt: Leipzigs GeschĂ€ftsfĂŒhrer Oliver Mintzlaff.

Der Jahresabschluss mit detaillierten Zahlen zur finanziellen Situation von RB Leipzig aus der Saison 2019/20 steht noch aus. Doch der Ligaverband DFL hat in dieser Woche bereits die Finanzkennzahlen aller Bundesligisten veröffentlicht. Das Ergebnis mit Stand 30. Juni 2020: RB Leipzig holt was den Umsatz angeht weiter auf. Der Tabellenzweite konnte seine Erlöse auch durch den Einzug ins Champions-League-Halbfinale von zuvor knapp 275 um 50 Millionen auf nun 325 Millionen Euro steigern und geht mit einem Plus von 8,9 Millionen Euro aus der Saison. Damit festigten die Leipziger in der Finanz-Rangliste Platz drei im Oberhaus und machten auf den BVB Boden gut.

RB und BVB machen neue Schulden

Borussia Dortmund bekam die ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie bereits stĂ€rker zu spĂŒren und beendete das GeschĂ€ftsjahr mit einem Minus von knapp 44 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz sank leicht auf 473,7 Millionen Euro.

BVB (209 Mio.) und RBL (190 Mio.) sind auch diejenigen Klub mit den höchsten Schulden in der Liga. Im Vergleich zur Vorsaison nahm Rasenballsport wohl auch wegen des beginnenden Stadionumbaus 55 Millionen Euro an zusĂ€tzlichen Schulden auf, Borussia Dortmund hat 93 Millionen Euro Verbindlichkeiten mehr als im Vorjahr. Umsatzkrösus ist wenig ĂŒberraschend der FC Bayern MĂŒnchen mit knapp 665 Millionen Euro – immer noch mehr als doppelt so viel wie Rasenballsport.

Experte ZĂŒlch: „Lage extrem besorgniserregend”

Doch RB ist einer von nur sieben Erstligisten, die bis zum Ende der ersten JahreshĂ€lfte 2020 keinen Verlust gemacht haben. Die ĂŒbrigen elf – am meisten ist Hertha BSC in den roten Zahlen (-53,4 Mio. Euro) – beenden ihre GeschĂ€ftsjahre mit einem negativen Ergebnis. „Und dies waren nur circa vier Monate Pandemie. Wir können uns also in einem Jahr auf noch verheerendere Zahlen einstellen, wir werden die Auswirkungen der Pandemie dann voll spĂŒren können”, schĂ€tzt Wirtschaftsprofessor Henning ZĂŒlch von der HHL im GesprĂ€ch mit der MZ ein. Die Lage aller Bundesligisten in der Gesamtschau bewertet er als „extrem besorgniserregend”. Er prophezeit „höhere Verluste bei allen Erstligisten, die Eigenkapitaldecke wird dĂŒnner und dĂŒnner und LiquiditĂ€tsengpĂ€sse werden auftreten.”

ZĂŒlch weist darauf hin, dass erste Schieflagen bereits im September sichtbar werden können. Ab dem 15. September ĂŒberprĂŒft die DFL nochmals die Lizensierungsbedingungen. „Ein heißer Herbst steht uns also bevor!”, sagt ZĂŒlch. (RBlive/ukr)